Energie

Schluss mit A+++: Das bringt das neue Energielabel

Bisher waren die Energieeffizienzlabel unübersichtlich gestaltet. Mit der neuen EU Verordnung soll sich das ändern. Was die neue Bewertungsskala von A bis G bedeutet.

Austrian Energy Agency Energie Energieeffizienz

Anfang des Jahres 2020 werden die ersten neuen Energielabel am Markt eingeführt.

Energieverbrauch ist den Menschen ein Anliegen, immerhin 85 % der Bürgerinnen und Bürger in Europa achten beim Kauf eines Produkts auf das Energieeffizienzlabel1. Dieses ist teilweise jedoch mit einer verwirrenden Klassifizierung mit diversen Pluszeichen unübersichtlich und wird daher geändert. Die entsprechende Verordnung wurde nun im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. „Das neue System soll es den Kunden ermöglichen, einfacher effiziente Produkte zu erkennen und auszuwählen und so den Energieverbrauch und ihre Stromrechnung zu senken“, erläutert Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, die Ziele der neuen Kennzeichnung. „Gleichzeitig soll die überarbeitete Kennzeichnungsskala für Hersteller ein Anreiz für Innovationen und den Einsatz neuer Technologien in energieeffizienten Produkten sein.“

Pro Haushalt jährlich beachtliche Einsparungen möglich

Laut Berechnungen der EU-Kommission wird das überarbeitete Energieeffizienzlabel gemeinsam mit den Mindesteffizienzstandards (sogenannte Ökodesign-Verordnungen) den Haushalten jedes Jahr Einsparungen bringe, die je nachdem welche Geräte ersetzt werden, einen dreistelligen Eurobetrag ausmachen können.

Neue Skala: Zum Start kein Produkt in der Klasse A

Derzeitig gibt es für manche Produktgruppen eine Skala von A+++ bis G, die nun durch eine klare und nutzerfreundlichere Skala von A bis G ersetzt wird. Die ursprüngliche Kennzeichnung wurde für manche Produktgruppen bereits im Jahr 1992 eingeführt. Auch damals war die Geräteklasse A für die besten Geräte am Markt vorgesehen. Mit der Zeit kamen jedoch sparsamere Modelle auf den Markt, daher wurde die Skala um Plus-Symbole erweitert. Diese Einordnung in die Klassen A+ bis A+++ ist jedoch sehr unübersichtlich, da zwischen den Produkten deutliche Unterschiede bei der Energieeffizienz bestehen können. Außerdem wirkt dieser graduelle Unterschied auf Konsumentinnen und Konsumenten weniger motivierend, ein energieeffizienteres Produkt zu kaufen, als ein Unterschied zwischen C und A.

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„Damit dieser Effekt über die Jahre nicht wieder eintritt, wird beim neuen Labelkonzept wieder das System der A-G Klassifizierung eingeführt, jedoch auf entsprechend höherem Level. Dies lässt erwarten, dass eine Erweiterung um neue Effizienzklassen und verwirrende Plus-Zeichen in den nächsten Jahren nicht mehr stattfinden wird“, erläutert Traupmann. Es wird eine Anpassung der Klassengrenzen durchgeführt, sobald 30 % der auf dem EU-Markt verkauften Produkte in die oberste Energieeffizienzklasse A fallen, oder wenn 50 % dieser Produkte in die obersten zwei Energieeffizienzklassen A und B fallen. „Was zum Start des neuen Labels besonders auffallen wird: Die neue Skala wird so streng sein, dass es zum Zeitpunkt der Einführung noch keine A-Klasse-Produkte geben wird“, so Traupmann. Darüber hinaus werden die untersten Klassen, wenn diese auf Grund der EU-Mindesteffizienzstandards nicht mehr erlaubt sind, grau dargestellt werden.

Öffentliche Online-Datenbank und weitere Maßnahmen

Zusätzlich wird eine öffentliche Online-Datenbank geschaffen werden. Ein zentrales Produktregister soll zudem die Mitgliedsstaaten bei der Marktüberwachung unterstützen. In Österreich können sich Konsumentinnen und Konsumenten dafür bereits heute auf der Plattform www.topprodukte.at - ein Service von klimaaktiv, der Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft – über die effizientesten Produkte informieren. Label erst in den kommenden Jahren im Handel Die überarbeitete Rahmenverordnung zur Energieverbrauchskennzeichnung wurde am 28. Juli 2017 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht3. Auf Grund von Übergangsbestimmungen wird das Label im Lauf der kommenden zwei bis drei Jahre sukzessiv für die unterschiedlichen Produktgruppen eingeführt werden.