Stahl

voestalpine sicherte sich Patent für ökologischere Stahlherstellung

Voestalpine Eibensteiner
© Martin Eder

Die europäischen Klimaziele fordern von Stahlkonzernen eine massive Reduktion des Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes – mit den herkömmlichen Technologien ist das allerdings nicht zu schaffen. Die voestalpine hat nun einen wichtigen Schritt in Richtung umweltschonendere Stahlherstellung gesetzt. Sie hat sich laut Eigenangaben ein Patent für einen „großtechnisch realisierbaren Prozess zur Unterstützung einer CO2-neutralen Stahlproduktion ohne den Einsatz von fossilem Kohlenstoff“ gesichert.

Das Schutzrecht vom Europäischen Patentamt für die entwickelte Innovation gelte in allen wesentlichen stahlproduzierenden europäischen Ländern. Das Patent umfasse die Herstellung von Eisenschwamm (DRI oder HBI) im Direktreduktionsprozess mittels grünem Wasserstoff und Biogas. Ohne neue Produktionstechnologien sei die politische Vorgabe der Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 nicht zu erfüllen, hieß es aus dem Konzern. Die europäischen Klimaziele stellten die Stahlindustrie vor „tiefgreifende technologische Herausforderungen“.

Bei dem von der voestalpine entwickelten Verfahren kommen grüner Wasserstoff und Biogas für die Direktreduktion zum Einsatz. Neben der CO2-Neutralität hat das Verfahren den Angaben zufolge noch weitere Vorteile. Der biogene Kohlenstoff ermögliche beispielsweise die Aufkohlung des Eisenschwamms (Roheisens) für ein effizientes Einschmelzen in Elektrolichtbogenöfen. Der Konzern kündigte an, Lizenzen zum Patent des CO2-neutralen Vormaterials zur Stahlerzeugung zu vergeben und plant einen Know-how-Transfer mit den Lizenznehmern. „Wir sind davon überzeugt, dass die Transformation der europäischen Stahlindustrie nur in einer gemeinsamen Kraftanstrengung gelingen kann. Wir setzen auf Kooperation und Dialog mit allen Stakeholdern“, betonte Konzernchef Herbert Eibensteiner.

Zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion hat die voestalpine mit der Marke greentec steel den Angaben zufolge „einen ambitionierten Plan entwickelt“. Mit einer Hybridtechnologie unter Einsatz von Elektrolichtbogenöfen könnten in einem ersten Schritt bis 2030 die CO2-Emissionen um rund 30 Prozent gesenkt werden. Um das Ziel einer CO2-neutralen Produktion bis 2050 zu erreichen, strebe der Konzern langfristig an, den Einsatz von grünem Strom und Wasserstoff sowie des bis dorthin klimaneutralen Vormaterials DRI bzw. HBI im Stahlerzeugungsprozess „sukzessive zu erhöhen“. (apa/red)