Maschineller Helfer

Wo Melecs EWS kollaborative Roboter einsetzen will

Schon in wenigen Monaten wird ein kollaborativer Roboter die Mitarbeiter des Elektronikfertigung-Dienstleisters Melecs EWS beim Verpacken von Komponenten unterstützen.

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Melecs EWS Fraunhofer Austria Universal Robots Robotik Cobot Automation

Das Werk des Elekronikfertigungsdienstleisters Melecs begrüßt bald seinen ersten maschinellen Arbeitskollegen. Ab Mai soll dort ein Cobot Mitarbeiter von monotonen Tätigkeiten befreien.

 

Noch hat der neue Mitarbeiter keinen Namen. Vielleicht  wird er den auch nie haben, schließlich ist er ein Cobot, ein kollaborativer Roboter. Der maschinelle Arbeitskollege wird künftig die Mitarbeiter des Elektronikfertigungs-Dienstleisters Melecs EWS im Werk Siegendorf beim Verpacken von Elektronikkomponenten unterstützen. Konkret wird die Arbeitsaufteilung so aussehen: Nachdem die menschlichen Kollegen die zirka fünf Zentimeter großen empfindlichen Elektronikkomponenten bearbeitet haben, werden sie dem kollaborativen Leichtbauroboter übergeben. Dieser scannt sie, schlichtet sie in eine Kunststofftasse und verstaut diese in einem Transportbehälter. Eine extrem monotone Aufgabe, von der Produktionsleiter Ing. Markus Lang seine Mitarbeiter gerne befreien möchte.

Seite an Seite miteinander arbeiten

Dienstantritt in einer Anlage, die gemeinsam mit Fraunhofer Austria Research entwickelt wurde, wird für den Leichtbauroboter von Universal Robots voraussichtlich im Mai sein. Derzeit wird er in der Pilotfabrik Wien Aspern gewissermaßen eingeschult. Also mit allen Teilen der Anlage aufgebaut, programmiert und getestet. „Beispielsweise geht es darum zu schauen, ob der Roboterarm lang genug ist“, beschreibt Fabian Ranz von Fraunhofer Research Austria eine Aufgabenstellung. Darüber hinaus läuft das gegenseitige Kennenlernen zwischen dem Roboter und seinen menschlichen Kollegen. Schließlich müssen sie demnächst Seite an Seite miteinander arbeiten. Genau diese Zusammenarbeit ist für Ranz eine der wesentlichsten Herausforderungen. Schließlich muss die Sicherheit der Mitarbeiter, die in dessen unmittelbarer Nähe arbeiten, gewährleistet sein.

Georg, Loisel © Melecs EWS

Melecs EWS goes Cobot: Georg Loisel, Leiter Qualitätsmanagement und Produktionssysteme, erwartet in seinem Werk bald seinen ersten maschinellen Arbeitskollegen. Ab Mai soll dort ein kollaborativer Roboter Mitarbeiter von monotonen Tätigkeiten befreien.

 

 

Möglich wird das mittels Sensoren, die dank ihrer Sensibilität rechtzeitig Zusammenstöße mit Menschen oder Gegenständen erkennen und den Roboter verlangsamen oder stoppen. Wobei nicht immer der Roboter per se gefährlich ist. Dieser ist mit den heutigen Sensoren recht ungefährlich. „Hat er aber ein spitzes Werkzeug in der Hand, um beispielsweise eine Schraube fest zu ziehen, sieht das anders aus“, so Ranz. Ebenfalls spannend: Jene Aufgaben herauszufinden für die ein Cobot überhaupt in Frage kommt. Anders als bei Menschen, sind die maschinellen Helfer nicht so schnell darin sich neue Aufgaben anzueignen. Dafür müssen sie erst mal anders programmiert und umgebaut werden. „Geeignet sind also vor allem sich wiederholende monotone Tätigkeiten“, sagt Ranz.

Weitere Einsatzgebiete für den Melecs-Cobot

Wie eben in Siegendorf das Verpacken der Melecs-Produkte. „Wir produzieren im Drei-Schicht-Betrieb teilweise Millionen-Stückzahlen pro Jahr“, so Loisel. Ziel sei es daher, den Menschen bei diesem Arbeitsschritt durch den Roboter zu ersetzen und so letztendlich die Produktivität zu steigern und die Qualität abzusichern. Die Mitarbeiter werden stattdessen an hochwertigeren Arbeitsplätzen eingesetzt. Bei stetig steigenden Produktionsvolumen ein notwendiger Schritt. Die Bedienung des Roboters und etwaige Störungsbehebungen übernehmen die Mitarbeiter des vorgelagerten Arbeitsplatzes. Dass die Entwicklung und Inbetriebnahme einer Anlage mit einem Leichtbauroboter rascher vonstatten geht als bei einer Anlage mit einem konventionellen Industrieroboter, die sich übrigens in den Melecs-Werken Wien, Siegendorf und in China ebenfalls finden, ist für Loisel ein weiterer Vorteil. Gleiches gilt für die Kosten: „Wir erwarten uns, dass Anlagen mit Leichtbaurobotern einen reduzierten Investitionsaufwand bedeuten. Das sollte durch geringeren Entwicklungsaufwand, und Kosten für Peripherie und Sicherheitstechnik entstehen“, so Loisel. Die Pilotphase wird also zeigen, ob sich die gesteckten Ziele tatsächlich realisieren lassen. Geht alles gut, könnte der erste Melecs-Cobot durchaus Gesellschaft bekommen. Weitere Einsatzmöglichkeiten hätten sich bereits abgezeichnet, wie etwa das Einlegen von Teilen in Bearbeitungs- und Prüfanlagen.

Veranstaltungstipp: Mehr zu dem innovativen Cobot-Projekt hören Sie auf der Success in Industry

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