Forschung & Entwicklung

Warum die FFG nach mehr Geld verlangt

Erstklassige Projekte müssen immer noch abgelehnt werden. Die österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) verlangt deshalb nach einem "klaren stabilen Budgetplus".

"Unsere Bemühungen tragen Früchte. Von den mehr als 1.700 im Vorjahr geförderten KMU-Projekten stellten rund 42 Prozent erstmals eine Antrag bei der FFG." FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth

Als "stabil" bezeichnete die Geschäftsführung der Forschungsförderungsgesellschaft FFG das Budget des vergangenen Jahres. Dem gegenüber stehe aber eine steigende Nachfrage, die dazu führe, dass erstklassige Forschungsprojekte im Ausmaß von 187 Mio. Euro abgelehnt werden mussten, "was schmerzt", sagte FFG-Geschäftsführer Klaus Pseiner am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz der Förderagentur.

Arbeit der FFG trägt gute Früchte

Ein Grund für die steigende Nachfrage sind die Bemühungen der FFG, die Innovationsbasis zu verbreitern. "Wir wollen möglichst viele Akteure haben, weil das Risiko in der Forschung inhärent ist", so Pseiner. Deshalb sei es wichtig, eine breite Basis zu haben, "die Spitze ergibt sich daraus". Als Beleg für die Bemühungen, mehr Akteure in die Forschung zu bringen, nannte FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth die Tatsache, dass von den mehr als 1.700 im Vorjahr geförderten KMU-Projekten rund 42 Prozent erstmals eine Antrag bei der FFG gestellt haben.

Klaus, Pseiner © FFG/APA-OTS/Schedl

"Wir wollen möglichst viele Akteure haben, weil das Risiko in der Forschung inhärent ist." FFG-Geschäftsführer Klaus Pseiner

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Die hohe Forschungsaktivität der österreichischen Industrie habe auch die OECD bestätigt. Demnach würden die heimischen Unternehmen mehr als ihre Konkurrenz forschen, "strukturbereinigt sind sie Weltmeister", sagte Pseiner. Im "Zentrum des Innovationsgeschehens" sieht sich die FFG auch selbst, habe sie doch 2018 insgesamt 2,85 Mrd. Euro für wirtschaftsnahe Forschung und Breitbandinfrastruktur in Österreich bewegt. Diese Summe setzt sich aus den direkten FFG-Förderungen (833 Mio. Euro inkl. Breitbandförderung), den Eigenmitteln der FFG-Fördernehmer (918 Mio. Euro), Mitteln der Europäischen Weltraumagentur ESA und der EU (295 Mio. Euro), wo die FFG Beratungsleistungen erbringt, sowie Forschungsprämien in Höhe von 800 Mio. Euro zusammen. Für letztere verfasste die FFG 2018 mehr als 2.700 Gutachten.

Wohin fließt das Geld der FFG?

Die Förderung für Forschungsprojekte betrug im Vorjahr 618 Mio. Euro (2017: 562 Mio. Euro). 61 Prozent der Mittel (377 Mio. Euro) gingen an Unternehmen, davon 182 Mio. Euro (29 Prozent) an KMU und 195 Mio. Euro (32 Prozent) an Großunternehmen. Weiters entfielen 88 Mio. Euro (14 Prozent) an Hochschulen, 72 Mio. Euro (12 Prozent) an Forschungseinrichtungen und 64 Mio. Euro (zehn Prozent) an Kompetenzzentren.

Forschung/Wien © APA

Wohin gingen Österreichs Fördergelder? 

Angesichts der derzeit in Ausarbeitung befindlichen neuen Forschungsstrategie und der Regierungspläne, die Forschungsquote von 3,19 auf 3,76 Prozent des BIP zu steigern, wünscht sich die FFG für die Zukunft finanzielle Planungssicherheit durch das geplante Forschungsfinanzierungsgesetz sowie ein "klares stabiles Plus" beim Budget, so Egerth. Weiters auf der Wunschliste ist mehr "operative Unabhängigkeit", um flexibel und schnell agieren zu können, sowie ein einfach strukturiertes Portfolio mit breiten Schwerpunkten und dichten Ausschreibungsrhythmen.

Schnell wachsende Unternehmen unterstützen

Dabei hat die Förderagentur konkrete Vorstellungen, was sie mit zusätzlichen Mittel tun würde. So würde sie u.a. schnell wachsende Unternehmen, die über zumindest zwei Jahre um jeweils zehn Prozent zulegen, unterstützen. Solche Betriebe seien im FFG-Basisprogramm überdimensional vertreten, Ziel müsse sein, "mehr solche Gazellen in Österreich zu haben", so Pseiner. Zudem sei ein erweiterter Innovationsbegriff notwendig, der über technologische Innovation hinaus gehe. Das gehe nur mit zusätzlichem Geld, mit rund 50 Mio. Euro mehr pro Jahr könne man diese Formate bespielen, sagte Egerth.

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