Robert Weber ist Journalist und Newsgame-Entwickler aus Deutschland. Seit mehr als zehn Jahren ist der Westfale journalistisch tätig. War Chefredakteur von elektrotechnik, schrieb für den deutschen MaschinenMarkt und engagiert sich derzeit als Journalist für das Manager Magazin und Markt&Technik. Darüber hinaus ist er Lehrbeauftragter an der TH Nürnberg.

Robert Weber

Maschinenbaugipfel 2018: Was sorgt den Maschinenbau?

Die Auftragsbücher der deutschen Maschinenbauer sind voll, die Unternehmen erwirtschaften Rekordgewinne und die Auslastung ist hoch. Doch die Unternehmen haben Sorgen, sind verunsichert und von der Politik enttäuscht - ein Stimmungsbericht aus Berlin.

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Was sorgt den Maschinenbau? Ein Stimmungsbericht aus Berlin. 

Die große Koalition von SPD, CDU und CSU hat unter den Maschinenbauern nur noch sehr wenige Anhänger. Die deutsche Vorzeigebranche ist enttäuscht über die Arbeit in Berlin. Doch was brennt den Unternehmen unter den Nägeln?

1. Freier Handel - an diesem Punkt geht der schwarze Peter in die USA, wo ein Präsident einen neuen Merkantilismus einführen möchte. Doch die deutschen Maschinenbauer spüren wohl auch daheim eine negative Stimmung gegenüber dem freien Handel - eine neue Kommunikationskampagne soll die Bedeutung des Handels für Deutschland verdeutlichen. 

2. Russland - die Sanktionen schaden dem deutschen Maschinenbau. Die Unternehmen verlieren Marktanteile an chinesische Wettbewerber, heißt es auf dem Maschinenbaugipfel. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier drängte in seiner Rede auf eine Lösung mit der russischen Regierung. 

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3. Iran - exterritoriale Sanktionen der USA sorgen die Maschinenbauer. Sie wünschen sich mehr Unterstützung von der Politik bei Investitionen. 

4. Digitalisierung - 5G Netze sollen in Deutschland kommen, aber werden diese auch flächendeckend ausgerollt werden. Man solle als Politik nicht nur auf die Einnahmen bei der Versteigerung der Frequenzen schielen, sondern auf die Zukunftsfähigkeit des Industriestandorts. 

5. Fremdenfeindlichkeit - darf keinen Platz in der Gesellschaft und in den Unternehmen haben. Man sei angewiesen auf Fachkräfte aus dem Ausland, deshalb sei das neue Fachkräftezuwanderungsgesetz der richtige Schritt. 

6. Verlässliche Entscheidungen - die Maschinenbauer fordern von der Politik einen ordnungspolitischen Rahmen, der sich an der soziale Marktwirtschaft orientiert und nicht mehr nur noch "Kleinst-Projekte"  

7. Investitionsschutz - eine Verschärfung passe nicht zu einer weltoffenen Industrie

8. Entsenderichtlinie - diese sei ein bürokratisches Monster und der Maschinenbau sei darauf angewiesen, Mitarbeiter in Ausland für Servicedienstleistungen zu entsenden. 

9. Brexit - ein harter Brexit, ohne Regelungen würde den Maschinenbau, die Wirtschaft in ganz Europa hart treffen - die Politik müsse eine Lösungen finden. 

Was fehlte bei den Diskussionen mit Ministern und VDMA-Vertretern? Überraschenderweise der Klimawandel und die Rolle der Industrie, die Energieversorgung der Zukunft. Das Thema wird in ein Fachforum ausgegliedert - es hätte die große Bühne gebraucht. 

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