Lohnfertigung 4.0

Wie ein Start-up die Lohnfertigung agiler macht

Bei Kreatize will man mehr Agilität in den Maschinenbau bringen. Wie das Start-up mit seinem Netzwerk die Abwicklung von Lohnfertigung vereinfacht.

Von
Kreatize Start-up

Die Geschäftsführer von Kreatize, Thomas Hoffmeister, Simon Tüchelmann, Daniel Rodriguez (v.l.n.r.), machen die Lohnfertigung agiler.

Gemeinsam mit seinem Studienkollegen Daniel Rodriguez hatte Simon Tüchelmann 2015 eine Vision: Eine intelligente Beschaffungsplattform, die automatisiert Marktpreise für Bauteile berechnet und bei Bestellung sekundenschnell den passenden Lieferanten findet. Daraus entstand das Start-up Kreatize. Der Idee ging ein Problem voran, dass Simon Tüchelmann, Gründer und CEO von Kreatize, am Markt erkannte: „Die manuelle Bewältigung von Abläufen, wie die Bearbeitung von Kundenanfragen und die Suche nach passenden Lieferanten, kostet die Unternehmen viel Zeit und Geld. Dies wollte ich ändern.“

Bauteil-Onlineshopping

Das deutsche Start-up fertigt keine Teile, sondern übernimmt für seine Kunden die Suche nach einem geeigneten Lieferanten, die Organisation der Logistik und die Qualitätskontrolle. Über die Onlineplattform können die Kunden Aufträge zu subtraktiven und additive Fertigungsverfahren beauftragen. Der Kunde lädt über die Website CAD-Dateien der gewünschten Bauteile hoch und die Software gleicht die Informationen mit Fertigungsdaten in einer Datenbank ab. Kreatize berechnet als Vermittler zwischen Hersteller und Kunde aus den aktuellen Marktpreisen für Material und Versand ein Angebot für den Kunden und den Hersteller.

Passender Partner für den Auftrag

Tüchelmann ist überzeugt, dass die Dienstleistung für Kunden und Hersteller Vorteile bietet: „Mit unserem Netzwerk erreichen wir die optimalen Preise, denn wir bündeln Aufträge, platzieren diese passgenau und erreichen somit die größtmögliche Effizienz.“ Heute umfasst das Partnernetzwerk rund 500 Lohnfertiger aus ganz Europa, aus dem Dreh-, Fräs-, Laser- und 3D-Druck-Bereich. Den Netzwerkpartnern verspricht das Start-up eine höhere Auslastung ihrer Kapazitäten. Die Partner registrieren sich dazu in deren Onlineportal „Kaktus“ und bekommen auf deren Maschinenpark angepasste Aufträge angeboten.

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Qualitätsansprüche und Agilität

Um die Qualität der gefertigten Produkte sicherzustellen werden die Lohnfertiger vor der Aufnahme ins Netzwerk auditiert. Fertige Produkte werden im Qualitätszentrum von Kreatize geprüft. „Vor der Auslieferung an die Auftraggeber kontrollieren wir in unserem Qualitätszentrum im Süden Deutschlands die Abmessungen und überprüfen die Ware auf Falsch- beziehungsweise Schlechtlieferungen und Transportschäden“, erzählt Thomas Hoffmeister, CCO bei Kreatize. Werden die Standards nicht erfüllt, erfolgt vor Ort die Nachbearbeitung. Die Mitarbeiter im Qualitätszentrum führen verschiedene Oberflächenbehandlungen, Industriewaschungen zur Entfettung oder Messberichte durch. Tüchelmann ist überzeugt, dass seine Vision einer agilen Fertigungswelt die richtige Antwort auf die aktuellen Herausforderungen im Maschinenbau ist: „Unser Geschäftsmodell ist nicht erst seit COVID-19 krisensicher - wir haben weder mit Lieferengpässen noch mit Kapazitätsgrenzen zu kämpfen. Die durchweg positive Resonanz von jedem, der uns kennenlernt, gibt uns Recht. Und so arbeiten bereits heute hunderte Kunden erfolgreich mit uns zusammen.“