Ersatzteilbeschaffung

Wie Sparox die Beschaffung von Ersatzteilen revolutioniert

Sparox ist ein Start-up mit hohem Nischenanspruch und managt die Ersatzteilbeschaffung der Energiewirtschaft. Mit über 12.000 Teilen erleichtern sie den Netzwerkpartnern die Suche nach dem dringend benötigten Ersatzteil.

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Rascher zu Ersatzteilen zu kommen, das spart Energieanbietern Zeit und Geld. Nicht nur Standard-Ersatzteile werden via Sparox schneller gesucht und gefunden, die Plattform ist auch tauglich für Raritäten oder Spezialitäten.

Die Idee ist einfach, hat aber voll eingeschlagen: Die Energiewirtschaft braucht Ersatzteile, und ein Start-Up organisiert, checkt und liefert, was gebraucht wird. Dahinter stecken - im übertragenen Sinn - zwei Gründerväter: einmal eine schlaue Idee und zweitens ein Energieversorger als Initiator. „Das Projekt wurde von Wien Energie im Rahmen der Innovation Challenge Sprint Edition 2018 ins Leben gerufen“, so Sonja Zahradnik, Projektleiterin Sparox, „der Name ist in Anlehnung an den englischen Begriff ,Spareparts’ entstanden, die Abkürzung OX soll die Abkürzung Open Exchange darstellen.” Die Plattform wird von Wien Energie finanziert und betrieben, sie ist gemeinsam mit anderen Energieversorgern sowie Anlagenbetreibern aus dem deutschsprachigen Raum aufgebaut worden. Die Idee dahinter war es, ein Netzwerk zu gründen, um rascher zu Ersatzteilen zu kommen, das spart Energieanbietern Zeit und Geld.

Ein Nischenangebot schlägt voll ein

Selten, aber wahr, das junge Start-Up erobert einen Bereich, den niemand sonst im deutschsprachigen Raum abdeckt: „Derzeit besetzen wir nach unserem Wissensstand im D-A-CH-Raum eine Nische“, stellt Mathias Hofmann, Leiter Finanzen, Controlling und Beschaffung der Wien Energie, mit Stolz fest, „wir definieren mit Sparox bei der Beschaffung am Energiemarkt neue Maßstabe“. Das Alleinstellungsmerkmal ist der Austausch von Ersatzteilen nicht nur zwischen Lieferanten und Anlagen, sondern auch der innerhalb des Netzwerks - inklusive die daraus entstehenden Synergien zwischen den einzelnen Anlagen und Energieversorgungsunternehmen (EVU). Glasklare Schlussfolgerung daraus für Zahradnik: „Die Hilfestellungen und Synergien, die Sparox schafft, gibt es sonst nicht am Markt“. Und es gibt auch einen Umweltvorteil. Mit der neuen Plattform für Ersatzteile werden Ressourcen geschont, da nicht mehr gebrauchte Ersatzteile bei anderen Partnern wieder verwendet werden können und nicht verschrottet werden müssen. Damit werden nicht nur Emissionen verhindert und Primärrohstoffe eingespart, sondern auch Produktzyklen verlängert.

Einfache Ersatzteilsuche mit schneller Reaktionszeit

Und so arbeitet das Netzwerk der Plattform: Wird ein Ersatzteil dringend benötigt, ist aber nicht auf der Plattform bereits vorhanden, kann einfach eine Anfrage an das Netzwerk gestellt werden. In weniger als fünf Stunden erhält man Rückmeldungen von allen Sparox Partnern über Verfügbarkeit und Preis des benötigten Teils. So kann eine schnelle Reaktion auf spontanen Bedarf sichergestellt werden. Klein, aber schnell agiert das Start-up, sein Team besteht zurzeit aus sechs Personen und externen Auslagerungen für verschiedenen Aufgaben. Das Netzwerk aber wächst stetig und besteht bereits aus über 20 Partnern im D-A-CH Raum, z.B. aus FCC Zistersdorf Abfall Service, IWB Basel, MHKW Bamberg, Renergia Zentralschweiz, RBB Böblingen oder Wiener Netze.

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Wer Raritäten sucht ist hier richtig

Damit wird die Beschaffung am Energiemarkt in Richtung Plattform-Wirtschaft komplett neu definiert. Aber nicht nur Standard-Ersatzteile werden via Sparox schneller gesucht und gefunden, die Plattform ist auch tauglich für Raritäten oder Spezialitäten. Insbesondere Ersatzteile mit langer Lieferzeit oder mit geringer Lagerumschlagshäufigkeit sind relevant für die Suchenden auf der Plattform, wie z.B. Roststäbe bei Müllverbrennungsanlagen, ausgewählte Messtechnikinstrumente oder bestimmte, seltene Pumpen. Das hat auch wirtschaftliche Vorteile für Netzwerkpartner, denn die Verfügbarkeit von Ersatzteilen wird erhöht. Gleichzeitig kann man sich auf ein Netzwerk für Ersatzteile im Notfall verlassen - und so auch Stillstandskosten reduzieren. Wird dennoch kein passendes Teil gefunden, dann kann eine weitere innovative Dienstleistung in Anspruch genommen werden. Gewünschte Ersatzteil werden über die 3D Druck Technologie hergestellt. Dabei werden Ersatzteile und Prototypen aus Kunststoff, Kunstharz oder Metall gedruckt, wenn sie nicht mehr vorhanden sind oder optimiert werden sollen.

Am Sprung zum Weltmarkt

Bedient werden im Netzwerk der Plattform momentan Müllverbrennungsanlagen, Gas- und Stromnetze, künftig auch thermische Kraftwerke und Biomasse-Anlagen. „Ersatzteile, die tagelang gesucht wurden, konnten in kurzer Zeit auf Sparox direkt oder durch das Netzwerk gefunden werden“, so Mathias Hofmann. Die verfügbare Menge kann sich sehen lassen. Mehr als 12.000 Ersatzteile wurden bereits hochgeladen und katalogisiert, davon über 9.400 in den Kategorien Müllverbrennung und 2.600 Teile in den Bereichen Kleinkraftwerke, thermische Anlagen sowie Gaskraftwerke. Und wohin soll die Reise des Start-Ups gehen? Sonja Zahradnik dazu selbstbewusst: „2030 werden wir uns nicht mehr auf den D-A-CH Raum beschränken, sondern global liefern, vielleicht auch nicht nur Ersatzteile für den Energiesektor, sondern Vieles mehr.“ Grenzen dafür soll es definitiv nicht geben, weder regional noch inhaltlich, denn: „Unser Ziel ist es, Amazon für Ersatzteile zu werden!“

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