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Wie Nokia den Markt industriellen IoT Markt erobern will

Nokia hat das US-Unternehmen Space Time Insight gekauft. Der finnische Netzwerkausrüster will damit verschärft in den Markt für industrielle IoT-Anwendungen einsteigen. Der Kaufpreis bleibt geheim.

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Die Zukunft von Nokia liegt in der Fabrik. 

Space Time Insight wurde 2008 in Kalifornien gegründet.  Schwerpunkt der Arbeit der Softwareentwickler ist der Betrieb und die Analyse industrieller IoT-Geräte. Die Anwendungen nutzen maschinelles Lernen zur Echtzeit-Auswertung von Sensor- und Betriebsdaten. Vor allem Industrien mit vielen IoT-Geräten gehören zu den Kunden der Amerikaner. Dazu zählt die Energiebranche oder die Logistik. FedEx, NextEra Energy, Singapore Power und Union Pacific Railroad zählen zu den Kunden. Nokia könnte mit dem Erwerb seine Kompetenz im Bereich Predictive Maintenance ausbauen, schreiben Anaylsten. Nokia verbinden viele Marktbeobachter zunächst nicht mit dem IoT, aber die Finnen sehen in der Vernetzung der Geräte eine große Chance für ihr Geschäft. TechCrunch berichtet darüber hinaus, dass Nokia auch ein eigenes IoT-Netzwerk aufbauen will, das man Kunden als Service anbieten werde. 

Die Zahlen fordern Nokia zum handeln: Im ersten Quartal fielen die Erlöse im Jahresvergleich um 9 Prozent auf 4,93 Mrd. Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Analysten hatten zwar mit einem weiteren Rückgang gerechnet - nicht aber in diesem Ausmaß. Der um Sonderposten bereinigte Gewinn sank zudem um ein Drittel auf 239 Mio. Euro. Unterm Strich fiel der Verlust mit 188 Mio. Euro immerhin deutlich geringer aus als ein Jahr zuvor mit 488 Mio. Euro.

Grund zur Hoffnung

Nokia feierte auf der Hannover Messe ein öffentlichkeitswirksames Comeback in der Industrie und präsentierte erste Anwendungen für industrielle Anwendungen. Mit Partnern wie ABB und Harting zeigte Nokia das Prinzip einer modularen Fabrik. In dem Container stand eine Fuji-SMT-Maschine. Sie kann innerhalb weniger Stunden verpackt, transportiert und wieder in Betrieb genommen werden, versichern die Partner. Das Netzwerk, sprich die Kommunikation, verantwortet Nokia, Harting liefert die RFID-Technologie und ABB die Robotik. Die Macher versprechen, dass der Container problemlos an die Systeme vor Ort angedockt werden kann.

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