Cloud

„Die Cloud an sich stellt keine Hürde dar“

Einerseits folgt der österreichische Markt dem internationalen Trend und öffnet sich immer mehr dem Cloud-Geschäft – andererseits stehen einige Unternehmen dem Cloud-Angebot noch immer skeptisch gegenüber. FACTORY hat mit Joachim Harb vom Industry Cloud Anbieter Infor gesprochen.

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Joachim Harb, Senior Vice President und General Manager Zentraleuropa bei Infor.

FACTORY: Was genau versteht man unter einem „Industry Cloud Anbieter“?

Joachim Harb: Eine Industry Cloud erfüllt alle Anforderungen an eine Business-Software für die spezifische Industrie als Service aus der Cloud. Schon in der Vergangenheit hatten wir strategisch unseren Fokus auf die Entwicklung von Lösungen gesetzt, die so passgenau wie möglich auf die Bedürfnisse einer jeden Branche zugeschnitten sind. Mit unserem Claim „Industry Cloud Company“ wollen wir vor allem eines ausdrücken: Wir sehen unsere Kunden eben nicht nur als Kunden, sondern als Partner auf Augenhöhe. Die CloudSuites von Infor entstehen nicht einfach nur unter Mitwirkung von Branchenexperten, wir binden unsere Kunden aktiv in den Weiterentwicklungsprozess mit ein. Damit einher geht unsere Position als Pionier im Bereich Multi-Tenant-Cloud – denn unsere Technologie ist noch immer unerreicht auf dem Markt.

Wie hat sich Business-Cloud-Software entwickelt? Was hat sich in den letzten zehn, fünfzehn Jahren getan?

In Sachen Business-Software hat sich allein durch die neuen technischen Möglichkeiten und die immer stärker anziehende Digitalisierung in den letzten Jahren die Entwicklung stark beschleunigt. Das liegt nicht nur an der reinen Internetgeschwindigkeit – die unzähligen großen Rechenzentren, die gebaut wurden und noch immer gebaut werden, liefern die Rechenkapazität, ohne die die Cloud gar nicht erst möglich wäre. Und darauf bauen auch andere Entwicklungen auf: Machine Learning und Künstliche Intelligenz sind zwei immens wichtige Aspekte, die sich rasend schnell fortentwickeln. Bei Infor tragen wir diesen Fortschritt mit, etwa mit unserer KI Infor Coleman, die schon jetzt Standardbestandteil all unserer CloudSuites ist. Mit solchen KI-gestützten Anwendungen können mittlerweile viel mehr Möglichkeiten ausgeschöpft werden, Unternehmensstrukturen zu verbessern und resilienter zu gestalten.

Wie sieht Ihre aktuelle Geschäftsstrategie aus? 

Wir werden weiterhin unsere Marktführerschaft im industriespezifischen Cloud-Business in unseren Fokusbranchen ausbauen. Dafür haben wir einen spezielle Anbahnungsprozess für Interessierte an unseren industriespezifischen Cloudlösungen entwickelt. Damit erkennen diese innerhalb kürzester Zeit, welchen Nutzen sie von unseren Lösungen erwarten dürfen und wie die Umstellung im Detail ablaufen wird. Weiterhin setzen wir unseren Fokus darauf, unsere Lösungen so nah am Kunden und so branchenspezifisch wie möglich aufzusetzen. Wir entwickeln sie nicht nur gemeinsam mit unseren Kunden, auch bei der Einführung nutzen wir innovative Tools und Methoden, um die Einführung so reibungslos wie möglich zu gestalten und unsere Kunden schnell erfolgreicher zu machen, weil wir durch Digitalisierung Disruption ermöglichen.

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Welche Entwicklungen bemerken Sie am österreichischen Markt?

Der österreichische Markt entspricht dem internationalen Trend und öffnet sich immer mehr dem Cloud-Geschäft, was wir auch am Neukundengeschäft in Österreich sehen. Erst kürzlich ist etwa die Birner AG, ein österreichischer Zulieferer für Automobilzubehör und -ersatzteile, zu uns gewechselt, um eine skalierbare Lösung zu haben und bereit für die Digitalisierung zu sein, um selbst die Marktführerschaft in deren Business auszubauen. Die Cloud ist also auch hierzulande die Lösung für die Zukunft. Weitere Beispiele sind die Firmen Grissemann, Sinnesberger und Zuegg aus dem Nahrungsmittelhandel, die sich im Mai für Infor entschieden haben.

Welche Hürden müssen Unternehmen am Weg in die Cloud überwinden?

Die Cloud an sich stellt keine Hürde dar. Es ist wie bei jedem anderen Systemwechsel ein Implementierungsprojekt erforderlich, um von der neuen Software zu profitieren. Wenn man so will stellt jedes Softwareprojekt eine Hürde dar. Die Infor-Cloud-Lösungen verfügen über einen technologischen Solution-Stack, der es dem Kunden ermöglicht, jede Herausforderung im Projekt zu meistern. Diese technologische Infrastruktur unterscheidet uns auch von den Cloud-Lösungen unserer Mitbewerber. Zusätzlich haben wir einen cloudspezifischen Entscheidungsprozess für unsere Interessenten ins Leben gerufen, indem jeder Interessent in kürzester Zeit in unseren Customer Success Workshops feststellt, welchen Nutzen er zu welchen Konditionen in welchem Zeitraum unter welchem Zeit- und Ressourcenaufwand mit unserer Cloud-Lösung erreicht. Von diesen Business-Benefits profitieren unsere Kunden dann langfristig, weil dieser Wechsel in die Infor-Cloud der letzte Releasewechsel für immer bleibt und jeder Kunde laufend von den Weiterentwicklungen der Multi-Tenant-Cloud profitiert. Dies ist zum heutigen Zeitpunkt einzigartig.  

Sind Unternehmen von Beginn an begeistert oder wo herrscht in puncto Cloud, zum Beispiel in Verbindung mit Datensicherheit, Skepsis?

Natürlich merken wir, dass einige Unternehmen dem Cloud-Angebot noch immer skeptisch gegenüberstehen. Das hängt in den meisten Fällen mit zu wenig Information rund um das Thema industriespezifische Business-Cloud-Lösungen zusammen. Nachdem wir im Umfang unseres Customer-Success-Workshops unsere Interessenten ausführlich aufklären, ist das Thema Datensicherheit einer der großen Entscheidungsunterstützer für die Infor-Cloud. Die Kunden verstehen dann, dass niemand einen sichereren Softwarebetrieb als Infor und Amazon Web Services (AWS) im Team gewährleisten kann. Dabei ist vielen Kunden auch wichtig, dass wir vertraglich zusichern, dass Daten unserer Industry-Cloud-Lösungen auf Wunsch ausschließlich in Deutschland bleiben.