Gewinneinbruch

Voestalpine verzeichnet Minuszahlen im Halbjahresergebnis

Die Voestalpine hat im Gegensatz zu den Erwartungen des Vorstands und zum guten Ergebnis im Vorjahr schlechte Zahlen veröffentlicht. In Europa, wo der Technologiekonzern mehr als zwei Drittel des Umsatzes erwirtschaftet, war der Gewinneinbruch am deutlichsten spürbar. Das Ergebnis nach Steuern fiel um 64 % geringer aus als im Vorjahr. Welche Faktoren für die schlechten Ergebnisse verantwortlich sind und wie der Vorstand das nächste Geschäftsjahr prognostiziert.

voestalpine Geschäftsergebnis Stahlindustrie Automobilindustrie

Herbert Eibensteiner, Vorstandsvorsitzender der Voestalpine, äußert sich zu dem Gewinnrückgang: „Der seit Beginn dieses Geschäftsjahres zunehmende konjunkturelle Abschwung in unseren wesentlichen Märkten verbunden mit äußerst herausfordernden Rahmenbedingungen im Stahlsektor führten im ersten Halbjahr 2019/20 zu einer Verringerung in allen Ergebniskategorien des Voestalpine-Konzerns. Um eine ehestmögliche Ergebnisstabilisierung sowie Stärkung der Finanzierungskraft sicherzustellen, arbeiten wir derzeit mit Hochdruck an der Umsetzung von Kostensenkungs-und Effizienzsteigerungsprogrammen im gesamten Konzern.“

Schlechte Ergebnisse liegen an Konjunktur-Abkühlung im Automobil-Bereich
Zu Beginn des Geschäftsjahres 2019/20 rechnete man mit guten Ergebnissen. Warum der Gewinn so zurückgegangen ist, liegt an einigen Faktoren, die der Vorstand nennt. Es gab sowohl eine Abkühlung der Konjunktur in den für den Stahlkonzern wesentlichen Märkten als auch einen Rückgang der Automobilkonjunktur. Im Stahlbereich wurden die Bedingungen durch hohe Rohstoffkosten bei sinkenden Verkaufspreisen und unverändert hohen Stahlimporten nach Europa verschärft. Weiterhin machen auch die finanziellen Aufwände für CO2-Zertifikate in der EU sowie unternehmensintern die Hochlaufkosten beim Automotive-Werk in Cartersville, USA, zu schaffen.

Eibensteiner meint: „Gleichzeitig möchte ich betonen, dass sich unsere konsequente strategische Ausrichtung zum Spezial-und Gesamtsystemanbieterin diesen fordernden Zeiten bezahlt macht. So verzeichneten etwa die Technologiebereiche Bahninfrastruktur, Luftfahrt, Lagersysteme und Schweißtechnik im ersten Halbjahr trotz Konjunkturabschwungs eine stabile Entwicklung.“

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Weniger Investitionen und weniger Mitarbeiter
Der Voestalpine-Konzern will nun seine Investitionstätigkeit reduzieren. Das größte derzeit stattfindende Investitionsvorhaben, der Bau eines neuen High-Tech-Edelstahlwerkes um bis zu 350 Mio. EUR am Standort Kapfenberg, schreitet jedoch weiter planmäßig voran und soll 2021 seinen Betrieb aufnehmen. Auch die Mitarbeiterzahl sank um 1,3%.

Aussicht in die Zukunft
„Aus heutiger Sicht erwartet der Vorstand der Voestalpine daher für das Geschäftsjahr 2019/20 ein EBITDA in einer Größenordnung von in etwa 1,3 Milliarden Euro und liegt damit im Wesentlichen im Rahmen der Markterwartung“, so Eibensteiner.

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