After-Sales-Plattform

Millionen-Investment für Wiener IoT-Startup Toolsense

Das Liesinger Industrie 4.0-Startup hat eine smarte After-Sales-Plattform entwickelt, durch die Maschinenbauer, -händler und Endkunden vernetzt werden können. Investoren erkannten das Potenzial und unterstützen das 23-köpfige Team mit drei Millionen Euro.

v.l.n.r.: Rostyslav Yavorskyi (CTO), Alexander Manafi (CEO), Benjamin Petterle (CPO)

Toolsense hat den Trend im Maschinenbau weg vom reinen Maschinenverkauf hin zum Full-Service-Provider erkannt und liefert mit der Lösung das digitale Bindeglied zwischen Maschinenbauern und Endkunden. Bestehend aus einer IoT-Hardware sowie einer Web- und App-Anwendung, profitieren Maschinenbauer durch die Kooperation mit Toolsense mit Umsatzsteigerungen von bis zu 10 Prozent.  Prozesskosten für Servicefälle hingegen lassen sich um bis zu 90 Prozent reduzieren. Endkunden profitieren darüber hinaus von Funktionen wie dem automatischen Anzeigen des Standortes der Maschine und der digitalen Inventarisierung der gesamten Maschinenflotte unabhängig vom Fabrikat. „Viele Endkunden betreiben Maschinen von mehreren Herstellern gleichzeitig, möchten jedoch nur eine einzige Software-Plattform einsetzen und entsprechend in die bestehenden IT-Systeme anbinden. Toolsense setzt genau an dieser Stelle an – so können etwa Facility Manager alle sich im Einsatz befindlichen Reinigungsmaschinen der unterschiedlichsten Hersteller zentral über Toolsense verwalten und orten. Das Team von Toolsense hat uns von der Vision überzeugt, Maschinenherstellern mit Hilfe der Toolsense Plattform einen direkten und unkomplizierten Kundenzugang zu ermöglichen. Das Verständnis der Kundenbedürfnisse und damit auch die Qualität des Kundenservices können so deutlich verbessert werden“, meint Benedikt Kronberger, Partner bei Btov.

Höhere Umsätze bei geringeren Kosten

Zudem bieten sogenannte Smart Services den Maschinenbauern einen einzigartigen Wettbewerbsvorteil. Sie umfassen zum Beispiel automatisierte Zustellungen von Ersatzteilen oder Wartungskits, eine Automatisierung der Kundeninteraktionen im Serviceprozess oder Predictive Maintenance, also eine vorausschauende Wartung. Die Toolsense-Technologie ermöglicht es damit, erforderliche Reparaturen und Wartungen anzubieten, noch bevor es zu einem Schaden kommt und hohe Reparaturkosten anfallen. Damit erhöht sich nicht nur die Lebensdauer der Maschinen, ein kostenintensiver Stillstand kann so ebenfalls vermieden werden. Aufgrund des breiten Anwendungsfeldes von Toolsense konnte der Umsatz im vergangenen Jahr verdreifacht werden. Die hohe Nachfrage nach digitalisierten Prozessen im Kundenservice erfordert nun ein weiteres Wachstum des Unternehmens. So möchte Toolsense zu dem 23-köpfigen Team noch weitere Mitarbeiter für die Bereiche Softwareentwicklung, Produktmanagement, Vertrieb, Marketing und Projektmanagement einstellen. Darüber hinaus soll die Technologie weiterentwickelt und um neue Funktionalitäten ergänzt werden.

„Toolsense bietet die technologische Basis für Smart Services: Einerseits stellen wir eine moderne, skalierbare und sichere After-Sales-Plattform und IoT-Lösung zur Verfügung. Andererseits unterstützen wir als kompetenter und erfahrener Business Partner im After-Sales-Bereich und verhelfen unseren Kunden so zur Umsatzsteigerung. Mit dem Investment stocken wir unsere Kapazitäten entsprechend auf und sind bestens darauf vorbereitet, noch viele weitere Maschinenbauer bei ihrer After-Sales-Reise zu unterstützen", so Toolsense-Gründer Alexander Manafi. Im Maschinenbau wurden aufgrund der Corona-Pandemie deutliche Umsatzeinbußen verzeichnet, der Auftragseingang bei Neumaschinen ist teilweise um mehr als 30 Prozent eingebrochen. Toolsense möchte Maschinenherstellern dabei helfen, mit verstärkten After-Sales-Aktivitäten und neuen Servicemodellen diesen Umsatzeinbrüchen entgegenzuwirken. Durch den Einsatz der After-Sales-Plattform von Toolsense werden all jene Daten und Systeme gebündelt, die für die Digitalisierung der After-Sales-Prozesse notwendig sind. Die Technologie von Toolsense eignet sich unter anderem für den Bereich Reinigungs- und Kommunaltechnik, Bauwirtschaft, Landwirtschaft und Fertigungs- und Werkzeugmaschinen. „In den traditionellen Industrien zeigt sich enormes Digitalisierungspotenzial. Die bisherige Entwicklung von Toolsense und deren kundenorientierter Zugang zielen darauf ab, dieses Potenzial international auszuschöpfen und bestätigen unsere Investitionsentscheidung. Wir unterstützen die weitere Internationalisierung gemeinsam mit unseren Co-Investoren und damit konsequent den Wachstumspfad von Toolsense“, sagt Ralf Kunzmann, Geschäftsführer des Aws Gründerfonds.

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