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Was Industrie Informatik auf der C4I zeigt

Thomas Krainz
© Industrie Informatik

Der Begriff „Digitalisierung“ in Zusammenhang mit der Industrie macht Thomas Krainz, beim MES-Softwarehersteller Industrie Informatik für Technik und Produktentwicklung zuständig, nicht ganz glücklich. Das aus zwei Gründen: Zum einen sei die Digitalisierung nicht auf die Produktion beschränkt, sondern wirke sich auf das gesamte Leben aus. „In Zukunft wird jedes Gerät digital ticken“, ist Krainz überzeugt. Zum anderen sei die Verwendung von Daten bei Produktionsprozessen schon seit Jahren gang und gäbe. „Das sieht man daran, dass wir seit mehr als 25 Jahren mit unseren Softwarelösungen die Digitalisierung der Fertigung unterstützen“, sagt Krainz. Deshalb sei auch Kritik, dass die österreichische und deutsche Industrie die Digitalisierung verschlafen habe, fehl am Platz: „Das stimmt so nicht. Man verkauft sich mit dieser Bemerkung nur unter dem Wert“.

Enabler für kostengünstige Industrie 4.0-Projekte

Wahr sei vielmehr, dass sich die Technologie weiter entwickelt habe. „Neu ist beispielsweise, dass die Geräte intelligenter und kommunikativer werden“, sagt Krainz. Und dass die Software den Produktionsprozess auch aktiv beeinflusst. So könne diese beispielsweise Maschinen anhalten, wenn die Parameter nicht mehr passen. „Das war vor zehn Jahren noch undenkbar“, sagt der Mitbegründer der Industrie Informatik. Woran es bisher ebenfalls haperte, sei die Bereitschaft der Maschinenhersteller, sich auf Standards einzulassen. „Ohne Standardisierung von Technologien und Plattformen ist das Ganze nicht produktiv“, so Krainz. Dabei gehe es nicht nur um Standards wie OPC-Unified Architecture (OPC-UA), sondern auch um die semantische Standardisierung von Daten und Informationen. Hier schlummere sehr viel Potenzial, denn genau hier liege der Treiber für Industrie 4.0-Projekte.

Eigene Prozesse hinterfragen

Und noch etwas habe sich geändert: „Die Digitalisierung ist mittlerweile in den Chefetagen angekommen“, weiß der Experte. Auch Geld werde dafür locker gemacht. Krainz warnt in diesem Zusammenhang aber vor Übereifer und Ungeduld: „Oft sind die Ziele zu ehrgeizig gesteckt“. Denn die Weiterentwicklung der digitalen Produktion sei extrem fordernd und anstrengend. Gefragt sei dabei vor allem prozessorientiertes Denken. „Man muss die eigenen Prozesse kennen und hinterfragen, überlegen, welche Informationen man erfassen und evaluieren muss, um damit weiter arbeiten zu können und wo Digitalisierungsprojekte Sinn machen“, beschreibt Krainz, der künftig noch stärker als bisher nicht nur Konzerne, sondern auch mittelständische Unternehmen auf diese Reise mitnehmen möchte. Vielen Unternehmen sei gar nicht bewusst, dass sie angesichts dessen einen hohen Eigenanteil leisten müssten. „Aber um diese Fragen zu beantworten, müssen jene involviert sein, die sich damit auskennen“, so Krainz. „Die Weiterentwicklung der Digitalisierung besteht nicht darin, Schachteln mit ein paar Computern und Software zu kaufen. Sie braucht Kapital, Geduld und Kapazitäten“, bringt es Krainz auf den Punkt.

C4I als Einbettung ins Gesamtbild

Das wollen er und sein Team Interessierten auch auf der ersten Auflage der „C4I – Connectivity for Industry“ vermitteln. „Wir werden unsere ganze Produktpalette vorführen, man kann auch das eine oder andere ausprobieren“, sagt Krainz. Dass die Messe, die sich als Plattform für Digitalisierung der industriellen Wertschöpfungskette versteht, gemeinsam mit der Intertool und der Smart Automation Austria stattfindet, sieht er als großen Vorteil. „Die Unternehmen werden sowohl aus zeitlichen als auch aus finanziellen Gründen bei Messen immer sparsamer. Insofern rundet die Einbettung der C4I das Gesamtbild ab.“ Und macht Krainz somit glücklich.

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Industrie Informatik.