Zukunftsfit

Experten tagten zur Stromversorgung im 21. Jahrhundert

Der Boom bei den Erneuerbaren und eine steigende Anzahl nichtlinearer Verbraucher stellt die Stromversorger vor gravierende Herausforderungen, zumal gleichzeitig immer mehr Anwendungen eine hochverfügbare Stromversorgung benötigen. Beim Janitza Expert Day in Linz standen Lösungen für eine zukunftssichere Stromversorgung im Fokus.

Janitza Messtechnik Erneuerbare Energie Veranstaltung

Die Spannung in den heutigen Netzen ist von der idealen Sinusform oftmals weit entfernt. Der Grund sind einerseits die dramatischen Veränderungen im Verteilnetz. An sonnigen Tagen kann sich in Regionen mit einem hohen PV-Anteil der Energiefluss regelrecht umkehren. Gleichzeitig wächst die Zahl der nichtlinearen Verbraucher, angefangen bei kleinen aber vielen Schaltnetzteilen bis hin zu Gewerbeansiedlungen mit großen Wechselrichtern. Die Netzrückwirkungen lassen die Spannungsqualität sinken. Dabei müsste sie eigentlich (noch) besser werden. Immer mehr Anwendungen setzen auf IT und benötigen eine hochverfügbare Stromversorgung. Dazu gehören nicht nur Rechenzentren. Auch mittelständische Betriebe, ja selbst der Einzelhandel sind heute mehr und mehr automatisiert. Kurze Unterbrechungen oder Transienten, die sich früher nur durch ein kurzes Flackern der Beleuchtung bemerkbar machten, können heute zu Anlagenstillständen führen. Die klassischen Werkzeuge des Netzplaners, wie Standardlastprofile und Schleppzeigerinstrumente helfen hier nicht mehr weiter.

Wie die Netzüberwachung der Zukunft aussehen kann, war Thema des oberösterreichischen Expert Day. Der Messtechnikspezialist Janitza hatte ins OÖ-Nachrichten-Forum in Linz eingeladen und konnte sich über 45 Teilnehmer aus der Industrie, aus Planungsbüros und der Energieversorgung freuen.

Der Nachmittag startete mit dem Thema Differenzstromüberwachung in TN-S-Systemen. Gerald Fritzen, Key Account Manager Data Center bei Janitza informierte über Vorteile und Technik. Mit einer permanenten Differenzstromüberwachung können Fehler frühzeitig erkannt werden, lange bevor ein Fehlerstromschutzschalter auslöst und eine Anlage steht. Auch noch gefährlichere Phänomene, wie Schmorbrände durch schleichend einsetzende Isolationsfehler lassen sich so vermeiden. Fritzen informierte über Normen und Empfehlungen bis hin zu Software und Messtechnik.

White Paper zum Thema

Janitza setzte aber nicht nur auf die eigene Kompetenz, sondern hatte auch externe Referenten eingeladen: Die Netzqualität in den 20er Jahren lautete das Thema von Gerhard Muttenthaler von der MTM Mess- & Stromversorgungstechnik e.U (Solution Partner von Janitza). Er befasste sich mit den Faktoren, die die Netze zukünftig beeinflussen, bis hin zur Möglichkeit eines Blackouts. Ein Vortrag von Walter Kreisel von der neoom group gmbh rundete das Programm ab. Warum es Sinn macht die Welt zu elektrifizieren, lautete der Titel seines Beitrags. Er zeigte auf, wie wertvoll der Beitrag der Erneuerbaren für die Energieversorgung ist und dass es sich trotz aller Schwierigkeiten lohnt, diese Technologien zu fördern.

Die Themen stießen auf reges Interesse bei den Teilnehmern. Aktuelle Erkenntnisse zu den Erneuerbaren waren genauso gefragt wie Informationen zu Janitza und dem Produktportfolio. Alles in allem war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Janitza wird in Österreich mit einem Technischen Büro in Freistadt noch stärker präsent sein. Sales Manager Austria Wolfgang Peherstorfer plant bereits Veranstaltungen und Workshops für das kommende Jahr.

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