„Wir erleben seit einigen Jahren sehr viel Interesse an Open Source durch Unternehmen. Das freut uns Entwickler sehr, aber es hapert an vielen Stellen oft an Respekt und Anerkennung für die Arbeit“, sagt Feinauer. Er könne den Frust von Entwicklern verstehen, wenn große Unternehmen sich frei bedienen und man selbst in Notlagen dann nichts von den Profiteuren seiner Entwicklung hört. Feinauer spielt auf einen Fall aus den USA an, bei dem ein Entwickler aus Frust seinen Quellcode gelöscht beziehungsweise neuen, veränderten Code generierte, der viele Anwendungen unbrauchbar machte. Viele Unternehmen verdienen sehr viel Geld damit und sind auf die Entwicklungen aus der Community angewiesen. „Die haben sich auf das Modul verlassen. Der Hobbyentwickler war in einer Ausnahmesituation, bat um Unterstützung und kaum jemand wollte ihm helfen“, berichtet Feinauer. Dieser Vorfall ist ein Sonderfall, aber der Frust ist groß, nicht zuletzt auch wegen der Vorwürfe zur Sicherheitslücke Log4J im Dezember 2021. „Damals waren sofort die Kritiker am Start und eben auch viele Unternehmen, die meckerten: Ah, war ja klar, den Open Source Leuten ist man komplett ausgeliefert. Aber die Community hat sehr schnell Abhilfe geschaffen. Das wurde gerne übersehen, denn bei proprietärer Software dauert es oft sehr viel länger.“
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