Studie : Keine Spinnerei: Flugtaxis sollen schon 2025 kommen

Flugtaxi
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Bis zum Jahr 2050 soll es demnach schon drei Millionen Flugtaxis weltweit geben, prophezeit die deutsche Unternehmensberatung Horváth in einer Studie. Vorreiter werden demnach asiatische Megastädte wie Shanghai, Peking oder Manila sein - doch auch im Ruhrgebiet gebe es Potenzial. Flugtaxis könnten der Studie zufolge für deutsche Autobauer eine Chance sein. Übrigens: Auch FACC wagte bereits eine Entwicklungspartnerschaft mit einem chinesischen Start-up.

Flugtaxis sind keine Spinnerei kleiner Start-ups

Dass Flugtaxis keine Spinnerei kleiner Start-ups mehr sind, zeigen die Projekte großer Firmen aus der Mobilitäts- und Technologiebranche. Schlüsselspieler sind laut Studie, die AFP am Montag vorlag, die US-Firmen Intel, Uber, Airbus und Microsoft, Tencent aus China sowie Audi und Daimler. Diese arbeiten an ganz unterschiedlichen Konzepten.

Bei dem Gemeinschaftsunternehmen von Audi mit dem Flugzeugbauer Airbus geht es um einen autonomen elektrischen Kleinwagen, an den eine Flugeinheit mit vier Rotoren andocken kann. Daimler ist an einem Startup beteiligt, das einen Elektro-Helikopter auf Kufen mit vielen kleinen Propellern entwickelt. Auch interessant: An der Udacity - eine digitalen Lernplattform des ehemaligen Google-Managers Sebastian Thurn können Interessierte seit letztem Februar fliegende Autos studieren.

Chance für Automobilhersteller

Welches Design sich durchsetzen wird, konnten die Studienautoren nicht sagen. Dass deutsche Autobauer profitieren, hingegen schon: "Automobilhersteller punkten durch Markenbekanntheit, Kundennähe und vielfache positive Erfahrungen in punkto Qualität und Sicherheit", erklärte Studienleiter Daniel Guffarth. "Gerade deutsche Premiumhersteller verfügen hier über einen Vertrauensvorschuss".

Um die Frage zu beantworten, wann und wo die autonomen Flugkapseln zuerst unterwegs sein werden, schauten sich die Autoren diverse Faktoren an. Ein wichtiger Punkt ist die Häufigkeit von Staus, denn je schlimmer die Verkehrssituation, desto eher würden die Menschen in die Luft ausweichen. Dazu kommen Faktoren wie lokale Transportkosten, politische Stabilität und die Offenheit gegenüber technologischen Innovationen. Laut Studie gibt es derzeit in weltweit 50 Städten Vorreiterprojekte für Flugtaxis.

Megacities als Pioniere

Pioniere eines Regelangebots werden demnach vor allem Städte mit mehr als zehn Millionen Einwohnern sein. Neben den bereits genannten asiatischen Städten könnten auch New York und London früh auf das neue Verkehrsmittel setzen, heißt es in der Studie. Das dicht besiedelte und pendlergeprägte Ruhrgebiet brächte demnach ebenfalls die Voraussetzungen für Pionierstrecken mit.

Der Studie zufolge soll die Nachfrage bis 2035 rund 15 Millionen Flugstunden betragen, wofür 23.000 Flugtaxis benötigt werden. 2050 soll die Nachfrage bereits auf drei Milliarden Flugstunden gestiegen sein.

Flugtaxis werden zu Milliardengeschäft

Bis 2050 werden sich Flugtaxis laut Horváth auf Städte mit fünf Millionen Einwohnern ausbreiten, bis 2070 dann auch auf Städte mit 600.000 Einwohnern. Somit würde sich die Technologie erst vergleichsweise spät über Deutschland ausbreiten. Zuvor müssten allerdings noch die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst werden, die in Deutschland vergleichsweise streng sind.

Flugtaxis werden laut Horváth zu einem Milliardengeschäft. Doch während die Produktion von Flugtaxis künftig lediglich fünf Prozent der Wertschöpfung ausmachen soll und der Betrieb maximal ein Drittel, sollen Flugvermittler und begleitende Dienste 55 Prozent des Kuchens abgekommen. Zusatzservices sind demnach etwa die Beförderung zu oder von den Flugtaxihaltestellen sowie Gastronomie- und Entertainment-Angebote innerhalb der Flugkapseln. (APA/AFP/red)