Marktprognose

Starkes Wachstum bei Biokunststoffen erwartet

Diagramm
© EUBP/Nova-Institut

Auf der 16. EUBP-Konferenz Anfang Dezember präsentierte European Bioplastics (EUBP) eine neue Marktprognose für Biokunststoffe. Gestützt auf Marktdaten, die der Interessensverband zusammen mit dem Nova-Institut erhoben hat, sagt die Prognose eine Verdreifachung der globalen Produktion von Biokunststoffen voraus.

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Erstmals über zwei Prozent

„Die Bedeutung einer Wachstumsrate von mehr als 200 Prozent innerhalb der nächsten fünf Jahre kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Bis zum Jahr 2026 wird der Anteil der Biokunststoffe an der gesamten weltweiten Kunststoffproduktion erstmals die Zwei-Prozent-Marke überschreiten“, ist sich François de Bie, Vorsitzender von European Bioplastics, sicher. Die weltweite Produktionskapazität für Biokunststoffe soll deutlich ansteigen. Und zwar von rund 2,4 jato im Jahr 2021 auf 7,5 jato im Jahr 2026. Vor allem Biologisch abbaubares PBAT, dessen Produktion sich fast vervierfachen soll, ist Haupttreiber dieses Wachstums. Aber auch die Produktion von PBS und biobasierten Polyamiden wird laut Prognose stark ansteigen.

Biologisch abbaubar oder nicht?

Derzeit machen biologisch abbaubare Kunststoffe – darunter PBAT, PLA und PBS – etwas mehr als 64 % (1,5 Mio. t) der weltweiten Produktionskapazitäten für Biokunststoffe aus. Biobasierte, nicht biologisch abbaubare Kunststoffe – darunter die Drop-in-Lösungen PE, PET und PA – haben einen Anteil von knapp 36 % (0,8 Mio. t).

Größter Anwendungsbereich Verpackungen

Mit fast 46 % des gesamten Biokunststoffmarktes stellen Verpackungen derzeit deren größten Anwendungsbereich dar - und das wird wohl auch so bleiben. Allerdings werden auch laufen neue Anwendungsfelder erschlossen, etwa bei Konsumgütern, Fasern, Landwirtschafts- und Gartenbauprodukten.

Europa vs. Asien

Fast 50 % der Biokunststoffe werden derzeit im asiatischen Raum hergestellt. Nur knapp ein Viertel der Produktionskapazität befindet sich in Europa - noch. Denn der Anteil Europas soll in den nächsten fünf Jahren deutlich sinken. Asien hingegen wird bis 2026 voraussichtlich die Marke von 70 % überschritten haben.

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