Halbleiter

Chip-Boom stimmt Infineon optimistisch

Der Halbleiter-Spezialist peilt einen Jahresumsatz von elf Milliarden Euro an. Und auch in Villach läuft alles nach Plan.

Für das laufende Geschäftsjahr 2020/21 erwartet Infineon einen Umsatz von etwa 11,0 Milliarden Euro.

Der Chiphersteller Infineon wird nach guten Geschäften im zweiten Geschäftsquartal erneut etwas optimistischer und hebt seine Prognose nochmals leicht an. Konzernchef Reinhard Ploss sieht den Konzern auf dem Weg zu seinen Zielen für das Geschäftsjahr voll auf Kurs. Denn Infineon profitiert weiter von der anhaltenden Erholung der Automärkte und vom boomenden Chip-Markt. Für das laufende Geschäftsjahr 2020/21 (bis Ende September) erwartet Infineon nun einen Umsatz von etwa 11,0 Milliarden Euro und damit etwas mehr als zuletzt im Februar angepeilt. Bisher hatte der Halbleiter-Spezialist nach der milliardenschweren Übernahme des US-Konzerns Cypress Semiconductor mit Erlösen von rund 10,8 Milliarden Euro gerechnet.

Elektronik zur Beschleunigung der Energiewende und für die Arbeit und das Leben zuhause blieben sehr gefragt, verdeutlicht Ploss. „In den meisten Anwendungsfeldern übersteigt der Bedarf das Angebot deutlich. Die Werke von Infineon laufen auf Hochtouren und wir investieren weiter in zusätzliche Kapazitäten“, unterstreicht er.  Engpässe sehe Infineon in jenen Segmenten, in denen der Konzern Chips von Auftragsfertigern beziehe - insbesondere bei Mikrocontrollern für das Auto, so Ploss mit Blick auf den nach wie vor akuten weltweiten Halbleitermangel. Händler bezeichneten das zweite Quartal als stark und die Aussichten für das laufende dritte Geschäftsquartal als solide. Die höher gesteckten Jahresziele überraschten am Markt aber nicht mehr groß, hieß es.

Zunahme beim Löwenanteil

Im zweiten Jahresviertel (bis Ende März) setzte sich die Erholung der Geschäfte bei Infineon fort. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorquartal um drei Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Damit lag der Halbleiter-Spezialist im Rahmen der Erwartungen der Analysten. Vor allem im besonders wichtigen Automobilgeschäft konnte Infineon klar zulegen. Mit der Autoindustrie macht Infineon den Löwenanteil seines Umsatzes. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern dort die Folgen der Coronakrise zu spüren bekommen.

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Auch in der PSS-Sparte, in der unter anderem das Geschäft mit Chips für die Stromversorgung sowie für mobile Endgeräte wie Tablets und Smartphones gebündelt ist, war die Nachfrageentwicklung in geringerem Maße positiv. Dagegen musste Infineon im Geschäft mit Industriehalbleitern sowie in der CSS-Sparte, in der unter anderem das Geschäft mit Chips für das kontaktlose Bezahlen oder Spielekonsolen gebündelt ist, leichte Rückgänge verkraften.

So soll das dritte Quartal aussehen

Für das laufende dritte Quartal rechnet Infineon mit Erlösen zwischen 2,6 und 2,9 Milliarden Euro. Infineon verwies darauf, dass weiterhin bestehende Liefereinschränkungen das Umsatzwachstum dämpfen werden, unter anderem aufgrund der zwischenzeitlichen Abschaltung der Fertigungsanlagen in Austin, Texas. Hinzu kämen knappe Kapazitäten bei Auftragsfertigern. Die Segmentergebnis-Marge soll etwa 18 Prozent betragen. Ungeachtet dessen machte Infineon klar, dass auch weiterhin mit Unsicherheiten durch die Coronavirus-Pandemie zu rechnen und die Vorhersagbarkeit des weiteren Geschäftsverlaufs eingeschränkt sei.

In Villach läuft‘s

Unterdessen teilte Infineon mit, dass man mit der neuen Fabrik für Leistungshalbleiter in Villach voll im Zeitplan liege. Diese sei "ready for equipment", das heißt, es wurde damit begonnen, die neuen Flächen mit Fertigungsanlagen auszustatten. Wie Anfang Februar angekündigt, wird die neue Fabrik im vierten Quartal des Geschäftsjahres anlaufen. Damit geht sie rund drei Monate früher an den Start als ursprünglich geplant. (apa/red)