Weltfrauentag

Diese Frauen haben die Technik revolutioniert

Wussten Sie, dass die erste Programmiersprache von einer Frau erfunden wurde? Oder die Kreissäge? Welche technischen Errungenschaften Frauen zu verdanken sind, lesen Sie hier.

Weltfrauentag

Laut der neuesten Studie von PwC, für die der Women in Work Index von 33 Mitgliedsländer der OECD analysiert wurden, machen Frauen in den G7-Ländern durchschnittlich nur 30 Prozent der Beschäftigten im technischen Bereich aus. Noch weniger Frauen sind in den Führungsetagen von Technologieunternehmen vertreten. Nach wie vor gehören Frauen in MINT-Berufen zu einer Minderheit. Dabei dürfte es sich aber nicht am Mangel von Kenntnissen handeln, haben doch viele Frauen die Technik bis heute mit ihren bahnbrechenden Erfindungen revolutioniert. Ohne diese Errungenschaften hätte der technische Fortschritt in dieser Form wahrscheinlich nicht stattgefunden. Diese neun Namen sollten Sie kennen:

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© Wikipedia

Der erste Algorithmus

1843 hat die erste Programmiererin der Welt, Ada Lovelace, den ersten für den Computer gedachten Algorithmus entwickelt. Da es für Frauen im 19. Jahrhundert noch verboten war, zu studieren, bildete sich die Britin autodidaktisch in Mathematik weiter. Die britische Mathematikerin erfand eine Rechenmaschine, die erstmals mit einem Code programmiert werden konnte. Die „Analytical Engine“, wie sie im Original hieß, blieb zwar nur ein Entwurf, doch die Aufzeichnungen dazu gelten als der erste Algorithmus der Welt. Damit wollte sie hauptsächlich Bernoullizahlen berechnen. Der von Lovelace entwickelte Code gilt als Vorgänger heutiger Programmiersprachen. Die standardisierte Programmiersprache „Ada“ wurde nach ihr benannt.

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Der erste Algorithmus

1843 hat die erste Programmiererin der Welt, Ada Lovelace, den ersten für den Computer gedachten Algorithmus entwickelt. Da es für Frauen im 19. Jahrhundert noch verboten war, zu studieren, bildete sich die Britin autodidaktisch in Mathematik weiter. Die britische Mathematikerin erfand eine Rechenmaschine, die erstmals mit einem Code programmiert werden konnte. Die „Analytical Engine“, wie sie im Original hieß, blieb zwar nur ein Entwurf, doch die Aufzeichnungen dazu gelten als der erste Algorithmus der Welt. Damit wollte sie hauptsächlich Bernoullizahlen berechnen. Der von Lovelace entwickelte Code gilt als Vorgänger heutiger Programmiersprachen. Die standardisierte Programmiersprache „Ada“ wurde nach ihr benannt.

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WLAN, GPS und Bluetooth

Bekannt als einst schönste Frau der Welt, Stilikone und Hollywoodstar, hat die österreichische Schauspielerin Hedy Lamarr Pionierarbeit für die heutige Mobilfunktechnologie geleistet, die jedoch erst kurz vor ihrem Tod entdeckt wurde. Während des Zweiten Weltkriegs stellte sich der jüdisch-österreichische Hollywood-Star auf die Seite der Alliierten und positionierte sich gegen das Nazi-Regime. 1942 entwickelte sie eine patentierte Funkfernsteuerung für die Unterwasserwaffe Torpedos. Sie war störungssicher und durch automatisch wechselnde Frequenzen schwer zu lokalisieren. Der gleichzeitige Frequenzwechsel, genannt Frequenzsprungverfahren, wird in der Kommunikationstechnik beispielsweise bei Bluetooth, WLAN und GPS verwendet. Lamarr wurde 14 Jahre nach ihrem Tod in die National Inventors Hall of Fame aufgenommen.

 

© Wikipedia

Benutzerfreundliche Programmiersprache und "Bug"

Grace Murray Hoppers arbeitete an der Entwicklung der ersten Computer mit und führte infolgedessen in den 1940er Jahren eine neue Programmiersprache mit einer verständlichen Sprache ein. Als sich eines Tages eine Motte in Hoppers Rechner verirrt hatte, soll sie folgendes gesagt haben: „Oh, we have a bug!“ Daraus entstand die bekannte Definition „Bug“ für jegliche Art von Fehlern, die sich von extern in ein System schleichen. Anstatt immer nur Einsen und Nullen zu verwenden, basierte die von ihr entwickelte Programmiersprache COBOL „Common Business Oriented Language“ auf der natürlichen Sprache und zählt nach wie vor zu den weltweit am meisten verwendeten Programmiersprachen für betriebswirtschaftliche und kaufmännische Anwendungen. Sie legte damit den Grundstein für moderne Programmiersprachen.

© Youtube/PERFECT LIFE

Kreissäge

1812 beobachtet Tabitha Babbitt zwei Männer, die gemeinsam mühsam versuchen, einen Baumstamm zu fällen. Währenddessen sitzt sie an ihrem Spinnrad und überlegt sich, wie die elendige Tätigkeit vereinfacht werden könnte. Gesagt, getan: Die von den Männern benutzte Säge musste genauso rund sein wie ein Spinnrad. Und so erfand sie die Kreissäge, die auch heute noch ein wichtiges Werkzeug ist - sowohl bei der Produktion als auch für Hobbyhandwerker.

