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Endiio: Start-up entwickelt energieautarke Sensorplattform für Maschinenbau

In der Wiener Seestadt hat sich das Industrieunternehmen Endiio angesiedelt. Mit seiner energieautarken Sensorplattform begeistert das Start-up derzeit den deutschen Maschinenbau.

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Maschinen im Blick: Endiio-Gründer Tolgay Ungan (rechts) und sein Partner Patrick Steindl wollen mit einer energieautarken Sensorplattform den Markt der Zustandsüberwachung aufmischen.

Gegründet in Freiburg, finanziert von Österreichern und ausgezeichnet vom deutschen Maschinenbau: Die Neu-Wiener entwickeln eine nachrüstbare und energieautarke Sensorplattform für die Zustandsüberwachung von Maschinen – definitiv ein Zukunftsmarkt. Basis für die Antriebsüberwachung ist die endiio Sensorikplattform. Anhand eines defekten Antriebs zeigten die Gründer auf letzten SPS IPC Drives in Nürnberg was die Technologie kann.

Im Plug & Play-Verfahren

Küenle Antriebssysteme gilt quasi als Pilotkunde und nutzt die Sensorikplattform zur Anomalieerkennung. Dazu gehören neben einem Gateway und der Retrofit Box und auch eine anpassbare Software. Das heißt also im Klartext: Ob Strom-, Vibrations- oder andere Sensoren - mit der Modbus-Kommunikation lassen sich alle auf die Plattform portieren. Nachgerüstete Sensoren können bei Bedarf oder im Falle von Anomalien jederzeit auch Werte benachbarter Sensoren abgreifen. „Mit unserer Lösung lassen sich Maschinen, Peripherie, Komponenten und Umgebung einfach und kostengünstig miteinander verbinden“, erklärt Tolgay Ungan, Mitgründer von endiio. Übrigens: Aufwendig zu installieren ist die Technologie nicht. Alles funktioniert im Plug & Play-Verfahren, versprechen die Gründer.

Sparsamer als Bluetooth

Und was macht die Plattform besonders? Der Energieverbrauch. Über eine Funkzentrale der Wiener können bis zu 65.000 Sensoren angesteuert werden. Diese sind energieautark, immer erreichbar und herstellerunabhängig. Über ein Mesh-Netzwerk wird die Weiterleitung von Befehlen sichergestellt. „In der patentierten wake-up on demand endiio Funktechnologie verweilen die Sensoren im energiesparenden Tiefschlaf“, erläutert Ungan. „Bei Bedarf lassen sich die Sensoren aber jederzeit blitzschnell aufwecken und senden Daten in Echtzeit.“ Der Clou: Sensor-Knoten agieren als Router. So lassen sich große, energiesparende und selbstkonfigurierende Mesh-Netzwerke realisieren. Auch Aufbau und Umsetzung großer IoT-Systeme sind mithilfe dieser Digitaltechnik umsetzbar: Ohne großen Aufwand, schnell, kostengünstig und mit wenig Hardware.

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Neuartige, patentierte Funktechnologie

Auch bei Wartungsintervallen von Sensoren setzt die Technologie nach Herstellerangaben „neue Maßstäbe“. Selbst bei anspruchsvollsten Sensornetzwerken kann damit die geforderte Robustheit erzielt werden. Durch die völlig neuartige, patentierte Funktechnologie arbeitet die Lösung im Echtzeit-Modus bis zu 10.000 mal sparsamer als alle herkömmlichen Kommunikationslösungen, wie beispielsweise Bluetooth Low Energy, ZigBee oder Wi-Fi, versichern die Entwickler. Der deutsche Maschinenbau scheint begeistert. So gewannen die Wiener im vergangenen Jahr den Start-up-Preis des Vereins Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA).  

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