Studie

Warum deutsche Logistiker auf künstliche Intelligenz setzen

70 Prozent der deutschen Logistiker sind für den Einsatz künstlicher Intelligenz, um ihre Marktchancen zu erhöhen. Das fand der Logistic-Trend-Index 2017 heraus. Welche Rolle dabei der Mensch noch spielen soll, wollen die Logistiker auch wissen.

Logistik Messe München Künstliche Intelligenz Industrie 4.0

Skepsis bleibt: Intelligente Maschinen sollen den Menschen die Arbeit nicht vollständig aus der Hand nehmen, ist zumindest die Logistik überzeugt. 

70 Prozent der deutschen Logistiker sind dafür, heute schon den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) auf eigene Marktchancen zu überprüfen. 64 Prozent der Fach- und Führungskräfte bewerten insbesondere selbstfahrende Autos als wichtig, um im Geschäft von Industrie 4.0 erfolgreich zu sein. Allerdings sehen die Manager Risiken in der KI, wenn es um die Akzeptanz geht – sowohl bei Kunden als auch bei eigenen Mitarbeitern. Das sind Ergebnisse des Logistic-Trend-Index 2017 der weltweiten Leitmesse transport logistic in München. 

Mit Logistikplattformen in der Cloud und Big-Data-Anwendungen wie sie beispielsweise von MAN auf der transport logistic gezeigt werden, sind bereits erste Meilensteine gesetzt, um die drittgrößte Branche in Deutschland digital zu revolutionieren. KI wird von den Entscheidern der Logistikbranche als wichtige Zukunftstechnologie gesehen, um etwa Fahrzeuge lernen zu lassen, ihre Umgebung zu strukturieren und in Echtzeit auf den Straßenverkehr zu reagieren. Davon profitieren beispielsweise Auslieferungsdienste auf der letzten Meile zum Kunden oder Steuerungssysteme für die Routenplanung. 

Intelligente Maschinen sollen Menschen nicht komplett ersetzen 

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82 Prozent der deutschen Logistiker sind allerdings der Meinung, dass  intelligente Maschinen den Menschen die Arbeit nicht vollständig aus der Hand nehmen sollten, sondern nur assistieren dürfen. Zudem beobachtet aktuell die große Mehrheit der Branchenexperten (70 Prozent)  eine ablehnende Haltung bei den Mitarbeitern gegenüber der künstlichen Intelligenz. In der Aus- und Weiterbildung sehen die Fach- und Führungskräfte daher zahlreiche Ansatzpunkte, das künftige Zusammenspiel von Mensch und Maschine besser zu adressieren: So will sich die große Mehrheit darauf konzentrieren, im eigenen Hause die notwendigen Kompetenzen für die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine zu vermitteln (85 Prozent). Im Rahmen der Mitarbeiterausbildung soll sowohl die Datenauswertung (87 Prozent) als auch  die Fähigkeit professionalisiert werden, Entscheidungen in der digitalen Transformation effizienter zu treffen (86 Prozent). Nur wenn die notwendigen Kompetenzen in den Unternehmen verankert sind, lassen sich die Chancen der Digitalisierung realisieren.