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Warum investiert DMG Mori in ein kleines Unternehmen aus der Oberpfalz?

DMG Mori investiert in das junge Unternehmen up2parts aus Bayern. Dahinter verbirgt sich BAM GmbH aus Weiden in der Oberpfalz. Doch was macht die Zusammenarbeit so interessant?

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Setzt auf Künstliche Intelligenz:  Christian Thönes, Vorstandsvorsitzender DMG Mori. 

EMO Hannover 2019. Die Meldung platze in den ersten Messetag: "Mit einer strategischen Beteiligung an dem auf künstliche Intelligenz spezialisierten Softwareunternehmen up2parts aus Bayern beabsichtigt DMG Mori, sich wichtiges Know-how im Bereich der Digitalisierung von Fertigungsprozessen zu erschließen. Die KI-basierte geometrische Bauteil-Analyse von up2parts ermöglicht eine einfache und schnelle Arbeitsplanerstellung und Preiskalkulation für individuelle Bauteile – eine digitale Revolution für die Fertigungsindustrie."

Mehr als ein klassischer Konfigurator

Doch warum investieren die Ostwestfalen in die Lösung aus der Oberpfalz? Wir haben uns die Lösung angeschaut. Erstmal sieht die Anwendung wie ein klassischer Konfigurator aus. Der Kunde gibt Parameter ein und die Software berechnet das Produkt - in CNC-Fertigung oder 3D-Druck. Der Anwender kann Einstellungen ändern, Versandzeiten definieren und vieles mehr - erinnert an den klassischen Online-Web-Service den viele Privatanwender von Onlinedruckern kennen. Von der Angebotserstellung und Auftragserfassung über die Arbeitsvorbereitung und CAM-Programmierung bis hin zur Maschinenplanung ist alles in der Software integriert.

Künstliche Intelligenz analysiert Bauteile

Kern der Softwarelösung ist die Künstliche Intelligenz, die auf Basis von Machine-Learning-Algorithmen und menschlichem Know-how binnen weniger Sekunden die Geometrie jedes Bauteils analysiert - die Oberpfälzer haben ihre Domänenexperten antreten lassen, die im Vorfeld tausende von Bauteilen definieren mussten - in einem Tinder-Verfahren "schwierig zu fertigen", "leicht zu fertigen". Das Resultat ist ein konkreter Arbeitsplan sowie der Preis für die Fertigung des Bauteils. Mit jedem Bauteil „lernt“ die KI dazu, optimiert selbstständig und fortlaufend ihre Algorithmen. Und deshalb ist das Engagement von DMG Mori spannend, denn die Maschinen aus Ostwestfalen sind weltweit im Einsatz und produzieren Daten zum trainieren. Darüber hinaus könnte man aus dem Softwareprodukte schnell eine Plattform hochziehen oder den vielen kleineren Kunden ein einfaches, Maschinenplanungstool an die Hand geben. „Die KI-basierten Softwarelösungen von up2parts schaffen die Basis für die digitalisierte Fertigung. 3D-Konstruktionsdaten können nun schnell erfasst und Fertigungszeiten in Kürze berechnet werden. Ein riesiger Vorteil für unsere überwiegend mittelständischen Kunden: Bisher ungeordnete Prozesse werden vereinheitlicht und professionalisiert“, erklärt Christian Thönes, Vorstandsvorsitzender DMG Mori. 

White Paper zum Thema

Seit 2017 arbeiten bereits 25 Softwareentwickler an den KI-Lösungen für einheitliche, automatisierte und professionelle Fertigungsprozesse. Die Anzahl der Mitarbeiter soll sich kurzfristig verdoppeln.  Die Beteiligung steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden.

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