Halbleiter

Zusätzliches Chip-Defizit durch Brand in Japan

Durch die hohe Nachfrage und Einschränkungen der Produktion durch die Coronapandemie herrscht eine weltweite Knappheit an Halbleitern. Ein Brand bei Renesas Electronics heizt die Lage zusätzlich an.

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Die Renesas-Fabrik in Naka bei Tokio.

Ein Brand in der Fertigungsanlage des japanischen Halbleiterkonzerns Renesas Electronics führt nach Einschätzung des Autozulieferers Bosch zu einer zusätzlichen Verknappung in der Lieferkette bei Mikrochips. Bosch arbeite mit Hochdruck daran, die Belieferung seiner Kunden trotz weiter angespannter Lage am Markt möglichst aufrechtzuerhalten und die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, teilte das Technologie-Unternehmen am Montag mit.

„Wir stehen dazu im engen, täglichen Austausch mit dem Kunden und unseren Zulieferern“, hieß es in der Mitteilung. Aufgrund steigender Nachfrage nach Mikrochips für den Einsatz in digitalen Produkten und der Beeinträchtigung der Produktion durch die Coronapandemie sind Halbleiter mittlerweile weltweit knapp. Dies hat einige Autobauer bereits dazu gezwungen, ihre Produktion zu drosseln. Die Renesas-Chipfabrik musste nach dem Brand teilweise stillgelegt werden. Nach Angaben der Japaner wird es rund einen Monat dauern, die Produktion in dem Werk wieder hochzufahren.

Die Materialbasis für Halbleiter ist hochreines Silizium – dieses umfasst nur wenige Prozent der gesamten Menge an weltweit hergestelltem reinem Silizium. China ist der größte Produzent von beiden Varianten. Experten gehen davon aus, dass sich die Lage auf der Angebotsseite an Chips wieder beruhigt, wenn die Nachfragespitzen abgearbeitet oder neue Produktionskapazitäten aufgebaut sind. Das eine Problem soll sich im ersten Halbjahr dieses Jahres lösen, ein Kapazitätsaufbau neuer Anlagen kann aber Jahrzehnte dauern. (apa/red)