© Wikipedia/Heinz Troll

Der ARM-Mikroprozessor

Sophie Wilson und ihr Partner Steve Furber entwickelten den ARM 32-bit-RISC Prozessor und hat sich seitdem zu einer Basis-Technologie von Mobilfunkgeräten etabliert. Fast jedes Smartphone hat bis heute einen ARM-Mikroprozessor integriert.

© Youtube/AIGAdesign

Icons und Schriftarten

Ohne sie wäre Apple nicht das Unternehmen, das es heute ist: Susan Kare entwarf für Apple in den 1980er Jahren die meisten Icons und Schriftarten des ursprünglichen Mac OS und später viele Icons von Microsoft Windows. Zu ihren bekanntesten Icons zählen der lächelnde Macintosh-Computer, Apple-Befehlstaste, Hund Moof, Armbanduhr, Bombe, Lasso, Papierkorb und die greifende Hand. Für Apple entwickelte Kare unter anderem die serifenlose Schriftart Chicago.

© Youtube/Quanta Magazine

Erste Frau mit PhD in Informatik in den USA

Barbara Jane Huberman Liskov ist eine amerikanische Informatikerin. Nachdem sie ihren Bachelor in Mathematik an der University of California, Berkeley erhalten hatte, arbeitete sie an der Harvard University als Programmiererin und schließlich an der Stanford University als wissenschaftliche Hilfskraft im KI-Bereich. 1968 erhielt sie an der Stanford University als erste Frau in den USA den Titel eines Ph.D. in Informatik und 2008 als zweite Frau den Turing Award. Liskov leitete viele Projekte, darunter den Entwurf und die Implementierung der Programmiersprachen CLU und Argus sowie des objektorientierten Datenbankmanagementsystems Thor. Gemeinsam mit Jeannette Wing entwickelte sie das für die objektorientierte Programmierung bedeutsame Liskovsche Substitutionsprinzip.

© Wikipedia/Giorgio Montersino

Erste Technikerin bei Google

Marissa Mayer ist eine US-amerikanische Informatikerin und Managerin. Sie studierte an der Stanford University Informatik und arbeitete in der Schweiz für das Research Lab der UBS und in Menlo Park (USA) beim SRI International. Mit nur 24 Jahren begann sie bei Google als erste Technikerin und leitete unter anderem das für die Webserver verantwortliche Team. Mayer bestimmte das Design der Google-Hauptseite und der Suche, die Gestaltung von Google News, Gmail und Orkut. Später besetzte sie die Position der Produktmanagerin für die Google-Suchprodukte und hatte den Rang eines Vice President inne. Die von Newsweek als Zarin für Produktstarts bezeichnete Mayer war damit für alle neuen Produkte von Google zuständig, so dass die Los Angeles Times attestierte, wohl kein anderer Mensch habe so viel Einfluss darauf, wie Menschen das Internet erleben. Von Juli 2012 bis Juni 2017 war sie CEO und President von Yahoo. Das Illinois Institute of Technology verlieh ihr 2009 die Ehrendoktorwürde im Fachgebiet Programmierung.

© Wikipedia

Mutter des Internets

Radia Perlman gilt als die Mutter des Internets. Die US-amerikanische Softwareentwicklerin und Netzwerktechnikerin hat den Spanning-Tree-Algorithmus und das Spanning-Tree-Protokoll (STP) erfunden. Sie wurde während ihrer Arbeit als beratende Ingenieurin bei Digital Equipment Corporation (DEC) mit der Entwicklung eines einfachen Protokolls beauftragt, das es ermöglichte, Netzwerkbrücken zur Lokalisierung von Schleifen in einem lokalen Netzwerk (LAN) zu verwenden. Das Protokoll musste bei der Implementierung auf den Netzwerkgeräten eine konstante Menge an Speicher verwenden - unabhängig davon, wie groß das Netzwerk war. Der Aufbau und die Erweiterung von Bridged Netzwerken war alles andere als unkompliziert. Schleifen, bei denen mehr als ein Pfad zum gleichen Ziel führt, konnten zum totalen Zusammenbruch des Netzwerks. Redundante Pfade im Netzwerk bedeuteten, dass eine Brücke einen Frame in mehrere Richtungen weiterleiten konnte. Daher konnten Schleifen dazu führen, dass Ethernet-Frames ihr Ziel nicht erreichen und somit das Netzwerk überfluten. Perlman machte sich die Tatsache zunutze, dass Bridges über eindeutige 48-Bit-MAC-Adressen verfügten, und entwickelte ein Netzwerkprotokoll, so dass die Bridges innerhalb des LANs miteinander kommunizieren konnten. Der auf allen Bridges im Netzwerk implementierte Algorithmus ermöglichte es den Bridges, eine Root-Bridge im Netzwerk zu bestimmen. Jede Bridge bildete dann das Netzwerk ab und ermittelte den kürzesten Weg zur Root-Bridge, wobei andere redundante Wege deaktiviert wurden. Trotz Perlmans Bedenken, dass das Spanning-Tree-Protokoll etwa eine Minute brauchte, um auf Änderungen in der Netzwerktopologie zu reagieren, während derer eine Schleife das Netzwerk zum Absturz bringen konnte, wurde es vom Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) als 802.1d standardisiert.