Ausbildung

Wie bringt man Jugendlichen digitale und technische Berufe näher?

Der Verein Industrie 4.0 hat das Projekt „Digital Pioneers – freiwilliges digitales Jahr“ ins Leben gerufen, um Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, in MINT-Berufe "reinzuschnuppern".

Ziel des Pionierjahrs ist es, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, digitale und technische Berufe kennenzulernen.

Nach der Schule wissen viele Jugendliche oft nicht, welchen Beruf sie ergreifen sollen. Das liegt auch daran, dass ihnen die Möglichkeiten und die vielen neuen Berufsbilder – bei denen zunehmend digitale Kompetenzen gefragt sind – gar nicht bekannt sind. In welchem Bereich sie ihrer beruflichen Karriere nachgehen und was sie interessieren könnte, erfahren sie am besten beim „Reinschnuppern“ in die reale Welt.

Hier setzt das Projekt „Digital Pioneers – freiwilliges digitales Jahr“ an, welches die Plattform Industrie 4.0 Österreich gemeinsam mit dem Digital Campus Vorarlberg, BFI Oberösterreich und den Gründungsmitgliedern (Bundesarbeitskammer, Industriellenvereinigung, Produktionsgewerkschaft, den Fachverbänden Elektro- und Elektronikindustrie sowie Metalltechnische Industrie und dem Gründungsministerium BM für Klimaschutz) initiiert hat. Ziel des Pionierjahrs ist es, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, digitale und technische Berufe kennenzulernen.

NL, Aufsteiger © Fotolia/FACTORY

Frauen für technische Berufe ermutigen

Das freiwillige digitale Jahr wird heuer in zwei Bundesländern – Vorarlberg und Oberösterreich – als Pilotprojekt für 24 Teilnehmerinnen durchgeführt und richtet sich in dieser Phase nur an junge Frauen. Frauen sind in Österreich in technischen Berufen stark unterrepräsentiert: Die Geschlechterverteilung in MINT Fächern unterscheidet sich stark von den übrigen Ausbildungsfeldern. So ist Österreichs Frauenanteil in der IT-Branche mit 15,6 Prozent unter dem EU-Durchschnitt von 17,2 Prozent. An öffentlichen Unis werden nur 34 Prozent der MINT-Studien von Frauen belegt, in allen anderen Ausbildungsfeldern sind es 61 Prozent. Nach wie vor absolvieren mehr als die Hälfte der Frauen eine Lehre als Friseurin, Einzelhandelskauffrau oder Bürokauffrau. „Digital Pioneers“ soll die digitalen Skills junger Menschen verbessern und vor allem junge Frauen dazu ermutigen, ihre Berufsperspektiven auch in technischen Berufen zu suchen. Die achtwöchige Grundausbildung absolvieren die Teilnehmerinnen am Digital Campus in Feldkirch und am BFI OÖ/Codersbay in der Tabakfabrik in Linz. Im September und Oktober 2020 erlernen sie dabei die wichtigsten praktischen Skills für einen Job in der digitalen Welt und Basics in den Bereichen Wirtschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Design. Soft und Social Skills sowie Selbstkompetenzen werden während der gesamten Ausbildung besonders gefördert.

White Paper zum Thema

Achtmonatige Praxis in einem Leitbetrieb

Die Lehrinhalte der Grundausbildung – Business Innovation und digitale Tools genauso wie erste Programmierkenntnisse oder Projekt- und Prozessmanagement – können die Teilnehmerinnen ab November 2020 in der anschließenden Praxisphase in einem Leitbetrieb unter Beweis stellen. Die jungen Menschen haben hier acht Monate die Möglichkeit, das Gelernte in die Praxis umzusetzen, erste Arbeitserfahrungen zu sammeln und natürlich an konkreten digitalen Projekten zu arbeiten.

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