Werkzeuglagerung

„Ware zur Person“

Ein neues Kleinteilelager macht mit Schattenlägern kurzen Prozess. Das Schwestermagazin INDUSTRIEMAGAZIN testete den Werkzeug-Sortierkasten – sein Reaktionsvermögen ist erstaunlich. Von Daniel Pohselt

Produktion
Ausprobiert: Die logiboxx wirft Werkzeuge aller Art in 16 Sekunden aus.

Dafür trumpft sie mit innerer Größe auf: Über 4000 Lagerplätze bei 508 Kassetten (Tragkraft: je fünf Kilo) warten darauf, befüllt zu werden. Im Messemodell sind die Fächer großteils belegt. Um an die richtigen Artikel zu gelangen, navigiert man per Touchbildschirm durch die übersichtlichen Menüs. Das ist kinderleicht. Je nach Berechtigung – entweder per Passworteingabe oder RFID-Chip – kann sich der Werker bedienen.

Griffsicher

Wir haben Glück – der Zugriff auf sämtliche Fächer ist freigeschaltet. Die Ausgabe von Artikeln funktioniert nach dem Grundsatz „Ware zur Person“. Das (auf chaotischer Lagerhaltung aufsetzende) Prinzip arbeitet mit einem Hochgeschwindigkeitsgreifer, der die Kassetten verfährt.

Nur rund 16 Sekunden: Dann liegt das angeforderte Werkzeug im Fach. Das System visualisiert am Bildschirm per Minigrafik, aus welchem Kassettensegment die Teile zu entnehmen sind. Wir finden: Vorbildhaft.

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Reports

Und die Software – sie ist mit der Firma nextstep consulting entstanden – hat weitere Schmankerln. So können wir im Nu ergründen, zu welcher Zeit – und von wem – ein Artikel entnommen wurde. „Auch Verbrauchs- und Bestandsreports sind kein Problem“, schildert Markus Aulenbach von nextstep. Wir lernen: Die Ausgabe von mehrfach beschliffenen Fräsern bei der Werkzeugausgabe kann bewusst forciert (oder hintangestellt) werden. Auf 43.500 Euro kommt die Gesamtlösung inklusive allem Drum und Dran.

Automaten in Apotheken, die nur die Produkte „herunterwerfen“, seien „kostspieliger“, meint Aulenbach. Binnen sechs Wochen könnte sich die Anschaffung – je nach Wert der nachgekauften Artikel – amortisieren. An wem bleibt es also hängen, das Lager beim ersten Mal zu befüllen? Im Falle von Haumberger war es Chefsache – „das hat meines Wissens Herr Haumberger gemacht“, heißt es am Messestand. Ein Trost für Werker, die jetzt nicht mehr nach Lust und Laune unterm eigenen Arbeitstisch hamstern dürfen.


Die logiboxx

Hersteller: Haumberger Fertigungstechnik
Stellfläche: 2,3 Quadratmeter
Lagerplätze: 4.000 (500 Kassetten)
Kosten: 43.500 Euro (inklusive Software)