Maschinenbau

Wie Fill-CTO Wolfgang Rathner sich auf die E-Revolte vorbereitet

Wolfgang Rathner, technischer Geschäftsführer von Fill, ist ein Befürworter der E-Mobilität. Allerdings mit einer guten Portion Augenmaß.

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Der Realist: Fill-CTO Wolfgang Rathner warnt davor, dass E-Mobilität zum Politikum wird. 

Die E-Mobilität boomt. Auch das Maschinenbauunternehmen Fill leistet einen Beitrag dazu: So haben die Techniker aus dem oberösterreichischen Gurten in den letzten vier Jahren mit der „syncromill H“ und der „syncromill U“ zwei neue Bearbeitungszentren entwickelt. Diese sind in der Lage, die geänderten Maße und Anforderungen von E-Automobil-Strukturbauteilen zu erfüllen. Damit können nun Profile, Bodenplatten und Batteriewannen für Elektroautos deutlich effizienter produziert werden.

Keine Chance für E-LKW

Den Trend zum elektrischen Antrieb hat Wolfgang Rathner, der technische Geschäftsführer von Fill, somit rechtzeitig erkannt. „Wir brauchen die E-Mobilität, ich bin stark dafür“, sagt Rathner. Das gelte sowohl für den Zweirad- als auch den Pkw-Bereich besonders im urbanen Gebiet. „Damit kann die Umweltbelastung in den Städten stark reduziert werden“, ergänzt er. Keine Chance sieht er hingegen für den Schwerverkehr über Land. „Ein LKW mit 40 Tonnen, der 1.000 Kilometer mit Batterie fährt? Das geht nicht“, ist er überzeugt. Anders sei es im Werksverkehr, da hätten Elektro-LKWs sehr wohl ihre Berechtigung.

Elektro-Politikum ist der falsche Weg

So sehr Rathner die Elektromobilität begrüßt, so wenig Freude hat er damit, dass diese immer mehr zum Politikum wird. „Das hat in den USA begonnen und ist nach Europa übergeschwappt. Vor allem Deutschland ist auf diesen Zug aufgesprungen“, erklärt er. Das Dieselfahrverbot in manchen deutschen Städten halte er derzeit für überzogen. Die Politiker würden zu schnell und zu einseitig handeln und hätten zu wenig Ahnung, sie sollten die Kirche im Dorf lassen. Denn der Dieselmotor sei seiner Meinung nach der sauberste Motor. „Bei der Batterieproduktion gibt es massive negative Umwelteffekte – von der Rohstoffgewinnung bis zum Recycling der Batterien“, sagt Rathner. Dass Europa das Lithium aus Chile, China, den USA, Australien, Argentinien oder Zimbabwe importieren müsse, sei ein weiteres Manko. Man müsse von dieser Abhängigkeit weg und Gegenstücke dazu entwickeln. An Brennstoffzellen und wasserstoff- oder gasgetriebenen Fahrzeugen führe daher kein Weg vorbei.

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