Europarekordversuch “The Hound” 2019

The Hound 2019: TU Wien will Raketenrekord brechen

Das Space Team der TU Wien will es wieder wissen: In Nevada (USA) werden in zwei Tagen gleich zwei Raketen gestartet, die rekordverdächtige Höhen erreichen sollen. Der Europarekord für Experimentalraketen von 32,3 Kilometer soll gebrochen werden.

TU Wien Forschung & Entwicklung Raumfahrt

Zwischen 20. und 22. September 2019 wird das TU Wien Space Team in zwei Raketenstarts einen Versuch unternehmen die Grenze des Weltalls zu erreichen und den studentischen Europarekord für Experimentalraketen (aktuell: 32,3km) nach Österreich zu holen.

Wenn alles perfekt klappt, sollte die Rakete eine Höhe von über 100 km erreichen – den Bereich, wo die Atmosphäre dünn wird und der Weltraum beginnt. Das Space Team der TU Wien, ein Verein, der sich aus Studierenden unterschiedlichster TU-Studienrichtungen zusammensetzt, wird in der Wüste von Nevada versuchen mit zwei selbst entwickelten zweistufigen Raketen Rekorde zu brechen. Der bisherige europäische Rekord für studentische Teams liegt bei 32,3 km.
Beim letzten Versuch im vergangenen Jahr konnte das Ziel noch nicht erreicht werden. Nun versucht es das Team noch einmal. Der Start ist zwischen 20.9 und 22.9 geplant – auf der Website des Space Teams werden laufend Updates gepostet.

Viel Know-How an der TU Wien

Das Space Team hat schon mehrfach mit bemerkenswerten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. Verschiedene Raketen wurden erfolgreich gestartet, ein Mini-Satellit wurde gebaut und sendet bis heute Daten aus seinem Orbit, ein neuartiges Bergesystem wurde entwickelt, mit dem Sonden ohne Fallschirm unbeschadet aus dem Weltraum auf die Erde zurückkehren können.

Die technischen Herausforderungen, die es für den Rekordversuch zu überwinden galt, sind gewaltig: 
Etwa dreieinhalb Sekunden lang brennt die erste Stufe der Rakete. Diese wird dann vom Rest getrennt und die Oberstufe gleitet fünfzehn Sekunden weiter, bis sie dann in einer Höhe von ungefähr zwölf Kilometern gezündet wird. Möglich wird das durch ein ausgeklügeltes Elektronik-System, das vom Space Team selbst entwickelt und gebaut wurde. 

Zündung wurde überarbeitet

„Das ist eine herausfordernde Aufgabe, bei der es unzählige Dinge wie Sicherheit und Zuverlässigkeit zu beachten gibt“, sagt Projektleiter Christoph Fröhlich. „Beim letzten Versuch war ein Sicherheitsmechanismus nicht richtig verkabelt. Dieses Jahr starten wir die Rakete noch einmal, und zusätzlich versuchen wir es noch mit einer in Details verbesserten zweiten Rakete. Vor allem die elektronischen Systeme sowie die Oberstufenzündung wurden überarbeitet.“

Wahl der Materialien

Beide Raketen sind jeweils knapp vier Meter lang und wiegen (inklusive Treibstoff) je ca. 30 kg. Wichtig war bei der Entwicklung die Wahl der richtigen Materialien, die der extremen Belastung standhalten – etwa spezielle glasfaserverstärkte Polymere. Durch den starken Luftwiderstand wird die Rakete nämlich extrem heiß. Bei Atmosphärendruck auf Seehöhe würde eine solche Rakete verbrennen, doch weil der Luftdruck und somit auch der Luftwiderstand nach oben abnimmt, hofft das Team den bisherigen Europarekord für studentische Teams von 32,3 km deutlich zu übertreffen. Einen Weltrekord zu erzielen ist möglich, wenn auch schwierig: Ein Team der University of Southern California hat nämlich inzwischen 100 km erreicht. „Welche Höhe wir im Idealfall erreichen können, ist schwer zu sagen, weil die Simulationsrechnungen da auf recht unterschiedliche Ergebnisse kommen. Letztlich werden wir es erst wissen, wenn wir die Sensordaten nach dem Flug analysieren.“, sagt Christoph Fröhlich.

Website mit Zusatzinfos, Videos und einem Live-Ticker für Interessierte gibt es hier. 
 

Verwandte tecfindr-Einträge