Robert Weber ist Journalist und Newsgame-Entwickler aus Deutschland. Seit mehr als zehn Jahren ist der Westfale journalistisch tätig. War Chefredakteur von elektrotechnik, schrieb für den deutschen MaschinenMarkt und engagiert sich derzeit als Journalist für das Manager Magazin und Markt&Technik. Darüber hinaus ist er Lehrbeauftragter an der TH Nürnberg.

Robert Weber

Was der EMO Hannover Ungemach bereitet

Tolle Maschinen, tolle Werkzeuge, tolle Vernetzung - zwei Tage EMO liefern den Beweis, wie innovativ die Branche ist. Trotzdem droht Ungemach, Europa braucht eine zukunftsfähige Mobilitätsindustrie.

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An der Mobilität hängt unser Wohlstand. 

Die EMO in Hannover zählt zu den wichtigsten Industriemessen der Welt - ein Besuch ist immer wieder ein Erlebnis. Das Who is Who der Werkzeugmaschinenindustrie präsentiert neue, innovative Technologien. Vernetzung, Robotik und additives Fertigen zählen beispielsweise dazu. Viele Lösungen kommen dabei aus Europa, und vor allem aus Deutschland und Österreich. Unternehmen von Weltrang gehören dazu, die auch schon KI-Anwendungen und Plattformansätze für sich entdeckt haben. Was mich bei meinem Besuch sehr nachdenklich gemacht hat: An den meisten Ständen werben die Unternehmen mit Anwendungen in der Automobilindustrie. Klar, Werkzeugmaschinen werden auch in anderen Branchen eingesetzt, aber die Automobilindustrie ist ein wichtiger Absatzmarkt. 

Ein Scheitern ist nicht verkraftbar

Ein Absatzmarkt, der momentan in der öffentlichen Wahrnehmung in Deutschland nicht wohl gelitten ist - ein Blick auf die IAA-Proteste vom Wochenende verdeutlicht das sehr anschaulich. Doch die Diskussion über die Zukunft des Autos wird leider immer ideologischer, wird sehr emotional geführt. Argumente zählen leider nicht mehr. Die Industrie hat große Fehler gemacht, ob sie zu spät aufgewacht ist, wird sich in den nächsten zehn Jahren zeigen. Fakt ist aber: Von der Automobilindustrie leben nicht nur die OEMs und die klassischen Zulieferer. Von der Automobilindustrie leben auch viele Werkzeugmaschinenhersteller. Diese begegnen übrigens neuen Technologien wie dem 3D-Druck sehr clever, integrieren die Technik, entwickeln sie weiter und verkaufen neue Produkte. 

Wir brauchen eine starke, innovative Autoindustrie

Um es deutlich zu sagen: Deutschland, Österreich und Europa brauchen eine starke, innovative Automobilindustrie, brauchen eine starke Mobilitätsindustrie - inkl. Auto, Lkw, Flugzeug und vor allem Bahn. Manchmal bekomme ich in manchen Diskussionen das Gefühl, ein Scheitern von Audi, BMW, Renault, Magna und Co. sei schon irgendwie "verkraftbar". Ist es nicht. Das soll die Industrie aber nicht aus ihrer Pflicht entlassen, gute und zukunftsfähige Produkte, Plattformen und Mobilitätskonzepte zu entwickeln - dazu zählen auch Züge. Von der Mobilität hängen Arbeitsplätze, hängt unser Wohlstand von ab. Das wurde auf der EMO sehr deutlich. Die EMO zeigt aber auch, wie neue Technologien in bestehende Systeme überführt werden können.

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