Maschinenbau

Haumberger wächst dank Digitalisierungsprojekt 

Seit Jahren verfolgt der niederösterreichische Sondermaschinenbauer Haumberger eine klare Strategie zur Digitalisierung und Vernetzung seiner Produktion. Die Früchte zeigen sich im Wachstum.

Haumberger Fertigungstechnik Digitalisierung CNC Maschinenbau

Digitalisierungsprojekt trägt Früchte: Seit 2015 gab es eine Umsatzsteigerung um mehr als 50 Prozent, außerdem wurde der Personalstand seitdem beinahe verdoppelt.

Die im Tullnerfeld ansässige Haumberger Fertigungstechnik GmbH ist Branchenkennern schon länger ein Begriff. Seit Jahren verfolgt das Unternehmen eine klare Strategie zur Digitalisierung und Vernetzung seiner Produktion und gilt zumindest in Niederösterreich als Vorreiter im Bereich Industrie 4.0. Im Jahr 2017 erntete das Unternehmen mit einer mehr als 50-prozentigen Umsatzsteigerung durch das Digitalisierungsprojekt „Fabrik der Zukunft“ die Früchte seiner Arbeit. 

Kleine Stückzahlen als besondere Herausforderung 

Seine Umsätze generiert Haumberger in etwa zur Hälfte aus Sondermaschinenbau und Automatisierungslösungen für z.B. die Automobil- oder Elektronikindustrie, zum anderen Teil als Lohnfertiger von hochpräzisen Komponenten und Baugruppen u.a. für die Luft- und Raumfahrt. Aktuell fertigt der Maschinenbauer rund 14.000 Teile aus über 1.100 parallel eingelasteten Fertigungsaufträgen. Das Unternehmen gilt als Spezialist für kleine Losgrößen und ist somit gefordert, flexibel und rasch auf Kundenwünsche zu reagieren. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, nutzt Haumberger die Möglichkeiten der Digitalisierung und hat mit dem Projekt „Fabrik der Zukunft“ einen beachtlichen Vernetzungsgrad erreicht. Durch die intelligente Steuerung des CNC-Fräsbereichs schafft man es, individuelle Produktanforderungen zu berücksichtigen und selbst Einzelstücke rentabel zu produzieren. Gleichzeitig werden höchste Fertigungs- und Qualitätsstandards erfüllt. 

„Fabrik der Zukunft“ mit eigens entwickelten Schnittstellen und Programmen 

„Grundvoraussetzung für das Gelingen des Projekts war, dass wir schon seit vielen Jahren in die Vernetzung von Maschinen und Infrastruktur investiert haben. Von der Materialwirtschaft, der Werkzeug- und Messmittelverwaltung über die Produktion bis hin zur Finanzbuchhaltung haben wir immer darauf geachtet, modernste Software einzusetzen“, sagt Wolfgang Haumberger, Gründer und Geschäftsführer der Haumberger Fertigungstechnik GmbH. 

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Haumberger, Fertigungstechnik, Ein, Mitarbeiter, überwacht, und, steuert, das, Fräszentrum. © Robert Herbst

Das Herzstück der neuen „Fabrik der Zukunft“ bilden ein 5-Achs-Bearbeitungszentrum sowie eine Automatisierungslösung mit einem Roboter und einem Prosys Leitrechner. Im Bild: Ein Mitarbeiter überwacht und steuert das Fräszentrum.

Das Herzstück der neuen „Fabrik der Zukunft“ bilden ein 5-Achs-Bearbeitungszentrum sowie eine Automatisierungslösung mit einem Roboter und einem Prosys Leitrechner. Es wurden Schnittstellen und Programme zur Ankopplung an die bestehenden Systeme entwickelt, sodass eine intelligente Vernetzung aller Komponenten von CAM-Programmierung, dem ERP- und Toolmanagement-System bis hin zum selbstentwickelten Kleinteilelagersystem Logiboxx entstand. „Unser wesentlicher Vorteil dabei liegt in der durchgängigen Kommunikation der Systeme untereinander. Wir können somit in Echtzeit sämtliche Daten wie Laufzeiten, Überkapazitäten im Materialbestand, Übergangszeiten in der Materialbereitstellung etc. überwachen und automatisiert steuern“, so Haumberger. 

Digitalisierung und Personalwachstum sind bei Haumberger kein Widerspruch 

Im letzten Jahr wurde der Erfolg des Projekts sichtbar: Seit 2015 gab es eine Umsatzsteigerung um mehr als 50 Prozent, außerdem wurde der Personalstand seitdem beinahe verdoppelt. Darauf ist Wolfgang Haumberger besonders stolz: „Für die Programmierung und Steuerung der Abläufe ist hochqualifiziertes Personal nötig. Die „Fabrik der Zukunft“ ist bei uns keine menschenleere Fertigungshalle, sondern ein Betrieb, der seinen Mitarbeitern anspruchsvolle, attraktive Jobs bietet“. 

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