Unterstützung für EU-Verpackungsverordnung : Wellpappe-Branche in Österreich meldet erneuten Umsatzrückgang

Die wichtigste Abnehmerbranche für Wellpappe war die Lebensmittel- und Getränkeindustrie mit einem Anteil von 45 Prozent, gefolgt von den Bereichen Maschinen, Möbel, Elektronik und Automotive mit 23 Prozent. Versandpackungen machten etwa 9 Prozent aus.
- © webbiz - stock.adobe.comDie Wellpappe-Branche musste im vergangenen Jahr erneut einen Umsatzrückgang hinnehmen. Die Einnahmen sanken auf 506 Millionen Euro, was einem Minus von 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Bereits 2023 verzeichnete die Branche einen Umsatzrückgang von 16,5 Prozent. Der mengenmäßige Absatz blieb hingegen mit 720 Millionen Quadratmetern nahezu stabil (minus 0,7 Prozent), teilte das Forum Wellpappe Austria am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien mit.
Von "sehr turbulenten Zeiten" sprach Stephan Kaar (Sprecher des Forums) im Hinblick auf die weltwirtschaftliche Entwicklung. "Das erschwert jede Planbarkeit." Die schwächelnde österreichische Wirtschaft stelle ebenfalls eine Belastung für die Branche dar. Besonders die hohen Energiekosten und die volatilen Rohstoffpreise hätten der Wellpappe-Industrie zugesetzt. Falls die Industriekonjunktur wieder anzieht, rechne er 2025 mit einem „stabilen Jahr“ und erst ab 2026 mit „leichtem Wachstum“, so Kaar.
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Aufholbedarf bei der Entbürokratisierung
Die EU-Verpackungsverordnung (PPWR), die ab August 2026 in Kraft tritt, wurde positiv bewertet. „Wir sind froh, dass das so gekommen ist“, erklärte Kaar, da sie für Rechtssicherheit sorge. Die Verordnung sieht unter anderem vor, dass Verpackungen recyclingfähig sein müssen – eine Anforderung, die Wellpappe erfülle und der Branche damit zugute komme. In Bezug auf die Entbürokratisierung bestehe jedoch noch Verbesserungsbedarf, so Kaar.
Die mit Abstand wichtigste Abnehmerbranche für Wellpappe war die Lebensmittel- und Getränkeindustrie mit einem Anteil von 45 Prozent, gefolgt von den Bereichen Maschinen, Möbel, Elektronik und Automotive mit 23 Prozent. Versandpackungen machten rund 9 Prozent aus.
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Das Forum Wellpappe Austria vertritt die Interessen von sieben österreichischen Wellpappe-Unternehmen: Donauwell, Margarethner, Mondi, Dunapack Packaging, Rondo Ganahl, Steirerpack und Tewa. Gemeinsam beschäftigen sie rund 1.600 Personen in der Branche.