Industrie 4.0

Wie Bosch mit Industrie 4.0 einen Milliardenumsatz erzielt

Bis Mitte der kommenden Dekade will der deutsche Konzern, dass alle Bosch-Produkte entweder über Künstliche Intelligenz verfügen oder mit ihrer Hilfe entwickelt und produziert werden.

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Seit 2012 arbeitet Bosch daran, Produktion und Logistik zu vernetzen. Diese Strategie stärkt die Wettbewerbsfähigkeit, die Industrietechnik wächst kräftig. Die Erlöse stiegen auf 7,4 Milliarden Euro. Dazu sagt Rolf Najork, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, zuständig für die Industrietechnik: „Industrie 4.0 rechnet sich. Mit digitalen und vernetzten Lösungen werden Fabriken effizienter, flexibler und produktiver.“ So hat das Werk in Blaichach im Allgäu durch den Einsatz moderner Fertigungstechniken die Stückzahlen bei ABS und ESP um 200 Prozent in sechs Jahren gesteigert, ohne Erweiterung der Anlagen oder Zukäufe.

Bosch steigt mit autonomen Transportsystem in die Intralogistik ein

Auf der Hannover Messe präsentiert Bosch Rexroth das AcitveShuttle: Das autonome Transportfahrzeug befördert Materialien vom Lager in die Produktion direkt dorthin, wo die Komponenten benötigt werden. Über eine integrierte Hubplattform erfolgt das Auf- und Abladen selbstständig. Ausgestattet mit Laserscannern, findet das ActiveShuttle seinen Weg selbst und erkennt Fahrzeuge und Personen. Gleichzeitig lernt es dazu: Das Transportsystem erstellt eine Karte der Gegebenheiten vor Ort und aktualisiert diese kontinuierlich.

Bosch, ActiveShuttle © Bosch

Das ActiveShuttle von Bosch Rexroth befördert Lasten von bis zu 260 kg schnell und sicher durch die Fertigung.

White Paper zum Thema

Software als Grundlage für Industrie 4.0

Die Fabrik der Zukunft wird durch das Zusammenwirken von Mensch, Maschine und Daten bestimmt. Dafür bedarf es intelligenter Software, um ein harmonisches Zusammenspiel dieser Akteure zu ermöglichen. „Industrie 4.0 ist ohne Software undenkbar. Mit unserer Geschäftseinheit Bosch Connected Industry bauen wir unsere Spitzenposition bei Industrie 4.0 weiter aus und bündeln unsere Kompetenzen in den Bereichen Software und Services unter dem Namen Nexeed“, sagt Dr. Stefan Aßmann, Leiter Bosch Connected Industry. Bosch unterstützt mit dieser Geschäftseinheit seine Kunden dabei, Transporte zu überwachen, Produkte effizient zu fertigen und diese rechtzeitig und sicher auszuliefern.

Künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie

Künstliche Intelligenz (KI) birgt ein enormes Potential. Dazu sagt Ralf Najork: „Für Bosch ist KI eine Schlüsseltechnologie. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass bis Mitte der kommenden Dekade alle Bosch-Produkte entweder über KI verfügen oder mit ihrer Hilfe entwickelt und produziert werden." Bosch setzt auf KI, die sicher, robust und nachvollziehbar ist. Auf der Hannover Messe stellt das Unternehmen ViPAS vor, ein KI-basiertes System zur visuellen Qualitätskontrolle. Das System ist mit einem Greifarm, Kameratechnik und intelligenter Software ausgestattet und lässt sich einfach bedienen. Bei einem Pilotversuch im Bosch-Werk in Nürnberg hat ViPAS 12.000 Prüfvorgänge absolviert und lag in 99,9 Prozent der Fälle richtig.

Bosch, Künstliche, Intelligenz © Bosch

Dank Deep Learning lässt sich Bosch ViPAS durch das Einlernen von Beispielbildern trainieren. So ist das System für unterschiedliche Sichtprüfaufgaben einsetzbar.

5G als Beschleuniger für Industrie 4.0

Mit Hilfe von 5G lassen sich Daten bis zu hundertmal schneller übertragen als bisher. Die Zuverlässigkeit wächst und die Verzögerung bei der Datenübertragung sinkt auf ein Minimum. „5G wird das zentrale Nervensystem der Fabrik der Zukunft“, prognostiziert Dr. Andreas Müller, Bosch-Forscher und Vorsitzender der 5G-ACIA (5G Alliance for Connected Industries and Automation). Um diesen neuen Mobilfunkstandard von Beginn an industriefähig zu gestalten, hat Bosch den Vorsitz in der 2018 gegründeten Initiative 5G-ACIA übernommen. Noch heuer plant Bosch 5G in den eigenen Werken zu testen. Auf der Hannover Messe präsentiert Bosch die Vorteile gemeinsam mit den Partnern Nokia, Qualcomm und BigRep. Dafür vernetzen die Unternehmen erstmals einen 3D-Drucker mit Hilfe von 5G. Dadurch wird es möglich, einen Teil der für gewöhnlich in Maschinen verbauten Steuerungselemente in eine lokale Fertigungscloud auszulagern. 

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