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Kion mit Gewinnrückgang wegen Corona-Krise

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Kion ist in einem anspruchsvollen Marktumfeld und trotz des Ausbruchs des Coronavirus dank eines im Januar und Februar noch guten Geschäftsverlaufs insgesamt solide in das Geschäftsjahr 2020 gestartet. Im März machte sich über China hinaus die globale Ausbreitung des Coronavirus bemerkbar und beeinflusste den Geschäftsverlauf sowie die Zulieferketten im Segment Industrial Trucks & Services (IT&S) negativ. Das auf Automatisierungslösungen spezialisierte Segment Supply Chain Solutions (SCS) knüpfte hingegen an die positive Entwicklung der Vorquartale an.

Der wertmäßige Auftragseingang von Kion verringerte sich im 1. Quartal 2020 nur leicht um 1,8 Prozent auf 2,081 Mrd. € gegenüber 2,118 Mrd. € im Vorjahreszeitraum. Einem Rückgang im Segment Industrial Trucks & Services um 7,7 Prozent auf 1,394 Mrd. € (Vorjahr: 1,511 Mrd. €) stand - auch wegen einer hohen Nachfrage nach Automatisierungslösungen - ein deutliches Plus von 13,8 Prozent auf 686,3 Mio. € (Vorjahr: 602,9 Mio. €) im Segment Supply Chain Solutions gegenüber. Der Markt für Materialfluss-Lösungen blieb im 1. Quartal weiter intakt, vor allem getrieben durch das Wachstum des globalen E-Commerce. Der Auftragsbestand blieb nahezu stabil und betrug Ende März 3,629 Mrd. € gegenüber 3,632 Mrd. € zum Jahresende 2019.

Der Konzernumsatz sank leicht um 2,7 Prozent auf 2,028 Mrd. € (Vorjahr: 2,083 Mrd. €). Grund hierfür waren nicht zuletzt die Einbußen in der Absatzregion APAC für das Segment IT&S, da in China die Ausbreitung des Corona-Virus bereits zu Beginn des Jahres zu spürbaren gesamtwirtschaftlichen Einschränkungen führte. Das EBIT bereinigt von Kion lag mit 144,0 Mio. € deutlich unter dem Vorjahreswert von 182,4 Mio. €, die EBIT-Marge bereinigt bei 7,1 Prozent (Vorjahr: 8,8 Prozent). Das Konzernergebnis nahm zwischen Januar und März um 27,2 Prozent ab und lag bei 67,8 Mio. €. Haupttreiber des Ergebnisrückgangs waren die zunehmend spürbaren Auswirkungen der weltweiten Ausbreitung der Corona-Pandemie, die im Segment Industrial Trucks & Services zum Jahresanfang in China und danach insbesondere in Europa zu massiven Beeinträchtigungen des operativen Geschäftsbetriebs sowohl auf der Beschaffungs- als auch der Absatzseite geführt haben. Zugleich sank auch der Free Cashflow und belief sich auf

-222,1 Mio. € gegenüber 82,0 Mio. € im Vorjahresquartal. Neben dem Ergebnisrückgang reduzierte sich der Cashflow auch aufgrund des erwartungsgemäß deutlichen Working-Capital-Aufbaus im ersten Quartal, der zu einem Zahlungsabfluss in Höhe von -121,6 Mio. € (Vorjahr: -43,4 Mio. €) führte. Für den Erwerb des britischen Software-Unternehmens Digital Applications International Limited (DAI) sind im Cashflow aus der Investitionstätigkeit Bruttoauszahlungen in Höhe von -94,6 Mio. € enthalten.

Weltmarkt für Flurförderzeuge ging im ersten Quartal zurück

Die Zahl der bestellten Neufahrzeuge lag um 9,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Besonders betroffen war die Region APAC, in der die Bestellzahlen um 17,3 Prozent hinter dem Vorjahresquartal zurückblieben. Die Region EMEA (Westeuropa, Osteuropa, Mittlerer Osten und Afrika) verlor im Quartalsvergleich 5,2 Prozent. Die Region Amerikas (Nord-, Mittel- und Südamerika) verzeichnete dagegen im ersten Quartal noch ein leichtes Plus von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Bei Staplern mit Verbrennungsmotor sank die Zahl der Neubestellungen um 18,1 Prozent, was vorwiegend auf den vorübergehenden starken Rückgang der Nachfrage in China zurückzuführen war. Elektrostapler (-9,0 Prozent) und Lagertechnikgeräte (-2,4 Prozent) entwickelten sich etwas weniger negativ.

