Kommentar : Gasreduzierungen: Wie laut VDMA-Präsident Haeusgen der geringste Schaden entsteht

Karl Haeusgen
© VDMA

Die zögerliche Umsetzung eines halbherzigen Ölembargos gibt Russlands Regierungschef Wladimir Putin trotz rückläufiger Einnahmen die Möglichkeit, den Westen mit Gasreduzierungen unter Druck zu setzen. Wir bewegen uns auf eine sehr schwierige Lage zu und deshalb sind Pläne von Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck richtig, jetzt einen geringeren Gasverbrauch zu organisieren. Besonders unterstützen wir das Vorhaben, einen reduzierten Gasverbrauch in der Industrie durch Ausschreibungen anzureizen. Dies steuert die Reduzierung dorthin, wo der geringste Schaden entsteht.

Wirkungsvoll, aber sehr sensibel ist dagegen der mögliche Eingriff in die Stromerzeugung. Kurzfristig kann mehr Kohlestrom aus Reservekraftwerken zwar helfen, dabei dürfen aber die Klima-Transformationsziele nicht aus den Augen verloren werden. Zu diesen gehören weiterhin Investitionen in Wasserstofffähige Reserve-Kraftwerke bei gleichzeitig deutlich schnellerem Ausbau der Erneuerbaren Energien. Ebenso wie die Stromerzeugung muss auch die Wärmeproduktion in der Industrie so lange wie möglich gesichert bleiben, deshalb sind Gaskraftwerke in der Kraft-Wärme-Kopplung gesondert zu betrachten.

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