Maschinen- und Anlagenbau

Wie SEP Automation sein Geschäftsfeld erweitert

Noch brummt die Konjunktur im Maschinenbau. Manche Unternehmen nutzen diese Chance und erweitern ihr Produktportfolio, um sich mit einem breiteren Angebot am Markt zu diversifizieren. So wie die burgenländische SEP Automation in Hornstein.

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Die Unternehmer hinter SEP (v.l.n.r.): Andreas Fischer (CEO), Clemens Fischer (CTO) und Bernhard Haas (CEO) haben sich auf Komplettlösungen roboterbasierte Automatisierungs-, Montage- und Bearbeitungsanlagen spezialisiert. Und das mit internationalem Erfolg. 

Begonnen hat alles im Jahre 2013, als das Unternehmen als kleine Softwareschmiede für CNC- und SPS-Steuerungen sowie Roboter-Programmierungen und Industrie 4.0-Lösungen gegründet wurde. Innerhalb nur sechs Jahren entwickelt und fertigt die SEP Automation mittlerweile als Komplettlösungsanbieter roboterbasierte Automatisierungs-, Montage- und Bearbeitungsanlagen sowie Sondermaschinen. Die Kunden der Burgenländer stammen im Wesentlichen aus der Automobil-, Luftfahrt-, Elektronik- und metallverarbeitenden Industrie sowie Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Zahlreiche Großaufträge erfordern nun eine Vergrößerung der Betriebsfläche. Mit dem Ausbau der Gebäude will das Unternehmen in den nächsten zwei Jahren von den 40 Mitarbeitern auf 65 Mitarbeiter anwachsen. Dafür soll die Hallenfläche jetzt fast verdreifacht und das Bürogebäude verdoppelt werden.

Bernhard, Haas, SEP, Group © SEP Group

„Dass wir zusätzlich Maschinen- und Anlagenbauer wurden, haben wir mehr oder weniger unseren eigenen Kunden zu verdanken.“ Bernhard Haas, Geschäftsführung Vertrieb bei der SEP Group

Von der Software zur Roboterzelle

Dabei siedelte sich SEP für seine Geschäftsfelderweiterungen ganz bewusst in Marktnischen an, um für die Stammkunden wie zum Beispiel die großen Maschinenbauer keine Konkurrenzsituation zu bieten. Ganz im Gegenteil, das Unternehmen unterstützt seine bisherigen Kunden auch weiterhin sehr tatkräftig. „Dass wir zusätzlich Maschinen- und Anlagenbauer wurden, haben wir mehr oder weniger unseren eigenen Kunden zu verdanken“, erklärt Bernhard Haas, Geschäftsführung Vertrieb bei SEP Automation. „Das heißt, wir wurden kundenseitig gebeten, unser Leistungsportfolio zu erweitern. Das sind dann Chancen, die man wahrnehmen kann oder nicht. Wir haben uns eindeutig dafür entschieden.“ So war es kein Wunder, dass die Ansprechpartner der „neuen“ Firmen auch zum Teil die alten geblieben sind.

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Tipp der Redaktion: SEP gewährt einen Einblick in ein spezielles Greiftechnik-Roboterprojekt am 17. Oktober auf der 3. Industrierobotik. Infos, Programm und Anmeldung hier. 

Modularer Komplettanbieter

Bereits im Jahre 2015 hat sich SEP dazu entschlossen, einen eigenen Bereich der Mechatronic Solutions aufzubauen. Wobei die ersten Aufträge aus dem Bereich der klassischen Robotergreiftechnik kamen. Nachdem neue Mitarbeiter eingestellt wurden, ergänzten Konzeptionsdienstleistungen das Leistungsangebot. Auf diese Weise arbeitete sich das Unternehmen Schritt für Schritt in die neuen Aufgabenstellungen ein und entwickelte sich so zu einem Komplettanbieter mit Lösungen aus einer Hand. Gleichzeitig begleitet SEP seine Kunden von der Idee bis hin zur Realisierung einer schlüssel- und produktionsfertigen Anlage. „Wir sind zwar Komplettanbieter, aber der Kunde kann sich natürlich auch jederzeit für einzelne Bausteine unseres Angebots entscheiden“, sagt Haas. „Ohne dass wir mit unseren bestehenden Auftraggebern in die Quere kommen.“ Wobei die Kompetenzerweiterung in Richtung roboterunterstützten Anlagen den bisherigen Leistungen schon sehr nahe liegt. Da die Burgenländer die Softwarelösungen und Schnittstellen des Auftraggebers sehr gut kennen, sind sie geradezu prädestiniert, ein stimmiges Komplettlösungspaket aus einer Hand anzubieten. "Also alles, außer Standard“, sagt Haas. Übrigens: Finanziert haben die Burgenländer die Geschäftsfelderweiterungen aus den Geldmitteln, die sie über das Softwareengineering erwirtschaftet haben. 

Anger, Machining, SEP, Group © Anger Machining

SEP hat die Österreichvertretung für Magnescale: Zum Einsatz kommen diese Messsysteme beispielsweise in der neuen SP-Serie von Anger Machining.

Österreichvertretung für Magnescale Längen- und Winkelmesssysteme

Laut Haas ist es für SEP ein großer Vorteil, dass das Unternehmen sich mit einer überschaubaren Mannschaft sehr viel Flexibilität bewahren kann. Große Maschinenbauer oder Automatisierer mit 500 oder gar 1.000 Mitarbeitern vermögen diese Flexibilität dagegen nicht mehr zu leisten und sind in der Regel auch noch teurer. „Wir übernehmen dagegen die Aufgaben eines Sondermaschinenbauers, wo ein großer Anbieter eher ablehnt“, erklärt Haas. „Zudem haben die großen Maschinenbauer in der Hochkonjunktur zu geringe Kapazitäten, um sich beispielsweise auch im Bereich Software aufzustellen.“ Neben diesen Aufgaben übernimmt SEP auch die Österreichvertretung für Magnescale Längen- und Winkelmesssysteme. Die Produkte positionieren sich als ultrahochauflösende Längen-u. Winkelmesssysteme für Anwendungen im Nano- und Picometerbereich. „Die Systeme bewähren sich als extrem robust gegenüber Verschmutzungen wie Öl, Wasser und Staub“, betont Haas. „Vor allem zeigen sie erstklassige Vibrations- und Schockfestigkeiten auf.“

Einsatz bei Anger Machining

Zum Einsatz kommen die Messsysteme von Magnescale beispielsweise in der neuen SP-Serie von Anger Machining, einem Anbieter schlüsselfertiger Maschinenlösungen für die Zerspanung von Serienteilen und Strukturbauteilen. Da es für Strukturbauteile und großvolumige Komponenten aus Aluminium und Magnesium am Markt fast keine spezialisierten Bearbeitungszentren gibt, stößt Anger Machining mit der neuen SP-Maschinengeneration quasi in eine wenig besetzte Marktlücke. Hier übernimmt die SP-Maschinengeneration von Anger eine Vorreiterrolle. Die Dimensionierung der Maschine erlaubt sogar die Bearbeitung von großen Batteriewannen. An dieser Innovation wie auch an anderen Anger-Lösungen ist SEP mit der Basisentwicklung des Softwareengineerings als auch mit Automationslösungen beteiligt. 

Tipp der Redaktion: SEP gewährt einen Einblick in ein spezielles Greiftechnik-Roboterprojekt am 17. Oktober auf der 3. Industrierobotik. Infos, Programm und Anmeldung hier. 

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