Steuerungen

Robotik und SPS: B&R und Keba vorne dabei

Lob von einem Industrie 4.0-Vordenker für zwei österreichische Unternehmen: Prof. Martin Ruskowski vom DFKI in Kaiserslautern forscht zur Produktion der Zukunft und verrät im Interview, warum sich Roboter und SPS annähern und wie sich die Programmierung verändern wird.

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Automation B&R Keba ABB SPS Steuerung Robotik Industrie 4.0

Früher bei Kuka, heute in der Forschung: Prof. Dr. Martin Ruskowski vom DFKI. 

Factory: Haben die Roboterhersteller in den letzten Jahren Trends verschlafen? 

Martin Ruskowski: Das würde ich nicht sagen. Auch die großen Anbieter wie KUKA mit dem LBR iiwa und dem neuen LBR iisy oder ABB mit dem Yumi tummeln sich im Markt der kollaborativen Roboter. Daneben haben Fanuc, ABB, Kuka oder Yaskawa aber auch ihre klassischen Roboter in vielen Details verbessert, haben sich dabei aber auch alle aneinander angenähert. Wettbewerber nutzen mittlerweile oft die gleichen Getriebe und Motoren. Es haben sich nur unterschiedliche Klassen herauskristallisiert. Diese Entwicklungen dürfen auch niemanden verwundern, denn Industrierobotik-Zellen müssen laut vieler Kundenanforderungen mindestens 12 Jahre laufen und in einigen Bereichen werden sogar 20 Jahre erwartet. Wir haben es also mit eher langen Investitions- und Innovationszyklen zu tun, die bei den großen Herstellern im Mittelpunkt stehen. 

Das ist eine Chance für die kleinen Unternehmen. 

Martin Ruskowski:  Ja, viele Innovationen, die wir heute auch in der Industrierobotik übernehmen, stammen von kleineren Anbietern, Ausgründungen oder Startups, die sich eine Nische für ihre Anwendungen suchen. Die großen Anbieter agieren zunächst in klassischen Märkten, adaptieren die neuen Technologien wie moderne Bedienoberflächen und müssen darunter ihre Komplexität verdecken. 

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In der SPS-Welt verabschieden sich manche Hersteller langsam aber stetig von der IEC 61131 – verändert sich damit auch die Robotikprogrammierung? 

Martin Ruskowski: Plug and Play muss vor allem bei den neuen kollaborativen Robotern funktionieren. Wir wissen alle, dass Roboter nicht optimal programmiert sind und manche Roboterhersteller arbeiten an C++ oder an Sprachen wie strukturiertem Text. Aus meiner Sicht hat die IEC61131 eine wichtige Berechtigung, aber ich denke, wir erleben in der Robotik eine ähnliche Entwicklung wie bei den Werkzeugmaschinen, wo sich SPS und CNC bereits angenähert haben. 

Also G-Code für den Roboter? 

Antwort: Warum nicht? Auch SPS und Robotik bewegen sich aufeinander zu. PLC open ist das Stichwort. In Zukunft ist die Ablaufsprache grafisch und die Bilderkennung läuft in Hochsprache unter C++. Wir müssen in Containern denken: Roboter, SPS, Werkzeugmaschine und eine Gatewayfunktion. Die heutigen Industrie-PCs bieten hierfür leistungsfähige Plattformen, auf denen sich die Idee des Edge Computing bereits heute umsetzen lässt. Und weil wir in Österreich sind, muss ich ein Lob für B&R und Keba aussprechen, die beim Zusammenspiel von Robotik und SPS heute schon sehr weit sind. 

Das ganze Interview lesen Sie in der Juni-Ausgabe von Factory oder als E-Paper hier

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