Forschung & Entwicklung

Neues CD-Labor an Montanuni Leoben

Das neue Christian Doppler Labor forscht an der selektiven Rückgewinnung von Spezialmetallen. Dabei werden innovative Prozesskonzepte eingesetzt.

Seit 1. Oktober wird im neuen CD-Labor an der Montanuni Leoben gearbeitet. 

Die immer komplexer werdenden Technologien benötigen Spezialmetalle, die regional oft nur begrenzt verfügbar sind. Dieses Christian Doppler Labor entwickelt die nötigen Methoden, um diese Wertmetalle aus industriellen Stoffströmen gewinnen und damit Materialkreisläufe nachhaltig schließen zu können.

„Elektroautos, Mobiltelefone, Laptops, Solarzellen – sie alle brauchen Spezialmetalle, deren Verfügbarkeit oft kritisch ist“, betont Wirtschafts- und Forschungsministerin Margarete Schramböck. „Diese Metalle aus industriellen Stoffströmen zu extrahieren kommt einer Erschließung neuer Rohstoffquellen gleich, das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen und leistet einen Beitrag zu Ressourcenschonung und Klimaschutz.“

Ungenutztes Potenzial
Das Recycling von Spezialmetallen wie Indium, Kobalt, Zink oder auch Edelmetallen aus End-of-life-Produkten ist schon sehr weit vorangeschritten. Im Gegensatz dazu beschäftigt sich dieses CD-Labor speziell mit der Gewinnung dieser Metalle aus zurzeit ungenutzten Materialien der metallurgischen Industrie. „Wir untersuchen industrielle Prozessströme, wie Zwischen- und Nebenprodukte aber auch Reststoffe und forschen, um diese als zusätzliche Rohstoffquelle nutzbar zu machen“, erklärt Laborleiter Stefan Steinlechner. Dazu werden Methoden zur Bestimmung der Verteilung der Spezialmetalle in den auftretenden Phasen und Verbindungen entwickelt aber auch deren gezielte Beeinflussung erforscht und angewandt. „Durch die Erschließung neuer Quellen wird die Versorgungssicherheit in Europa verbessert und durch die Vermeidung des primären Abbaus zusätzlich ein wichtiger Beitrag zur Ressourcenschonung und zum Klimaschutz geleistet“, skizziert Steinlechner.

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Die Projektpartner von A bis V

Die Realisierung neuer Technologien und Verfahren in der Industrie ist Andritz ein Anliegen. „CD-Labor ist für uns die ideale Plattform für eine vertiefte Zusammenarbeit mit der Montanuniversität Leoben und den anderen Projektpartnern. Der gegenseitige fachliche Austausch und die Diskussion mit internationalen Experten unterstützen uns bei unseren Forschungsaktivitäten und damit bei der Entwicklung von nachhaltigen und Ressourcen schonenden Produkten“, erläutert Thomas Hofbauer, Chief Technologist, Andritz Metals.

Und auch Thomas Mayer, Geschäftsführer ARP Aufbereitung, Recycling und Prüftechnik, betont: „Die intensive Kooperation mit dem Lehrstuhl für Nichteisenmetallurgie im Bereich der anwendungsorientierten Grundlagenforschung unterstützt unsere Aktivitäten wesentlich. Dabei wird die eigene Prozessentwicklung für Kunden um einen wissenschaftlichen Aspekt im Bereich der Metallurgie und auch um eine systematische und lösungsorientierte Herangehensweise ergänzt. Das Christian Doppler Labor ist dafür eine herausragende Plattform und bildet die perfekte Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, die es Klein- und Mittelunternehmen, wie der ARP, ermöglicht stets aktuelle und fachübergreifende Forschungserkenntnisse in die Entwicklung von innovativen Kundenlösungen zu integrieren“.

Einer der Projektpartner ist zudem die voestalpine. Franz Androsch, Forschungsleiter der voestalpine und Vizepräsident der CDG, erklärt: „Der Einsatz der besten verfügbaren Technologien zur Vermeidung und Verminderung von Emissionen und Reststoffen hat für die voestalpine hohe Priorität. Im CD-Labor für die selektive Rückgewinnung von Spezialmetallen werden unter anderem metallische Begleitelemente, die bei der Stahlherstellung anfallen, näher untersucht, um in Folge Verfahren für die Nutzung dieser Metalle zu entwickeln, die mitunter wertvolle Rohstoffe für andere Industrien darstellen“.