Mensch-Maschine-Kommunikation

Wie ein Wiener-Start-up die Kommunikation mit Maschinen verbessert

Dem technologischen Ur-Traum von perfekter Mensch-Maschine-Kommunikation ist ein Wiener Start-up mit Riesenschritten auf den Fersen. Wie mit Deep Learning der Dialog wie ein normales Gespräch abläuft.

Von
IT Ondewo Deep Learning Big Data Start-up Künstliche Intelligenz

Wovon Fantasy-Filme vor hundert Jahren schon träumten, das machen heute Künstliche Intelligenz und Algorithmen immer realitätsreifer. Es geht darum, dass Mensch und Maschine miteinander reden und so kommunizieren, wie das Menschen untereinander tun. Genau dafür macht sich das Wiener Start-up Ondewo seit seiner Gründung im Juni 2017 stark. Die beiden Co-Founder Andreas Rath und Alexander Schult sind intensiv dabei, dass der „Small-Talk“ mit der Maschine auch von dieser gehört und darauf geantwortet wird. Und wie funktioniert das: „Wir haben eine Conversational AI Plattform mit fortgeschrittenen Deep Learning- und Machine Learning Algorithmen entwickelt”, erklärt Andreas Rath das Geheimnis jener Plattform, die es Maschinen erlauben soll, natürlich-sprachliche Dialoge mit Menschen zu führen – mit dem Ziel, das besser als alle bisherigen Lösungen zu schaffen.

Auf eigener Basis stehen

Ursprünglich wollten die beiden Gründer in einer Chatbot-Lösung für das Vermitteln von Dienstleistungen die Basis für die Kommunikationsplattform finden. Aber existierende Cloud-basierte Chatbot-Plattformen waren nicht für komplexe Unternehmensanwendungen geeignet. Damit war klar: „Es galt, die Conversational AI Plattform selbst zu bauen”, so Rath im Rückblick, und das war der erste Schritt für die erfolgreiche Produktentwicklung und das Start-up Ondewo. Beide Gründer kannten einander schon aus gemeinsamen Tätigkeiten und Projekten, etwa jenen in der Digital Practice bei McKinsey & Company. Zu Eigenmitteln kam 2017 auch eine wirksame Finanzspritze als Starthilfe: „Im ersten Jahr hat uns das Austria Wirtschaftsservice aws im Rahmen von aws PreSeed bei unserer Hochtechnologieentwicklung bei den Gesamtprojektkosten von rund 225.000 Euro unterstützt“, so Andreas Rath zur Startphase.

© Ondewo

Schlaue Plattform hört und spricht

Mit ersten Proof-of-Concept Anwendungen für Ministerien, Versicherungen und Telekommunikations-Unternehmen, aber auch mit einem Benchmarking gemeinsam mit der WU Wien hat die Ondewo Plattform erste Praxistest bestanden. Für große Industriekunden gilt es nun, so Andreas Rath, „konkrete Lösungen für immer komplexere Use Cases umzusetzen“. Das vor allem dann, wenn herkömmlichen Chatbot-Plattformen und auf Textsuche-basierte Lösungen nicht mehr ausreichen. Bei Ondewo läuft es komplexer und genauer: AI-basierte Meta-Algorithmen lernen automatisch, für welche Anfrage welcher der fast 20 AI-Algorithmen die besten Antworten liefern kann. Dadurch erzielt die Plattform überdurchschnittlich hohe Erkennungsraten.

White Paper zum Thema

Algorithmen nach Bedarf

Der Kern der Innovation liegt in diesem Hybridansatz, der unterschiedlichste Erkennungsalgorithmen für Gesprächsinhalte und Benutzerintentionen verwendet. Genau da setzen auch die Leuchtturm-Projekte von Ondewo an, sie reichen von der Automatisierung für Call-Center Kommunikation mit Endkunden, über Sprachsteuerung und automatisches Ausfüllen von Formularfeldern, bis hin zum AI-basierten Chatbot für komplexe Unternehmensprozesse. Rath definiert die Ondewo Zukunftsvision so: „Ziel ist ein skalierbares, lizenz-basiertes Geschäftsmodell mit einem starken Netzwerk von Wiederverkäufern und Software-Integrationspartnern, um SAP für Conversational AI zu werden“.

Verwandte tecfindr-Einträge