Josef Baker-Brunnbauer arbeitet seit 20 Jahren mit Start-ups und etablierte Unternehmen. Er berät in unterschiedlichen Branchen zu Geschäftsmodellinnovationen, Produktinnovationen, Change und digitaler Transformation. In seinem neuen Buch „The Secret Key“ widmet er sich der Geschäftsmodellentwicklung in etablierten Unternehmen. Er absolvierte Ausbildungen in Softwareentwicklung, Psychologie und internationalem Management. In seiner Freizeit entdeckt er neue Möglichkeiten außerhalb seiner Komfortzone und treibt Ausdauersport (Triathlon, 24-Stunden-Rennradrennen, Klettern und Skitouren).

Kolumne

Warum uns Buzzword Bingo an der aktiven Gestaltung der Zukunft hindert

Die aktive Gestaltung der Zukunft in Unternehmen braucht entsprechende Ansätze, um Mitarbeiter für Veränderung zu gewinnen. Doch das hilft alles nichts, wenn es sich bei der verfolgten Strategie um eine leere Worthülse handelt.

Blog Geschäftsmodelle

Ich hoffe sie sind fit und motiviert, um unsere Reise fortzusetzen und unser nächstes Etappenziel anzusteuern. In der letzten Ausgabe haben wir uns in unserer Reisevorbereitung mit dem Terminus Geschäftsmodell auseinandergesetzt und anschließend neue Möglichkeiten der Wertschöpfung in der Zukunft betrachtet.

Wie können wir heute im Gegenzug ein Geschäftsmodell mit der Zukunft erstellen? Ein psychosozialer Beratungsansatz spricht von Selbstverantwortung zu übernehmen, Empowerment zu entfalten und die Zukunft selbst mit zu gestalten. Dies können Visionen einer Galionsfigur sein, welche unter autonomen und selbstbestimmten Mitarbeitern ihre Superkräfte entfalten. Wie wäre es mit einem Batman, Hulk oder Iron-Man im Unternehmen? Der Akteur hat die Wahl sein Automobil (gerne wenn sie wollen auch das Batmobile) selbst zu steuern und dabei die Richtung vorzugeben oder auf der Rückbank Platz zu nehmen und sich des weiteren Verlaufs überraschen zu lassen.

Gerne möchte ich dies in einen wirtschaftlichen Kontext übersetzen: Mit Selbstverantwortung kann man ein proaktives Handeln, Verständnis (vielleicht sogar Empathie?) und bindende Zusagen des Unternehmers und des C-Level Managements verstehen. Klingt einfach? Ein Blick in den Beratungsalltag bringt andere Ergebnisse zum Vorschein. Wenn man die Häufigkeit der Verwendung des Wortes Geschäftsmodell bzw. Business Model in Meetings dokumentieren würde, könnte man denken, dass es in den Unternehmen eine immense Überzahl an Geschäftsmodellexperten gibt. Dieser Vorstellung wäre prinzipiell nichts entgegenzusetzen, ganz im Gegenteil würde dies zu einem stärkeren Rückenwind beitragen. In der Praxis erlebt man jedoch so einige Überraschungen.

White Paper zum Thema

Nicht das ich dem nicht offen gegenüberstehen würde, besonders Spiel, Spaß und Spannung erinnert mich an ein süßes und erfolgreiches Vermarktungskonzept. Wenn anschließend zum Thema Geschäftsmodell über Produktinnovationen, Stage-Gate, Business Case oder die interne Roadmap präsentiert wird, so ist das immerhin mehr als wenn der ganze Besprechungsraum verstummt. Manchmal denke ich, dass vielleicht eine Multimediapräsentation (was für ein schönes Wort aus dem letzten Jahrhundert) auf mich warten würde, dem ist jedoch nicht so. Das Schweigen geht dann zumeist auf andere Gründe zurück.