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Warum die Intertool 2018 anders sein soll

Stammgäste, Neulinge, Wiederkehrer: Viele haben das Gefühl, dass das Messekonzept der Intertool wieder stimmt. Hat sich Wien damit als Messeplattform für Fertigungstechnik endgültig bewiesen?

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Wiederkehrer und Neulinge: Heuer zum ersten Mal als Aussteller auf der Intertool der Salzburger Werkzeugmaschinenbauer Emco und der Präzisionswerkzeughersteller Paul Horn, sowie Amada.

„Die Intertool ist diesmal anders.“ Diesen Satz hört man derzeit oft. Und wer sich in der Branche umhört, merkt dass das neue Konzept Österreichs größter Messe für Fertigungstechnik auf immer mehr Zustimmung stößt. Und das ist auch gut so, kämpfte der Veranstalter Reed Exhibitions lange genug mit harscher Kritik, die sogar freche Mitbewerber aufs Tablett rief. „Die Wiener Intertool hat sich 2014 und 2016 erfolgreich als Messeplattform für Fertigungstechnik etabliert“, verteidigt mittlerweile auch Gerhard Melcher, Marketingleiter und Leitung Segment Drehen und Fräsen bei Boehlerit die Messe. Und das ist interessant, stand der gebürtige Steirer doch lange dem Standort Wien kritisch gegenüber. Doch heuer soll eben alles anders sein.

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Japaner als Neulinge auf der Messe

Neben den Stammgästen wie der Emag Gruppe, DMG Mori und GGW Gruber auch zahlreiche Neuaussteller und Wiederkehrer präsentieren. Vor allem Letztere gelten als besonders erfreulich. Zu ihnen zählen prominente Namen wie der Salzburger Werkzeugmaschinenbauer Emco und der Präzisionswerkzeughersteller Paul Horn. Ein erfreulicher Spätzünder war Amada. Erst Anfang März wurde bekannt, dass der japanische Maschinen- und Werkzeughersteller nach zehnjähriger Absenz auf die Intertool zurückzukehrt. Dass sich zu den Wiederkehrern auch Neulinge wie Heller Maschinenfabrik, Kugellager Leitner und Bromatec gesellen, lässt Wien fertigungstechnisch wieder glänzen. „Jetzt habe ich das Gefühl, dass das Messekonzept wieder stimmt.“ Michael Kofler bringt es für viele wohl auf den Punkt. Der Geschäftsführer von Metall Kofler kehrt nach 15 Jahren wieder auf die Messe zurück. Zum ersten Mal wird auch Bromatec ausstellen. Das Unternehmen vertreibt Brother Bearbeitungszentren in Österreich und bringt damit den zweiten großen Japaner nach Wien. Brother hat weltweit über 100.000 Bearbeitungszentren ausgeliefert – eine eindrückliche Zahl. Gerade im Gewindeschneiden und in der Spindelbeschleunigung haben diese Maschinen einen guten Ruf. Ob Geschäftsführer Pirmin Zehnder weiterhin auf der Intertool ausstellen wird, hängt vom diesjährigen Erfolg ab. Aber vorstellen könne er es sich gut, resümiert er gegenüber Factory.

Manfred, Kainz © TCM

„Unsere aktuelle Wirtschaftslage ist eine große Chance.“ Manfred Kainz, Geschäftsführer TCM (Tool Consulting & Management) GmbH

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DMG Mori forciert Digitalisierung

Mit dem Ausbau der Messe durch C4I (Connectivity for Industry) will der Messeveranstalter die digitale Vernetzung für die mittelständische produzierende Industrie dem Fachpublikum verständlich näherbringen. Für DMG Mori-Austria-Geschäftsführer Gebhard Aberer sichert damit die Intertool weiteren Aufwind. „Themen wie Smart Factory und digitale Fertigung werden die Messe in Wien bereichern und die Besucher in die herausfordernde Zukunft der Digitalisierung und Vernetzung „greifbar“ verführen“, so Aberer. Am Stand des Branchenprimus soll das auch sichtbar werden, dort präsentiert dieser nämlich sein Digitalisierungskonzept Celos V5.0. Der Maschinenbauer forciert damit einen Weg, den viele versuchen zu gehen, nämlich weg vom reinen Maschinenlieferanten hin zum Systemanbieter. Mit der nun verfügbaren Version 5.0 von Celos steht die Durchgängigkeit von digitalen Workflows im Fokus – von der Planung über die Vorbereitung und die Fertigung bis zum Monitoring und Service. Celos basiert auf Apps, diese sollen die Anwender bei einer durchgängigen Werkzeugverwaltung im gesamten Produktionsprozess sowie bei der Analyse und Visualisierung von Maschinensensordaten helfen. Was durchaus Biss hat, weil dies erlaubt u. a. die Früherkennung von Störungen und die Kontrolle elementarer Fertigungskennwerte.

Hochkonjunktur hilfreich

Dass die aktuelle Hochkonjunktur des Maschinen- und Anlagenbaus der Intertool dienlich ist, davon ist auch TCM (Tool Consulting & Management) Geschäftsführer Manfred Kainz überzeugt. Er sieht die aktuelle Wirtschaftslage als eine „große Chance“. Zuletzt konnte TCM mit weltweit 525 Beschäftigten 96 Millionen Euro umsetzen, was dem höchsten Umsatz in der Firmenhistorie entspricht. In den vergangenen Jahren sei es gelungen, Aufträge namhafter Unternehmen zu akquirieren und das Kompetenzfeld im Bereich „intelligentes Werkzeugmanagement“ und „smart machining“ auszubauen. Um der Digitalisierung Rechnung zu tragen, wurde auch die Schweizer Softwareschmiede WinTool zugekauft. Dieser Zukauf soll bei TCM den Bereich der datenbasierten Verwaltungssysteme für Werkzeuge fundamental weiterentwickeln. Am Steirereck der Intertool will Kainz Besuchern moderne Servicekonzepte rund um das Thema Werkzeugverwaltung, Werkzeugausgabe, Tool Management präsentieren.

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