Messetipp

Messe "C4I" gewinnt Start-up Testify als Showcase

Nach wie vor werden Endkontrollen großteils mit Checklisten auf Papier gemacht. Doch die Zukunft der Qualitätskontrolle sieht anders aus: Wie genau, wird die dataformers-Tochter Testify auf der Messe C4I anhand der Endkontrolle einer Straßenbahn demonstrieren.

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Auf der Messe C4I wird Christopher Ott vom Start-up Testify anhand einer Modellstraßenbahn zeigen, wie die Qualitätskontrolle mobil, zeitsparend und sehr simpel erfolgen kann.

 

Es sind fast 5.000 Prüfpunkte, die es zu kontrollieren gilt: Jede Schweißnaht muss sitzen, die Türen mit dem richtigen Druck schließen, die Bremsen einwandfrei funktionieren. Bevor eine Straßenbahn ausgeliefert wird, ist eine umfassende Endkontrolle nötig. Und diese kostete beim Wiener Werk von Bombardier Transportation, das jährlich rund 150 Straßenbahnen verlassen, in der Vergangenheit einiges an Zeit. Seit kurzem aber wird die Kontrolle bei Bombardier ganz einfach am Smartphone oder Tablet gemacht. Die dazu notwendige App „Testify“ stammt vom gleichnamigen Linzer Start-up, einer 100-Prozent-Tochter der oberösterreichischen Softwareschmiede dataformers.

Wie dies genau funktioniert, ist auf der C4I, der neuen von Reed Exhibitions veranstalteten Fachmesse Connectivity for Industry, in Kleinformat zu sehen: Damit man sich die Funktionen der App vorstellen kann, hat Testify ein Modell der echten Bombardier-Straßenbahn mit der App vernetzt und präsentiert dieses als Showcase am Wiener Messegelände vom 15. bis 17. Mai.

Mängel-Bearbeitung in Echtzeit

Eine digitale Checkliste hat gegenüber dem Abhaken der Kontrollpunkte per Hand schließlich mehrere Vorteile: „Wir erfassen die Daten mobil und in Echtzeit. Wird ein Mangel festgestellt, dann wird er sofort dem Verantwortlichen zugewiesen und kann gleich bearbeitet werden. Das bringt enorme Geschwindigkeit rein“, sagt Johannes Schacherl, Vertriebsleiter bei dataformers und deren Tochter Testify. Außerdem können, wenn sämtliche Daten digital erfasst werden, umfangreiche Auswertungen gemacht werden. Auch dies kann durch die Dokumentation in Echtzeit sehr rasch erfolgen. Und die jederzeitige Nachvollziehbarkeit bringt einen Sicherheitsgewinn.

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Diese Möglichkeiten der digitalen Kontrolle, wie Schacherls Kollege Christopher Ott sie beim Showcase auf der C4I zeigen wird, nutzen jedoch noch längst nicht alle. Schacherl zufolge verwenden nach wie vor 80 bis 90 Prozent der produzierenden Firmen Papier-Checklisten, um diese nachträglich –in einem zusätzlichen Arbeitsschritt – in ein elektronisches System zu übertragen. Ein Grund dafür ist, dass noch wenige digitale Checklisten auf dem Markt sind, was für das Zehn-Personen-Start-up aus Linz Anlass war, eine solche zu entwickeln. Die Software funktioniert wie ein Baukastensystem, mithilfe dessen jedes Unternehmen seine spezielle Checkliste konfigurieren kann. „Die App ist sehr einfach zu bedienen und so flexibel, dass die Firmen unsere Software auch in ihre Systeme, z. B. SAP, integrieren können“, sagt Schacherl. Wichtige Einsatzgebiete sind neben der End- und Qualitätskontrolle in Produktionsbetrieben noch die Instandhaltung oder die Logistik.

IoT-Lösung mit dabei

Am Modell der Bombardier-Straßenbahn, das dem echten Zug im Maßstab 1:87 detailgenau nachempfunden ist, werden verschiedene Anwendungsmöglichkeiten gezeigt. Bei Bombardier Transportation nutzte man zudem die Flexibilität der Software und ging sogar noch einen Schritt weiter: Testify programmierte eine IoT-Lösung, die es ermöglicht, dass die Straßenbahn Ergebnisse von elektronischen Selbstprüfungen an Testify meldet. „Es kann zum Beispiel die Beleuchtung geprüft werden, ohne dass jemand in den Führerstand geht und sie einschaltet – das macht unsere App über das Internet der Dinge“, erklärt Schacherl. Dieser digitale und teils automatische Datenaustausch spart Zeit und erleichtert es, Fehlerquellen zu eliminieren.

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