Automatisierung

Festo auf Aufholjagd

Festo Rainer Ostermann Festo Österreich
© Festo

Laut Unternehmensangaben steht Festo wirtschaftlich stabil da und hat die Pandemie bislang gut gemeistert. Die Festo Gruppe hatte im Geschäftsjahr 2020 pandemiebedingt einen Umsatzrückgang von 7,5 Prozent zu verkraften – der Umsatz lag bei 2,84 Milliarden Euro (Vorjahr 3,07 Milliarden Euro). Insgesamt gelang es aber durch vorausschauende Sparmaßnahmen und Beschäftigungssicherung 2020 mit einem operativen Ergebnis leicht über dem Vorjahr abzuschließen.

2021 als Aufholjahr

Die F+E-Quote des Unternehmens lag, wie im Vorjahr, bei 8 Prozent vom Umsatz. Für 2021 rechnet das Unternehmen mit einem Aufholjahr. „Wir sind gut in das Jahr gestartet, mit einem starken Wachstum im ersten Quartal. Dennoch ist das Pandemieende noch nicht abschätzbar. Wir setzen daher unseren Sparkurs fort. Gleichzeitig investieren wir weiter in unsere Wachstums- und Innovationsstrategie“, bekräftigt Vorstandsvorsitzender Oliver Jung.

Strategie 2025+

Schwerpunkte der Festo Strategie sind Wachstum und Performance, Innovation und Zukunftsmärkte, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sowie Nachhaltigkeit. Zudem setzt Festo auf den „Capability Shift“, die Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im digitalen Wandel. „Der Strukturwandel in vielen Branchen ist für uns deutlich spürbar von der Elektronikindustrie über die Elektromobilität bis hin zu LifeTech. Die Elektrifizierung in der Automobilindustrie nimmt gerade massiv Fahrt auf. Wir verzeichnen eine starke Nachfrage nach Automatisierungslösungen für die Produktion von Elektrofahrzeugen und Fahrzeugelektronik sowie die Batteriefertigung. Hinzu kommt ein großer Bedarf nach Qualifizierung im gesamten Spektrum der Elektrifizierung. Dies bietet uns für die nächsten Jahre große Wachstumschancen“, erläutert Jung.

Digital Education und LifeTech boomen

Der Bedarf an virtuellen Trainings in der Aus- und Weiterbildung (Digital Education) wächst in der Pandemie weltweit. Festo Didactic hat daher vor kurzem eine neue digitale Lernplattform, Festo LX, für den technischen Unterricht erfolgreich auf den Markt gebracht. Einen echten Boom erlebt auch das Geschäftsfeld LifeTech mit Medizintechnik und Laborautomation. Hier gibt es Zuwachsraten von über 100 Prozent. Festo baut daher sein 2018 eröffnetes Technical Engineering Center für LifeTech in Boston, einem der weltweit wichtigsten Entwicklungsstandorte für Life Science, fortlaufend aus, um diesen vielversprechenden Wachstumsmarkt zu erschließen.

Impulse vom österreichischen Markt

Auch in Österreich übertraf der Start ins neue Jahr die Erwartungen – LifeTech inklusive. Rainer Ostermann, Geschäftsführer Festo Österreich, sagt: „Der Start ins neue Jahr war deutlich stärker als erwartet. Aus verschiedenen Branchen gab es spürbar positive Impulse – Automobilindustrie inklusive. Das ist ein wichtiges Signal! Vor uns liegt ein spannendes Jahr, das sehr vom Impffortschritt geprägt sein wird. Der beeinflusst letztendlich auch die Gesamtstimmung bei den Menschen und der Wirtschaft. Grundsätzlich spüren wir jedenfalls, dass die Industrie und der Maschinenbau bereit sind, zwei Gänge höher zu schalten.“