Digitalisierung

Wie die Strabag ihre Baustellen digitalisiert

Keine Server, lieber Cloud: Um ein britisches Infrastrukturgroßprojekt schnell und effizient zu erledigen, setzt der Baukonzern Strabag auf Clouddienste von Microsoft. Ein wichtiger Schritt Richtung Baustelle der Zukunft, bei der auch Drohnen eine Rolle spielen.

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Strabag ist bei Cloud-Computing und der Vernetzung ihrer Mitarbeiter klare Branchenvorreiterin.

Die Digitalisierung bestehender Prozesse und Wertschöpfungsketten zählt weltweit für Unternehmen zu den wichtigsten Herausforderungen, um für die Zukunft gerüstet zu sein und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Das gilt selbstverständlich auch für die Baubranche. Die weltweite Vernetzung smarter Baumaschinen sowie datenerfassender und -sendender Komponenten bedeutet, dass traditionelle Bauprozesse einem maßgeblichen Wandel unterliegen und nachhaltig von der Digitalisierung profitieren.

Dabei sind auch Teile der Geschäftsprozesse – von der Planung und Ausführung über Produktion und Betrieb bis hin zur Administration – an die neue Art der Informationsverarbeitung und des Prozessmanagements anzupassen. Strabag, einer der führenden europäischen Technologiekonzerne für Baudienstleistungen, setzt dabei unter anderem auf Microsoft-Technologien. So veranschaulicht zum Beispiel ein aktuelles Infrastrukturgroßprojekt in England bereits heute, wie die Baustelle von morgen aussieht.

Die Digitalisierung als nächster logischer Schritt

Im Jahr 2017 hat Strabag als Teil eines Konsortiums den Auftrag für die Ingenieurbauarbeiten der Lose S1 und S2 der neuen britischen Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecke HS2 erhalten, die eine dringend benötigte Schnellverbindung in den Norden Englands ermöglichen wird. Um das Bauvorhaben auch in Sachen IT-Infrastruktur optimal aufzusetzen, lag die Lösung des vorliegenden Falls für Strabag auf der Hand: mittels der durchgängigen Vernetzung cloud-basierter Infrastrukturen wurden die Kosten für Server-Aufbau und -Abbau nachhaltig reduziert und gleichzeitig die Effizienz, Sicherheit und Umsetzungsgeschwindigkeit des Projektes maximiert.

White Paper zum Thema

Um ein großes Infrastrukturprojekt in London optimal abzuwickeln, setzt Strabag auf die Cloud-Lösung Microsoft Azure.



„Wir sind weltweit tätig, daher befinden sich unsere Baustellen oft mehrere 1.000 Kilometer voneinander entfernt. Es ist unsere Aufgabe, die benötigten Infrastrukturen zur richtigen Zeit an den jeweils richtigen Ort zu bringen. Nur so lassen sich unsere komplexen Bauvorhaben termin- und qualitätsgerecht umsetzen“, so Marco Xaver Bornschlegl, Bereichsleiter IT Services (Infrastruktur) bei Strabag Österreich.

Strabag geht weg von physischen Servern

Die Herausforderung dabei: Die Logistik der Bauvorhaben umfasst heute weitaus mehr als den möglichst reibungslosen und schnellen Transport von gigantischen Großmaschinen und unzähligen Tonnen an Baumaterial. Dezidierte Server-Infrastrukturen und viele weitere Hardware-Lösungen sind längst ebenfalls unerlässlich geworden. Schließlich müssen Pläne, Zeitaufzeichnungen, Kalkulationen, Abrechnungen zentral verwaltet und auch mit den Kollegen in den Zentralen geteilt werden. Früher wurden die physischen Server also bestellt, angeliefert und vor Ort installiert. Unter Umständen kam es dabei aber zu kostspieligen Verzögerungen von mehreren Wochen. Eine stabile Internetverbindung vorausgesetzt, dauert es heute lediglich wenige Stunden bis die Cloud-Services eingerichtet sind und zur Verfügung stehen.

Microsoft bot Flexibilität und Sicherheit

Um das Projekt in London optimal abzuwickeln und größtmögliche IT-Sicherheit und Ressourceneffizienz zu gewährleisten, setzt Strabag im Rahmen des Infrastrukturgroßprojekts auf die Cloud-Lösung Microsoft Azure. „Grundlegend bei der Anbieterwahl war für uns, dass wir all unsere Bau- und Projektpläne, Kalkulationen sowie Berechnungen künftig an einem zentral gesicherten und rund um die Uhr zugänglichen Ort konsolidieren können. Microsoft hat uns hierbei die größtmögliche Flexibilität und Datensicherheit geboten“, bringt Bornschlegl den Auswahlprozess auf den Punkt.

Nicht nur Baustellen sind digital

Mittels Microsoft Azure verwaltet Strabag baustellenbezogene Daten in einer zentralisierten Cloudumgebung. Die redundant aufgebauten zentralen Fileserver ermöglichen dabei ein verbessertes Sicherheitskonzept und sorgen für erhöhte Ressourceneffizienz. Gleichzeitig gehört dank dem universellen Cloud-Zugriff mit Hilfe mobiler Endgeräte der aufwändige Auf- und Abbau der jeweiligen Server-Infrastrukturen auf den Baustellen endlich der Vergangenheit an.

