Autozulieferer mit starkem Umsatzrückgang : Mahle-Chef: "Brauchen grundsätzliche Überarbeitung der CO2-Regulierung"

Arnd Franz, CEO von LKQ Europe vor dem STAHLGRUBER Verkaufshaus in Wolfschlugen (Nürtingen) / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/150181 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/LKQ Europe"

Laut Mahle-Chef Arnd Franz haben sich die Märkte schwächer entwickelt als erwartet.


 

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"Alle Automobilhersteller waren bemüht, ihre Kapazitäten den schwierigen Bedingungen anzupassen. Das schlägt dann natürlich auf die Zulieferer durch." 2024 sei ein sehr anspruchsvolles Jahr gewesen. Die Märkte hätten sich teilweise schwächer entwickelt als erwartet, vor allem in Europa und Nordamerika, sagt Franz. Asien sei vom Umsatzrückgang nicht so stark betroffen gewesen. China habe für Mahle keine Wachstumsimpulse gebracht. Indien und Südamerika hingegen hätten sich positiv entwickelt. 

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Im vorläufigen Umsatz von 11,7 Milliarden Euro sind nach den Worten von Franz etwa 300 Millionen Euro enthalten aus Geschäft, von dem man sich getrennt habe. Zum Ergebnis machte er keine konkreten Angaben, betonte aber: "Auch 2024 bleiben wir aus heutiger Sicht profitabel." Der Ausblick für das laufende Jahr habe sich in den letzten Wochen noch einmal deutlich eingetrübt. Es sei sehr schwierig, Vorhersagen zu treffen. Die Nachfrage durch die Autohersteller werde weiterhin sehr verhalten sein, und die politische Großwetterlage mache es nicht einfacher.

Zwei Werke geschlossen

Aktuell erwirtschaftet der Zulieferer bereits über 60 Prozent seines Umsatzes unabhängig vom Pkw-Verbrennungsmotor, wie Franz berichtete. Mahle befindet sich gleichfalls wie andere Zulieferer im Umbau - weg vom Verbrenner hin zur Elektromobilität. Vor diesem Hintergrund wurden Ende 2024 wie bereits bekannt die Werke in Gaildorf (Kreis Schwäbisch Hall) und im österreichischen Mattighofen geschlossen. In den USA soll im ersten Quartal 2025 eine Produktionsstätte in Charleston dicht gemacht werden. Aktuell gibt es 18 Werke in Deutschland. Ende Juni waren im Inland 9.990 Personen beschäftigt und 69.529 Menschen weltweit.

Franz sagt, Mahle habe große Fortschritte gemacht bei der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Standorte. Für die dortigen Beschäftigten gilt eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2025. Zu den strikten CO2-Zielen in der Europäischen Union sagte der Chef des Automobilzulieferers: "Wir brauchen eine grundsätzliche Überarbeitung der CO2-Regulierung, die nicht nur die Auspuffemissionen berücksichtigt, sondern eine ganzheitliche Lebenszyklusbetrachtung vorsieht und Platz für Hybridantriebe und fortschrittliche nachhaltige Kraftstoffe lässt." Notwendig seien alle Technologien, um CO2 schon in diesem Jahrzehnt zu reduzieren. "Europa muss sich entscheiden, ob es einen Sonderweg gehen will." Ab 2035 soll in der EU ein Verbrennerverbot gelten.