E-Commerce, Lebensmittel-, Getränke- und Pharmaindustrie weiterhin positiv

Auch auf den Markt für Supply Chain Solutions wirkte sich die zunehmende Verlangsamung der Wirtschaft und damit eine einhergehende Investitionszurückhaltung aus. Dies führte dazu, dass auch Anbieter von Lagerautomationslösungen Projektverschiebungen insbesondere in den Branchen Bekleidung und Gebrauchsgüter verzeichneten. Dagegen entwickelten sich nach Einschätzung von Kion die Branchen E-Commerce, die Lebensmittel-, Getränke- sowie Pharmaindustrie weiterhin positiv.

"Unsere Produktion, die in einigen Werken über die Osterferien pausiert hat, um eine nachhaltige Verbesserung der zuletzt angespannten Materialverfügbarkeit zu schaffen, fahren wir bereits wieder zügig hoch", betonte Riske. Allerdings sei die Kundennachfrage - unter anderem durch Produktionsstillstände - in vielen Kundenindustrien geringer als üblich. "Nach derzeitigem Stand ist im Laufe des zweiten und dritten Quartals von einer stufenweisen Lockerung der behördlichen Einschränkungen in den von der Pandemie stark betroffenen europäischen Ländern sowie in den USA auszugehen", erklärte Riske. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir am Ende gestärkt aus der Krise hervorgehen werden. Schließlich spielen wir auch künftig eine Schlüsselrolle für das gesamte System."

Industrial Trucks und Supply Chain Solutions

Im Segment Industrial Trucks & Services wurden bei den Marken von Kion in den ersten drei Monaten dieses Jahres 45.861 Neufahrzeuge bestellt und lagen damit um 14,2 Prozent unter den Neubestellungen des Vorjahres. In China zeichnet sich nach den Auswirkungen der Corona-Pandemie allerdings inzwischen wieder eine deutliche Erholung des Staplermarktes ab.

Das Segment Supply Chain Solutions erreichte in den ersten drei Monaten des Jahres 2020 einen wertmäßigen Auftragseingang von 686,3 Mio. € - ein Plus von 13,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 602,9 Mio. €. Hierzu trugen im Berichtszeitraum neu gewonnene Großaufträge - unter anderem in Nordamerika und Europa - bei. Der Segmentumsatz nahm mit 581,2 Mio. € gegenüber dem Vorjahr (568,8 Mio. €) um 2,2 Prozent zu. Während das langfristige Projektgeschäft (Business Solutions) einen leichten Rückgang um 2,9 Prozent verzeichnete, wurde der Umsatz im Servicegeschäft kräftig um 17,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert.

Ausblick

Angesichts der Unsicherheit über den weiteren Verlauf, die Dauer sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die weltweite gesamtwirtschaftliche Entwicklung hat der Vorstand von Kion am 26. März 2020 beschlossen, die im Geschäftsbericht 2019 veröffentlichte Prognose für das Geschäftsjahr 2020 zurückzuziehen.

Auch wenn Kion davon ausgeht, aufgrund der zukunftsgerichteten Automatisierungs- und Supply-Chain-Technologien nach Überwindung der Pandemie einen starken Nachfrageimpuls für diese Produkte in den Märkten zu erleben, erwartet der Konzern für das Geschäftsjahr 2020, insbesondere im Segment Industrial Trucks & Services, einen deutlichen Rückgang der bedeutsamsten Steuerungskennzahlen gegenüber dem Vorjahr. So wird sich vor allem im Segment Industrial Trucks & Services eine deutliche Investitionszurückhaltung der Kunden bemerkbar machen. Vorübergehende Einschränkungen dürfte es auch im Servicegeschäft geben, wohingegen das längerfristige Projektgeschäft von Supply Chain Solutions weniger stark belastet werden dürfte. Insgesamt werden sich diese Veränderungen in der Nachfrage jedoch spürbar auf den Auftragseingang und den Umsatz auswirken, wodurch auch das EBIT bereinigt und der Free Cashflow belastet werden.