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Digitalisierung in der Ersatzteillogistik

Die Digitalisierung prägt die Ersatzteillogistik. Wird sie dadurch komplexer oder einfacher?

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Die Digitalisierung prägt die Ersatzteillogistik.

Wir wollen im Lager durch Digitalisierung effizienter werden“, stellt Christian Waach, Bereichsleiter für Teile und Zubehör bei KTM, im ETT-Talk klar. KTM hat das zehnte Rekordjahr in Folge verzeichnet und den Umsatz um etwa sechs Prozent steigern können. Das hat sich auch auf das Ersatzteilgeschäft ausgewirkt, nämlich „indem, dass wir wesentlich mehr Umsätze machen und globaler agieren. Wir verschicken in etwa 140.000 Sendungen pro Jahr und führen derzeit rund 40.000 verschiedene Artikel“, berichtet Christian Waach. Am Sitz in Mattighofen hat KTM drei Logistikstandorte für Teile und Zubehör sowie seit letztem Jahr auch einen in Sydney und einen bestehenden in Cleveland (Ohio).

Was hat sich im Ersatzteilgeschäft also getan? „Es hat sich dahingehend geändert, dass die Leute getrieben sind durch einfaches Bestellwesen, permanente Verfügbarkeit und eine sehr transparente Lieferkette“, erklärt Waach. Er weist darauf hin, dass Informationen fließen sollen und heute mit ganz anderen Systemen gearbeitet wird als früher. Zudem geht es auch darum, seine Daten unter Kontrolle zu haben. Diese Komplexität muss sich auch abbilden und managen lassen. Waach berichtet unter anderem von einem positiven Trend in Richtung Zubehör - KTM verkauft Software als Zubehör. So kann man beispielsweise ein adaptives Licht oder eine Software für die Berg-Anfahrtshilfe auswählen. Diese Software lässt sich beim Händler auf das Produkt spielen und hält KTMs Beteiligung in Grenzen.

Investitionen in die Digitalisierung

Digitalisierung kann dabei unterstützen die Komplexität transparent zu machen. Darum hat KTM in den letzten Jahren in Lösungen investiert und beispielsweise vor vier Jahren SAP und 2019 EWM, das Extended Warehouse Management von SAP, eingeführt. „Wir haben Systeme vereinheitlicht und investieren derzeit in die Beschaffungsdisposition. Wir wollen uns in Bezug auf Verfügbarkeit und Lager besser aufstellen“, so Waach. Die Herausforderungen haben sich klar verändert: 1992 wurden noch etwa 6.000 Motorräder gebaut, heute sind es rund 260.000 Motorräder. Die Digitalisierung soll dabei helfen, im Lager effizienter zu werden.

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Einfachheit, Verfügbarkeit, Schnelligkeit

„Keiner hat mehr die Geduld lange nach Ersatzteilen zu suchen. Alles muss schnell sein und einfach“, bringt es Waach auf den Punkt. „Der Kunde will nicht zum Handel fahren, er will die Teile speziell im Offroad-Bereich online kaufen und sehr schnell beziehen. Wir sind gedrillt durch diverse Mitbewerber, die einen schnellen und transparenten Lieferweg nach Hause haben.“ In der Zukunft, angenommen in fünf Jahren, wird der KTM-Kunde nach Waachs Ansicht seine Teile ganz einfach bestellen können. Die Verfügbarkeit wird höher sein und ebenso die Schnelligkeit. „Es geht um Einfachheit, Verfügbarkeit und Schnelligkeit.“