Made in Austria : Ein Blick hinter die Kulissen des Hidden Champion aus Berndorf
Peter Buxbaum gründete das Unternehmen 2008. MMS hat sich auf die Entwicklung und den Bau von Präzisions-Spritzgießsystemen in Kombination mit der Bearbeitung von Stanzbändern aus Metall spezialisiert.
- © WEKAIn einer Welt, in der Präzision, Effizienz und Flexibilität in der Produktion von entscheidender Bedeutung sind, hat sich die MMS als Vorreiter etabliert. Seit der Gründung verfolgt das Unternehmen eine klare Vision: die Entwicklung modularer Maschinensysteme, die Spritzgussprozesse revolutionieren. "Unsere Anlagen decken die gesamte Prozesskette ab und bieten unseren Kunden maßgeschneiderte Lösungen, die weltweit konkurrenzfähig sind," erklärt Peter Buxbaum mit Stolz.
Die Idee hinter MMS war von Anfang an ambitioniert: "Wir wollten ein modulares Maschinensystem entwickeln, das den Spritzgussprozess nicht als separate Einheit betrachtet, sondern als integralen Baustein in der gesamten Produktionsanlage," erinnert sich Buxbaum. Diese Vision erwies sich als richtungsweisend, denn heute liefert das Unternehmen seine Anlagen weltweit unter anderem an große Tier-1-Zulieferer wie Bosch, EM-Motive, Otter Controls und ZF. "Unsere Kunden erwarten nicht nur höchste Präzision, sondern auch eine nahtlose Integration in bestehende Produktionslinien," fügt er hinzu. Besonders komplex ist dabei das Zusammenspiel mit konzernspezifischen MES Systemen.
Modularität als Erfolgsfaktor
Die Modularität der MMS-Anlagen ermöglicht es Kunden, flexibel auf individuelle Anforderungen einzugehen. Beim Umspritzen von Bauteilen mit sehr kleinen Schussgewichten, also auch Mikro-Bauteilen mit einem Teilegewicht von 0,012g setzen wir auf unsere selbstentwickelten Spritzgießmodule. Aber auch für größere Hybridbauteile ist MMS gut aufgestellt, hier wird auf die Integration von hochwertigen, in der Regel vertikalen Standard Spritzgießmaschinen, gesetzt. "Unsere Präferenz ist Engel, aber wenn der Kunde eine Arburg-Maschine integriert haben will, dann bekommt er sie auch," sagt Buxbaum. Diese kundenorientierte Flexibilität verschafft dem Unternehmen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Ein herausragendes Beispiel für die Innovationskraft von MMS ist die Entwicklung von Spezialmodulen für den Bereich der Elektromobilität. Besonders hervorzuheben ist die Produktion von Luftfedern, die vermehrt auch in Mittelklassefahrzeugen Einzug halten. "Wir arbeiten an Verfahren, die es ermöglichen, diese Bauteile kosteneffizient und in großen Stückzahlen herzustellen," erklärt Buxbaum. Diese Expertise hat MMS einen festen Platz in der automobilen Wertschöpfungskette gesichert.
Unser großer Vorteil ist, dass wir die komplette Prozesskette abdecken können.
Ganzheitliche Lösungen mit hohem Exportanteil
Mit einem Exportanteil von 100 Prozent liefert MMS seine Anlagen nach China, Mexiko und viele weitere Länder. "Unser großer Vorteil ist, dass wir die komplette Prozesskette abdecken können. Schnittstellenprobleme zwischen Stanzen, Spritzgießen und Automatisieren entfallen, da wir alles aus einer Hand anbieten," hebt Buxbaum hervor. Das Unternehmen fertigt in-house kritische Komponenten wie formgebende Bauteile, Schnittelemente, Greifer und aktive Elemente, während für größere CNC-Bearbeitungen Partner aus der näheren Umgebung aushelfen. "Wir konzentrieren uns auf unsere Kernkompetenzen und arbeiten mit bewährten Partnern zusammen, um höchste Qualität zu gewährleisten," so Buxbaum.
MMS entwickelt nicht nur Maschinen, sondern auch eigene digitale Lösungen. Ein Beispiel dafür ist das Augmented-Reality-System „MaintainAR“ zur Fernwartung. "80 Prozent der Probleme können wir heute remote lösen, ohne einen Techniker vor Ort zu schicken," berichtet Buxbaum. Die Plattform ermöglicht zudem Schulungen und Dokumentationen in Echtzeit und wird mittlerweile auch anderen Maschinenbauern angeboten. "Unsere Kunden schätzen die Effizienzgewinne durch digitale Vernetzung enorm," ergänzt er.
Wir müssen uns darauf einstellen, dass ein Großteil der Produktion nach Asien verlagert wird.
Herausforderungen und neue Märkte
Trotz des Erfolgs steht das Unternehmen vor Herausforderungen. "Die Personalgewinnung ist eine der größten Hürden," sagt Buxbaum. Um dem entgegenzuwirken, bildet MMS eigene Mechatroniker und Werkzeugbautechniker aus. Zudem expandiert das Unternehmen weiter in neue Technologiebereiche und Märkte. "Unser Ziel ist es, unsere Expertise in neue Anwendungsfelder zu übertragen," sagt Buxbaum.
Der Trend zur Elektromobilität sieht Buxbaum als Chance: "Die steigende Sensorik in modernen Fahrzeugen spielt uns in die Karten. Wir müssen uns aber auch darauf einstellen, dass ein Großteil der Produktion nach Asien verlagert wird." Dennoch bleibt MMS optimistisch und setzt auf nachhaltige Wachstumsstrategien.
Das Berndorfer Unternehmen hat sich als innovativer und flexibler Partner für anspruchsvolle Produktionssysteme etabliert. Mit dem Fokus auf Modularität, Digitalisierung und Kundennähe ist das Unternehmen bestens für die Zukunft gerüstet. "Wir wollen weiterhin Vorreiter in der Branche sein und mit unseren Kunden wachsen," resümiert Buxbaum. Mit dieser Strategie dürfte MMS auch in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle im heimischen Sondermaschinenbau spielen.