Vereinigung

ÖWGP: Was die Vereinigung der TU-Professoren bewirken will

Hinter dem Kürzel ÖWGP steckt eine aktive Gruppe von Uni-Prof’s, denen Forschung in der Produktionstechnik am Herzen liegt. Franz Haas von der TU Graz verrät Details über aktuelle Agenda und Projekte.

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Will die Österreichische Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik (kurz: ÖWPG) zu neuem Ruhm verhelfen, Präsident und TU-Graz-Professor Franz Haas.

Langer Name, aber spannender Auftrag: Die Österreichische Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik (kurz: ÖWPG) will kräftig in der heimischen Forschungspolitik aufmischen. „Zu Beginn 2013 waren die TU Wien, TU Graz und die Montanuni Leoben vertreten, später ist die JKU Linz gefolgt“, erinnert sich ihr Präsident Franz Haas, Vorstand am Institut für Fertigungstechnik, TU Graz. Als ursprüngliche Aufgabe sah man die Vernetzung und gemeinsame Stimme der Produktionstechnik-Professoren in Richtung Ministerien und Forschungsförderungsgesellschaft FFG.

Über den Tellerrand hinaus

Mit einer aktuellen Neuaufstellung will die ÖWPG noch stärker werden: „Das betrifft in erster Linie die inhaltliche Linie und den Anspruch, in der österreichischen Forschungspolitik gehört zu werden“, betont Franz Haas mit Blick auf den Vorteil fehlender Abhängigkeiten, „weil wir als ÖWGP komplett unabhängig von den großen Industriebetrieben und Interessenverbänden agieren.“ Partnerschaften im Ausland sollen die Position der Gesellschaft zusätzlich stärken, eine Kooperation mit Deutschland läuft bereits.

Unis voll auf Digitalkurs

Zwischen Digitalisierung und Produktion spannt sich das Betätigungsfeld: „Die thematische Klammer bildet unser Leitprojekt ,Digitalisierung in der Produktion in künftigen Wertschöpfungsnetzwerken’,, das wir massiv vorantreiben werden“, so Haas, „zudem werden wir weitere Mitglieder, vor allem neu berufene Professoren, im Sommer aufnehmen“. Denn im Westen Österreichs, ist die ÖWPG (noch) weniger stark vertreten, „obwohl von Innsbruck starke Impulse ausgehen“, argumentiert der Präsident.  Zusätzlich wird auf auf die  FFG-Pilotfabriken für Industrie 4.0 in Wien, Graz und Linz gesetzt, die gerade ins Laufen kommen. Er selbst sei für die smartfactory@tugraz mitverantwortlich, ergänzt Haas.

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Lehrpläne neu aufmischen

Neben der Unabhängigkeit freut sich Franz Haas über ein weiteres Alleinstellungsmerkmal, die „Kompetenz in der universitären Ausbildung“. Er selbst ist an der TU Graz dabei voll aktiv: „Wir sind gerade dabei, ein komplett neues Master-Curriculum für die Maschinenbaustudien zu erstellen.“ Und da wird konkret an einem neuen Lehrplan gearbeitet: „Auf einem starken Fundament, das im Bachelorstudium gelegt wird, muss aufgebaut werden“, verrät Haas, „und sowohl Diversifikation als auch Vertiefung müssen möglich gemacht werden“. Informatik und Regelungstechnik sollen in das Maschinenbaustudium integriert werden, aber auch alternative Antriebskonzepte in der Mobilität.

Lobbying für Forschung

Die ÖWPG arbeitet auch an einer Zukunftsagenda, die Themen in der heimischen Forschungspolitik positioniert, und zwar, „welche Produkte in einem Zeithorizont von zehn und mehr Jahren mit welchen Produktionstechnologien in Österreich erzeugt werden sollen“, so Franz Haas, und er nennt Beispiele dafür: „Additive Fertigung, Präzisionsmaschinenbau, Pulvermetallurgie und Verbundwerkstoffe, sowie Blockchain in Produktionsnetzwerken“.  Außerdem in Arbeit: „Wir planen einen Workshop im Rahmen des diesjährigen Forum Alpbach“, freut sich der ÖWGP Präsident, „und die Einbindung der ÖWGP über den FTI-Beirat zur gerade jetzt laufenden FFG-Ausschreibung ,Produktion der Zukunft’  läuft sehr gut“.

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