Manfred Litzlbauer, Geschäftsführer der Energie AG Oberösterreich Data GmbH

Netzausbau Österreich

Woher mit der benötigten Breitband-Milliarde?

Manfred Litzlbauer, Geschäftsführer der Energie AG Oberösterreich Data, räumt auf mit dem IT-Paradoxon in Österreich. Warum mehr Leistung zu geringeren Preisen nicht funktionieren kann und wie sich die Telekommunikationsbranche hier selber in eine preispolitische Sackgasse manövriert hat.

IT Meinung Blog Energie AG
„Der irrationale Preiskampf hat jene Gewinne gefressen, die wir für den Netzausbau dingend bräuchten.“ Manfred Litzlbauer, ist Geschäftsführer der Energie AG Oberösterreich Data GmbH.

Österreichs Kunden sind zufrieden mit dem Preis, den sie für ihren Internetzugang bezahlen. Das klingt erfreulich. Gleichzeitig sind sie aber unzufrieden mit der Leistung, die sie dafür bekommen. Das ist paradox. Jetzt wollen sie mehr Leistung zu unverändert niedrigen Preisen. Das wiederum ist unrealistisch. In diese Sackgasse haben sich Österreichs Telekommunikationsanbieter selbst manövriert. Sie haben einen Preiskampf geführt, obwohl sie einen Qualitätskampf hätten führen sollen. Das hat zu einer Situation geführt, die Investitionen erschwert. Denn der irrationale Preiskampf hat jene Gewinne gefressen, die wir für den Netzausbau dingend bräuchten. Sogar heimische Telekomanbieter engagieren sich lieber in ausländischen Märkten, als in Österreich zu investieren.

Kunden, die mit „bis zu 16 Mbit“ um 10 Euro pro Monat geködert wurden, bekommen diese Leistung viel zu oft nicht, wenn sie diese tatsächlich brauchen. Frustriert erwarten sie von Anbietern mit Top-Qualität einen ähnlichen Preis. Als Energie AG Data garantieren wir 100 Mbit unlimitiert, ungedrosselt, zu 99.99 Prozent ausfallsicher und praktisch flächendeckend bis ins private Wohnzimmer für eine Anschlussgebühr von 300 Euro und eine Monatsgebühr von 45 Euro. Den utopischen Preisvorstellungen können wir damit freilich nicht gerecht werden.

Deutsches Preisniveau wäre besser. 

Als Energie AG Data haben wir in Oberösterreich ein über 5.000 Kilometer weites Glasfasernetz gespannt, das alle Gemeinden unseres Bundeslandes anbindet. Rund 140 Millionen Euro haben wir dafür investiert. Weltkonzerne und mittelständische Unternehmen in unserem Bundesland nutzen diese lichtschnelle Datenübertragungen von bis zu 10 Gbit/s – für die Vernetzung von Firmenstandorten, die Anbindung eines Backup-Rechenzentrums oder dem Internet. Damit garantieren wir – wie übrigens viele andere heimische Telekommunikationsunternehmen auch – Datensicherheit „made in Austria“. Österreichische Sicherheitslösungen sind nicht nur ein Gebot der Stunde, sie sind längst Realität. In punkto Netzversorgung und -dichte können wir uns durchaus mit Deutschland messen. Hätten wir auch das deutsche Preisniveau, wäre der weitere Ausbau bis zu Betrieben und Haushalten in der Peripherie leichter zu realisieren. Immerhin macht die Infrastruktur rund 80 Prozent der Kosten aus. Immerhin kostet ein Anschluss an das Glasfasernetz rund 2.000 Euro.  

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Die Breitband-Milliarde. 

Das macht nachvollziehbar, warum der weitere Ausbau Anschlussraten von zumindest 50 Prozent in den Siedlungsgebieten braucht, um wirtschaftlich zu sein. Davon sind wir leider momentan noch weit entfernt.

Die versprochene Breitband-Milliarde der Bundesregierung sollte den nötigen Impuls für den weiteren Ausbau geben. Fraglich ist freilich noch, an welches Förderkonzept diese gebunden sein wird. Denn immerhin würde eine 30-prozentige Förderquote bedeuten, dass die Telekommunikationsunternehmen weitere zwei Milliarden Euro investieren müssten, um die Förderung abholen zu können. Da auch die Banken derzeit extrem risikoempfindlich sind und nur gute Business-Cases finanzieren können, bleibt zu hoffen, dass die dringend nötige Breitband-Milliarde so gestaltet ist, dass sie für die gesamte Telekommunikationsbranche einen echten Investitionsanreiz schafft.

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