Strabag © Strabag

Dank universellem Cloud-Zugriff mit Hilfe mobiler Endgeräte gehört für Strabag der aufwändige Auf- und Abbau der jeweiligen Server-Infrastrukturen auf den Baustellen endlich der Vergangenheit an.

„Bevor wir die neuen Wege mittels Cloud Services gehen konnten, hatten wir auf unseren Baustellen jeweils eigene Server-Strukturen im Einsatz. Nach dem Aufbau wurden diese jeweils aufwändig repliziert, um die Daten auf die zentralen Fileserver zu übertragen. Mit unserer neuen Cloud-Lösung haben die Bauleitung und Projektbeteiligten nun die Möglichkeit, von überall aus auf der Welt mit ihren unterschiedlichsten Devices auf die für sie relevanten Daten zuzugreifen. Alles was wir nun noch vor Ort benötigen, ist eine funktionierende Internetverbindung – das wird speziell die Arbeit unserer operativen Kollegen auf unseren vielen Baustellen zukünftig wesentlich einfacher machen“, so Bornschlegl.

Verbesserte Zusammenarbeit und Produktivität

Neben Microsoft Azure hat Strabag auf Baustellen auch Office 365 Enterprise im Einsatz: Office 365 Enterprise bietet dem Technologiekonzern eine vollständig integrierte Lösung, die effizientes Arbeiten im Team, gemeinsame Dokumenterstellung und sichere Dateifreigabe bietet. Bei Strabag war man sich bewusst, dass man die Produktivität mit modernen Kollaborationstools erhöhen kann. Doch welcher Anbieter ist der richtige dafür? „Jeder User kennt das Microsoft Office Interface - das war für uns ausschlaggebend. So mussten sich unsere Mitarbeiter nicht auf neue Tools und Designs einstellen. Microsoft Office 365 verbindet eine gewohnte Userumgebung mit den Vorzügen des Cloud-Computings“, sagt Bornschlegl. 

„Die Office 365 Suite bietet aktuell bereits rund 3.000 Strabag-Mitarbeitern die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen sowie Daten und Dokumente unkompliziert miteinander zu teilen und gemeinsam zu bearbeiten. Dringende Anfragen werden bei Strabag heute häufig über Skype for Business-Konferenzen abgewickelt. Skizzen und Notizen werden mühelos mittels OneNote und OneDrive geteilt“, so Robert Rosellen, Leiter Geschäftsbereichs Enterprise & Partner Group bei Microsoft Österreich.

UAV Mapping mittels Drohnen

Strabag ist jedoch nicht nur bei Cloud-Computing und der Vernetzung ihrer Mitarbeiter klare Branchenvorreiterin. Auch im Bereich der Luftbildvermessung, dem sogenannten UAV Mapping, ist Strabag ganz vorne mit dabei.

„Ergänzend zu traditionellen Messmethoden mit terrestrischem Equipment wie Laserscannern und Messfahrzeugen, setzen unsere  Kollegen des Drohnen-Kompetenzzentrums unter der Leitung von Thomas Gröninger bereits heute zusätzlich auf Drohnen-basierte Vermessungstechnologien. So werden Brückenbauwerke zur Unterstützung der Planungsarbeiten digital vermessen. Gleichzeitig wollen wir aus dem IT-Services-Bereich unsere Fachleute zukünftig bei der Generierung hochwertiger 3D-Modelle der Baustelle aus den topographischen Aufnahmen unterstützen“, so Bornschlegl.

Bornschlegl, Marco © Strabag

"Ergänzend zu traditionellen Messmethoden mit terrestrischem Equipment wie Laserscannern und Messfahrzeugen, setzen wir bereits heute zusätzlich auf Drohnen-basierte Vermessungstechnologien." Marco Xaver Bornschlegl, Bereichsleiter IT Services (Infrastruktur) bei Strabag Österreich.

Die mittels Drohnen erstellten Aufnahmen helfen Strabag dabei, schwerzugängliche Objekte und Bereiche zu dokumentieren und beispielsweise Abtragungen von Erdmaterial in lokalen Rohstoff-Lagern zu analysieren. So können sich die Projektverantwortlichen einen konkreten Überblick darüber verschaffen, wie viel Material derzeit noch vor Ort verfügbar ist bzw. wann neue Ressourcen nachbestellt werden müssen.

Bilder automatisiert in die Cloud schicken

„Aktuell müssen die Bilddaten nach der Landung der Drohne noch manuell auf unsere Server überspielt werden. Wir arbeiten jedoch bereits an einer Lösung, um die Bilder während des Fluges automatisiert in die Cloud zu schicken – dank Microsoft Azure haben wir die dafür notwendige Infrastruktur bereits geschaffen. Die Digitalisierung unserer Baustellen versetzt uns zwar bereits heute in die Lage, möglichst kosten- und ressourcenoptimiert zu arbeiten, jedoch haben wir hier ganz klar noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Im Bereich der Bauwirtschaft wird dank der Digitalisierung und innovativer Technologien künftig noch einiges mehr möglich werden“, betont Bornschlegl.
 

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