Roboterdichte

Es gibt keine Grenzen

Die International Federation of Robotics (IFR) errechnet regelmäßig die Roboterdichte im produzierenden Gewerbe. Diese hat mit durchschnittlich 113 Industrie-Robotern pro 10.000 Mitarbeiter einen neuen Rekord erreicht. Die Top-5-Länder mit automatisierter Produktion sind: Singapur, Südkorea, Japan, Deutschland, Schweden.

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Die Roboterdichte nach Ländern.

"Die Roboterdichte errechnet sich aus der Anzahl an Industrie-Robotern im operativen Bestand in Relation zu den Beschäftigten", sagt Milton Guerry, Präsident der IFR. "Diese Kennzahl macht es möglich, unterschiedlich große Nationen im weltweiten Automatisierungsrennen miteinander zu vergleichen." Österreich rangiert auf Platz 14 und liegt damit im guten Mittelfeld. 

Automatisierte Elektronikbranche

Der Elektronikmarkt ist einer der automatisiertesten Wirtschaftsbereiche. Aufgrund des stetig wachsenden Bedarfs an Halbleitern, schnellt die Nachfrage nach Robotern in der Elektronikfertigung in die Höhe: Der globale Markt für elektronische Robotik wird im Jahr 2021 mit 24,3 Milliarden US-Dollar beziffert und die Prognosen für 2026 stehen schon bei 45,8 Milliarden. Das lässt sich auf einige Schlüsseltrends zurückführen.

E-Commerce

Der stationäre Handel wird weiter durch E-Commerce, also Amazon und Co., abgelöst werden. Und hinter der Auftragsabwicklung einzelner Bestellungen verbirgt sich eine gigantische Logistik (Kommissionier- und Verteilzentren, Verpackung etc.). Dadurch steigt der Automatisierungsdruck. Vor allem Amazon ist hier ein Vorreiter und hält direkte Beteiligungen an Unternehmen, die Automatisierungstechnik für Entnahme, Transport, Verpackung, etc. herstellen.

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De-Globalisierung

Ins Ausland ausgelagerte Arbeitsprozesse werden wieder zurück ins eigene Land geholt. Das ist betriebswirtschaftlich nur dann machbar, wenn gewisse händische Arbeiten automatisiert werden. Die Produkte würden sonst zu teuer werden. „De-Globalisierung wird zu einer dramatischen Beschleunigung der weiteren Automatisierung in unseren Heimatländern führen.“, ist Tobias Seige, Partner bei Cowen überzeugt. Das Finanzdienstleistungsunternehmen ist aktiv in die Automatisierungs- und Robotikbranche involviert.

Software eats Hardware

Seige ist sicher: „Ganz flapsig gesagt: es wird alles digitalisiert werden, was digitalisiert werden kann, da gibt es keine Grenzen.“ Angefangen bei industriellen Anwendungen bis hin zu Büroarbeiten. Forschung und Wirtschaft arbeiten zudem an Software-Entwicklungen, die an Antriebseinheiten von Robotern angeflanscht werden und Ungenauigkeiten kompensieren. Dadurch sinken die Produktionskosten für die Bauteile und Getriebe der Roboter, da diese nicht mehr so präzise sein müssen. So können Kosten um 50 Prozent gesenkt werden.

Zugänglichkeit

​​​​​​​KMUs haben teils noch Probleme, Roboter zu nutzen. Sie spielen zwar in der Herstellung von Robotik eine große Rolle, allerdings mehr auf der Komponenten- als auf der System-Ebene. „Es braucht Flexibilität, und darauf muss Automatisierung und Robotik ausgerichtet werden.“, ist Seige überzeugt. Und vielleicht etwas Geduld, denn die großen Barrieren, die es erschwert haben, Automatisierungs- und Robotik-Technik anzuwenden, lösen sich zunehmend auf: Die Technik wird immer günstiger und soll in Zukunft auch ohne Spezialwissen installiert werden können. Das wird Auswirkungen auf die Industrie haben, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können.