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sdbn Solutions: Startup will das Chaos an Ladezonen beseitigen

Planlosigkeit und Chaos an der Ladezone lassen sich mit einer cleveren Software-Lösung vermeiden. Wie das funktioniert, zeigt das deutsche Start-up sdbn Solutions.

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Das Start-up sdbn Solutions aus Karlsruhe hat eine Software entwickelt, mit deren Hilfe sich das Chaos auf dem Frachthof vermeiden lässt.

Es ist gar nicht so selten das Bild, das vor Lager- und Produktionshallen bei Industrieunternehmen zu sehen ist: An den Verladerampen alle Plätze besetzt, andere Lkw warten auf dem Frachthof zum Andocken vor einem Tor. Das Warten auf das Zeitfenster an der Rampe müsste gar nicht sein, denn mit einer cleveren Software-Lösung lässt sich das Lkw-Management vor den Hallen optimal steuern. Das spart Kosten und Zeit. Das deutsche Start-up sdbn Solutions in Karlsruhe hat mit „Traffic Management & Control“ (TMC) eine Software entwickelt, mit deren Hilfe Chaos auf dem Frachthof vermieden wird.  „Wir ermöglichen den Anwendern mit TMC den Schritt in das digitale Zeitalter, ohne in ihre Prozesskette einzugreifen. Lösungen „von der Stange“ zu nutzen birgt in meinen Augen die Gefahr, Abläufe der Technik unterzuordnen und dadurch ihre Struktur zu verändern“, erklärt Sebastian Odrich, einer der Mitbegründer des 2015 gegründeten Software-Unternehmens gegenüber Factory.

Systematische Frachthofverwaltung

TMC unterstützt die systematische Frachthofverwaltung bei der Koordination sämtlicher Betriebsabläufe in der Intralogistik , Verzögerungen lassen sich durch ein Zeitfenstermanagement systematisch umgehen, weil TMC die Fahrzeugbewegungen auf dem Frachthof akribisch genau plant und steuert. Da sich dank TMC immer nur genauso viele Lkw auf dem Areal befinden wie notwendig und fußläufige Bewegungen vermieden werden, sinken nicht nur die Kosten, sondern erhöhen sich Durchlaufzeiten und werden Kapazitäten freigespielt. Und nicht zuletzt auch die Sicherheit auf dem Vorhof erhöht. So funktioniert TMC in der Praxis: Erfolgt eine Anmeldung über das Zeitfenstermanagement, beginnt der Prozess beispielsweise einer Warenanlieferung oder eines -abtransports bereits im Voraus. Wie bei einem Stundenplan tragen Spediteure, die die Software nutzen, freie Zeitfenster selbst ein: Hier optimiert die Spedition ihre Wartezeit, indem sie Anfahrt und Pausen des Fahrers auf das Bearbeitungsfenster hin ausrichtet. TMC hilft auch eine Wegeplanung zu erstellen und die Lkw-Fahrer ins Werk zu rufen. 

Sebastian, Odrich, sdbn, Solutions © sdbn Solutions

„Wir ermöglichen den Anwendern mit Traffic Management & Control den Schritt in das digitale Zeitalter, ohne in ihre Prozesskette einzugreifen." Sebastian Odrich, Mitbegründer sdbn Solutions

White Paper zum Thema

Engpässe und Schwierigkeiten im Blick

Treffen an- und abtransportierende Lkw zu früh oder verspätet auf dem Frachthof ein, hilft die Software dabei, situationsbedingt schnell Lösungen zu schaffen sowie Fahrzeugbewegungen effizient zu steuern und zu planen. Während der Steuerung der Anfahrten auf dem Werksgelände schafft das Tool einen Überblick über freie Be- und Entladeplätze und bildet eine effiziente Kommunikation mit dem Fahrer und dessen Steuerung auf dem Unternehmensareal ab. Zusätzlich unterstützt es verschiedene Aspekte des Verladeprozesses. So lassen sich beispielsweise Dokumentationen und Reklamationen mit der Software bearbeiten. Durch die Anbindung in das übergeordnete ERP-System stehen sämtliche Daten zur Weiterverarbeitung an den einzelnen Schnittstellen zur Verfügung. Auf diese Weise verschaffen Verantwortliche ihren Mitarbeitern Raum zur Bearbeitung einzelner Aufträge und gewährleisten gleichzeitig den reibungslosen Übergang von der Intralogistik zum nachgelagerten Transport. Während und nach der Verarbeitung bietet die Software Möglichkeiten Engpässe und Schwierigkeiten zu erkennen und zu analysieren. 

Mehrsprachig und im Echtzeit-Messengermodus

Doch damit nicht genug: Die Frage ist nämlich, wie können fremdsprachige Lkw-Fahrer TMC nutzen? Das ist ein kein Problem, versichert Ordrich. Wird TMC verwendet, lässt sich der Handyclient „sdbn Global Connect“ in das System einbinden. Damit werden mobile Endgeräte ohne Reibungsverluste in die Arbeitsabläufe integriert. Sämtliche Nutzer und in diesem Beispiel die Lkw-Fahrer werden über QR-Codes, SMS oder E-Mails in das bestehende System in Intralogistik, Kommunikationsabläufe und Entscheidungsfindungen eingebunden. Steht auf dem Frachthof beispielweise zwischen 10:30 und 10:45 das Tor 4b an Rampe 2 zur Be- und Entladung zur Verfügung, sendet der Messenger an alle infrage kommenden Lkw-Fahrer die Anweisung, zu dieser Zeit an diesem Ort einzutreffen.

Ausweitung auf den europäischen Markt

Über die an das TMC angebundene Smartphone-App werden alle Anweisungen und Informationen in verschiedenen Landessprachen an die Lkw-Fahrer übertragen. Für sie besteht zu jeder Zeit die Möglichkeit, die Fragen, Anweisungen und Antworten in einer der verfügbaren Landessprachen zu sehen. Der bereits erfolgten Kommunikationsverlauf bleibt verfügbar. Über den Messenger gesendete Benachrichtigungen können zusätzlich vom Fahrer beantwortet werden. Für sie stehen beispielsweise zwei Antwortmöglichkeiten bereit: „Ok“ als aktive Bestätigung oder „Ich werde mich um XX Minuten verspäten“. Bei ausbleibenden Antworten oder Änderungen im Ablauf reagiert das Tool automatisiert und nimmt notwendige Anpassungen beim Be- oder Entladeprozesse vor. Auf dem österreichischen Markt ist TMC noch nicht präsent, „wir haben aber großes Interesse unser Netzwerk auf den gesamten europäischen Raum auszuweiten“, kündigt Odrich an. 

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