Energieeffizienzprojekt

Wie sich die steirische MFL 100.000 Euro Energie pro Jahr spart

Mit einer Investition von rund einer halben Million Euro hat die Ennstaler Maschinenfabrik Liezen und Gießerei (MFL) die interne Energieversorgung umgestellt. Das hat vor allem wirtschaftliche Auswirkungen.

MFL Maschinenbau Energietechnik Energieeffizienz

Heiße Wärmebehandlung: Etwa Gussteile für die internationale Bahnindustrie werden in den bis zu 1.000 Grad heißen Öfen von MFL verarbeitet – die Abwärme wird nun in ein internes Energienetz eingespeist.

In der Produktion einer der größten Arbeitgeber der Region geht es bekanntlich heiß her: Denn beim Technologieunternehmen MFL werden – vereinfacht ausgedrückt – Gussteile in bis zu 1.000 Grad heißen Wärmebehandlungsöfen verarbeitet. „Wir sind speziell im Bereich der Gießerei ein klassisch energieintensiver Betrieb“, bringt es MFL-Geschäftsführer Herbert Decker auf den Punkt. Als Anhaltspunkt: Allein die Abwärmetemperatur aus diesen Öfen reicht zu Spitzenwerten an die 900 Grad Celsius.

Energie von 100 Ennstaler Einfamilienhäuser

Diese Höchsttemperaturen hat sich das innovative 800-köpfige Unternehmen unlängst zu Nutze gemacht: Durch die Installation von Wärmetauschern wird seit dem Vorjahr die Abwärme von insgesamt vier Öfen in ein betriebsinternes Heizungsnetz eingespeist. „Damit können wir die sonst ungenutzte Temperatur wiederverwerten“, vereinfacht Decker. Konkret werden durch die vier Wärmerückgewinnungsanlagen rund 2.000 Megawattstunden in das MFL-Heizungsnetz zugeführt – fast ein Viertel der eingesetzten und sonst ungenutzten Energie kann so wiederverwertet werden. Als Anhaltspunkt: Das entspricht etwa dem Energieverbrauch von 100 steirischen Einfamilienhäusern.

MFL-Geschäftsführer, Herbert, Decker, (2., v., l.), mit, den, Projektverantwortlichen, Manfred, Wolf, Peter, Fuchs, und, Roland, Kahr, (v., l.) © MFL

Das Projektteam von MFL: (v.l.n.r.) Projektverantwortlicher Manfred Wolf, mit MFL-Geschäftsführer Herbert Decker und weiteren Projektverantwortlichen Peter Fuchs und Roland Kahr.

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Energie zur Beheizung genutzt

Genutzt wird die neu entstandene Energie – insbesondere in den aktuellen Wintermonaten – zur Beheizung der MFL-Räumlichkeiten. Während des Sommers wird die überschüssige Energie, sofern sie nicht am Betriebsstandort Verwendung findet, in das Fernwärmenetz Liezen eingespeist. „Mit dieser Maßnahme wollen wir unserer Rolle als zukunftsorientiertes Technologieunternehmen unterstreichen. Für uns ist entscheidend, hier einen nachhaltigen Beitrag in der Region zu leisten – über die gesetzlichen Normen hinaus“, sagt der MFL-Geschäftsführer. Das Projekt macht sich auch auf CO2-Basis bezahlt: Immerhin könne man mit Hilfe der Maßnahme den Ausstoß um fast 500 Tonnen jährlich senken, unterstreicht Decker.

Einsparungen im Bereich von 100.000 Euro pro Jahr

Für diese ökologische Trendwende investierte der Ennstaler Vorzeigebetrieb rund eine halbe Million am Standort: 1.400 Meter Heizungs- und 700 Meter Verbindungsleitungen wurden installiert – nicht ohne Weitblick: „Diese Investition ist umwelttechnisch und wirtschaftlich gleichermaßen nachhaltig: Denn die Investition ermöglicht Einsparungen im Bereich von 100.000 Euro pro Jahr. Wirtschaftlichkeit und Umweltbewusstsein schließen einander nicht aus“, betont Gießereileiter Peter Fuchs, der sich ebenso wie die Projektleiter Michael Wolf und Roland Kahr mit der Umsetzung zufrieden zeigt: „Mit dieser Art der Energieversorgung haben wir nun den ersten Winter bestritten – die Einsparungen sind teilweise sogar höher als angenommen“, erklärt das Duo unisono.

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