Cobots : Wie Omron KMUs die Automatisierung erleichtern will

Mobile Workstation

Die mobile Workstation soll sich in Sekunden umbauen lassen.

- © OMRON

In vielen Werkstätten und Fertigungsbetrieben werden Maschinen noch immer manuell be- und entladen. In diesem Bereich hat sich die Automatisierung bislang nur wenig durchgesetzt, da herkömmliche Roboter zu viel Platz benötigen und die Raumaufteilung einschränken. Durch den Einsatz von Cobots ließ sich in den vergangenen Jahren aber vermehrt die Produktivität hoher Arbeitsaufkommen durch sichere Maschinenbestückung steigern. Cobots können auf engstem Raum und ohne Umzäunung neben Menschen arbeiten. Allerdings sind diese Einheiten in der Regel auf eine einzige Aufgabe festgelegt, da ein Wechsel zeitaufwändig und komplex ist. Daher lohnen sich Cobot-Investitionen für Betriebe mit geringem und mittlerem Produktionsvolumen in der Regel nicht.

„Cobots an sich sind in der Produktion keine Seltenheit mehr, aber ihr Einsatz ist insofern eingeschränkt, da sie sich nicht ohne erheblichen Mehraufwand für verschiedene Aufgaben neu kalibrieren lassen. Das bedeutet in der Regel, dass ein Cobot für eine bestimmte Aufgabe angeschafft und dann nicht ausreichend genutzt wird – vor allem von KMU, die nicht über den nötigen Durchsatz verfügen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Cobot nur 20 Prozent der Zeit genutzt wird, was ihn zu einer kostspieligen Investition macht“, erklärt Peter Lange, Business Development Manager für Fixed Robotics bei OMRON Europe.

Ein Cobot für verschiedene Aufgaben

Die OMRON-Ingenieure haben daher eine Branchenneuheit entwickelt: eine mobile Cobot-Workstation, die mit nur minimaler Neukonfiguration zwischen verschiedenen Aufgaben wechseln kann. Der Anwender kann den Roboter einfach von einer Station zur nächsten bewegen und loslegen.

„Unsere Lösung für die schnelle Umrüstung gestattet es, das Aufgabengebiet des Cobots schnell und problemlos zu ändern, ohne dass eine Neukonfiguration erforderlich ist. Und wenn die Anwender die Nutzung des Roboters maximieren können, lassen sich sowohl die Gesamtbetriebskosten (TCO) als auch die Gesamtanlageneffektivität (OEE) erheblich verbessern. Statt zwei oder drei Cobots zu kaufen, können sie in ein Gerät investieren und es je nach Bedarf einsetzen“, führt Lange aus.

Wie sich der Cobot selbst positioniert

Mithilfe einer eingebauten Kamera liest die intelligente Mobile Cobot Workstation den Barcode oder RFID-Tag, der den Standort der Workstation kennzeichnet. Dank der branchenweit ersten vollständig integrierten Landmark-Funktion ermöglicht ein Sensor die Selbstpositionierung des Cobots. Die Genauigkeit liegt hierbei im Submillimeterbereich. Der Roboter ruft dann die entsprechende Vorgabe für die Aufgabe an dieser Station auf.

„Normalerweise besteht die große Herausforderung beim Bewegen eines Roboters darin, dass er seine Orientierung verliert und exakt – im Submillimeterbereich – neu positioniert werden muss. Bei unserer Lösung wird die Genauigkeit durch die Erkennung von Orientierungspunkten (Landmarks) kompensiert, sodass der Roboter seine Wiederholgenauigkeit behält. Er wird einfach an seinen neuen Standort bewegt, die Kamera referenziert ihn und kalibriert alle seine Koordinaten neu“, erklärt Lange.